Diemelsee

DSL-Anschluss über Bürgernetz

- Diemelsee (nv). Informieren, kommunizieren, einkaufen: Das Internet ist überall. Schnellen Anschluss an das weltweite Netz hat jetzt auch Schweinsbühl, und zwar über Funk. Weitere Orte sollen in Kürze ebenfalls über DSL verfügen können.

Breitband-Anschluss über Bürgernetze, lautet die Devise derzeit in Diemelsee und umliegenden Gemeinden. „Die Telekom ist nicht bereit Investitionen im ländlichen Raum vorzunehmen“, begründet Diemelsees Bürgermeister Volker Becker die Suche nach Alternativen. Während zum Beispiel Flechtdorf, Adorf, Rhenegge und Heringhausen inzwischen über Telekom-Leitungen mit DSL versorgt würden, hätten die Verhandlungen zum Anschluss anderer Ortsteile zu keinem Ergebnis geführt. Um das Kabel, das bis kurz vor Stormbruch liegt, weiter zu führen, hätte die Gemeinde laut Becker 70 000 bis 80 000 Euro selbst finanzieren müssen. „Es kann nicht originäre Aufgabe einer Gemeinde sein, DSL bereitzustellen“, betont Becker. „Wir haben andere Baustellen und daher nach Alternativen Ausschau gehalten.“

Diese hat die ITfM (Informations-Technologie für Menschen) mit Sitz in Baunatal geboten: Laut Geschäftsführer Heinrich Kamper baut sie seit 2004 Bürgernetze in Orten auf, die nicht über DSL verfügen. Die ITfM setzt auf Richtfunk. „Wir haben unsere Technik so aufgebaut, dass wir große Entfernungen überbrücken können“, betont Kamper. Ein Beispiel sei das Gebiet des Hohen Meißners, in dem die Funkwellen Stecken von bis zu 36 Kilometer zurücklegten. Die Firma betreut nach eigenen Angaben derzeit mehr als 2500 Kunden in 68 Ortschaften in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz. In Waldeck-Frankenberg laufen ITfM-Bürgernetze bereits in Gembeck und Helmscheid. Auch auf dem Kellerwaldturm wird eine Anlage installiert. Verhandlungen gibt es laut Kamper zudem in Rhena und Bömighausen.

Aktuell steht allerdings die Gemeinde Diemelsee im Fokus: Die benötigte Richtfunk-Technik installierten die Experten auf der Adorfer Dansenberghalle. Von dort geht es weiter zu einem Empfänger am Dommelturm, der von Solar- und Brennstoffzellen mit Strom versorgt wird. Dieser gibt das Signal an einen Hauptverteiler pro Ortsteil weiter. Dieser wiederum versorgt jeden Haushalt über einen kleinen Empfänger – die Box ist meist auf dem Dach installiert – mit DSL 3000.

Mehr lesen Sie in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 21. November 2009.

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