Korbach/Usseln

Drei Frauen, drei Ideen und flinke Hände

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- Korbach/Usseln (resa). Sie schlagen drei Fliegen mit einer Klappe: Aglaia Ludwig, Ute Schlenger und Heike Hartema füllen mit ihren Schneiderläden Leerstände. Sie beweisen, dass sich für Frauen ein bisschen Mut bezahlt macht und verwirklichen gleichzeitig ihre Träume.

Immer, wenn Aglaia Ludwig ein bunter, besonders schöner Stoff in die Hände fiel, dann kaufte sie ihn, verstaute ihn behutsam in einem ihrer vielen Stoffkartons und sah hin und wieder nach ihm. Im Hinterkopf schlummerte da bereits die Idee, diese Stoffe irgendwann in kleine Schmuckstücke zu verwandeln. „Ich war immer schon ein kreativer Kopf“, sagt die Korbacherin, „und bei meiner Mutter habe ich Nähen gelernt“. Dann absolvierte Aglaia Ludwig erstmal eine Ausbildung zur Friseurin, bekam drei Kinder und vergaß die Stoffe für einige Zeit. „Als meine Tochter größer wurde, da holte ich sie wieder hervor“, erzählt sie. Und seit dem ist Aglaia Ludwig nicht mehr zu bremsen. „Ich hatte doch nichts zu tun“, erzählt sie, „als Friseurin konnte ich mit drei Kindern ja nicht mehr arbeiten“. Und deswegen plante die Korbacherin um, fasste allen Mut zusammen, und begann beruflich von vorne. Es sind besondere, liebevoll bestickte und verzierte Dinge, die sie in ihrem kleinen Laden in der Korbacher Altstadt herstellt.

Viel von sich selbst hat auch Schneiderin Ute Schlenger in ihren Laden in Usseln gelegt. „Liebe, Lachen, Leben“ hat sie den kleinen, besonderen Ort genannt – und der ist Programm. Früher war hier, mitten in Usseln die alte Bücherei. „Wir wollten diesen Raum gerne wieder beleben“, sagt die 45-Jährige. Und das passte auch der Usselnerin, Ehemann Falk und Tochter Clara in den Plan. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Bekleidungstechnischen Assistentin, dann zur Schneiderin, machte ihren Meister und arbeitete schließlich in Düsseldorf für große Theaterbühnen, dann beim Staatstheater in Kassel – denn es hatte sie zurück nach Usseln gezogen. In ihrem Schaufenster erinnert sie dann gleich noch an eine Kollegin, die einige Meter die Straße rauf ebenfalls einen Traum verwirklicht und einen Leerstand gefüllt hat. Heike Hartema nämlich hat die alte Scheune gleich an der B 251 in ein Café verwandelt. Aber auch hier fällt auf den ersten Blick die kreative Hand der Gastgeberin auf. „Ich habe als Jugendliche Stricken gelernt“, berichtet die 43-Jährige, „und irgendwann habe ich dann meine Begeisterung für Patchwork entdeckt“. Und davon erzählt auch ihre gemütliche Scheune.

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