Betrieb schätzt Schaden auf 50 000 Euro

Drei Jahre auf Bewährung für Diebstahlserie eines 41-Jährigen

Prozess im Korbacher Amtsgericht: 41-Jähriger aus Bad Arolsen verurteilt.
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Prozess im Korbacher Amtsgericht: 41-Jähriger aus Bad Arolsen verurteilt.

Zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe wurde vom Korbacher Amtsgericht ein Mann aus Bad Arolsen verurteilt, der bei einem Unternehmen Gegenstände im Wert von etwa 50 000 Euro gestohlen hat.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte zwischen 2014 und 2019 elektronische Bauteile aus verschiedenen Lagern entwendet und diese im Internet angeboten hatte. So habe der 41-Jährige innerhalb von fünf Jahren 80 Produkte für etwas mehr als 24 000 Euro verkauft.

Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling sowie die Staatsanwältin sprachen mit Blick auf den Angeklagten von krimineller Energie. Der Arolser muss den entstandenen Schaden begleichen. Zudem wurde über die gesamte Bewährungszeit eine monatliche Zusatzzahlung von 200 Euro beschlossen, also insgesamt 7200 Euro.

Taten aus finanzieller Not

Der Mann bereute seine Taten vor Gericht und erklärte, dass er im Zuge eines Hausumbaus in finanzielle Not geraten sei. „Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie das alles angefangen hat“, sagte er aus, „irgendwann griff ich bei den Geräten zu und nahm mit, was in meinen Rucksack passte.“ Mit den Jahren sei er leichtsinnig geworden und habe die Teile unter dem eigentlichen Wert verkauft, um schnell an Geld zu kommen. Die Sicherheitskontrollen des Korbacher Betriebs habe er umgehen können. Diese seien nur stichprobenartig durchgeführt worden.

Ein Unternehmen, das auf die Reparatur solcher Produkte spezialisiert ist, hat schließlich die Masche aufgedeckt. Sie entdeckten eines der günstigen Angebote im Internet. Ein Gerät, das kurz zuvor für deutlich mehr Geld für die Korbacher Firma repariert wurde und nun zum Verkauf stand. Umgehend wurde der Fund gemeldet und zusammen mit der Polizei wurde der Angeklagte als Täter ermittelt.

Dieser entschuldigt sich bei der Verhandlung bei seiner Familie und den Vorgesetzten, die er enttäuscht habe. Deutlich wurde in seinen Aussagen auch, wie sehr er privat unter Druck stand.

Gericht möchte neue Perspektive geben

Durch die Bewährungsstrafe wollte das Gericht dem Angeklagten deshalb eine neue Perspektive geben. Einen Arbeitsplatz hat er bereits und auch familiär besteht Rückhalt. Richter Kalhöfer-Köchling sagt: „Der Angeklagte ist strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten. Wir möchten ihm die Chance auf ein neues Leben nicht nehmen und gehen davon aus, dass er künftig keine Straftaten begeht.“

Somit waren sich Staatsanwältin und Richter Kalhöfer-Köchling einig. Der Verteidiger lehnte es zwar ab, von krimineller Energie zu sprechen, doch auch er stimmte dem Urteil zu und gab an, nicht in Berufung zu gehen. Damit ist das Urteil rechtskräftig. 

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