Korbacher Parlament soll Baurecht für Gebäude am Güterbahnhof besiegeln

Weg ebnen für neues Stadtquartier

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Korbach - Der Weg für das neue Stadtquartier am Güterbahnhof scheint geebnet. Nächste Woche soll das Korbacher Parlament das Baurecht fixieren.

Zwischen Kuhbach, Hauptbahnhof und Güterbahnhof sollen 3800 Quadratmeter für Einzelhandel, acht Wohnungen, Praxen, Büros und Parkplätze neu entstehen. Die heimische Investorengruppe ConBau will etwa einen Textilmarkt (Adler), einen Drogeriemarkt (dm), Biokost und Gastronomie ansiedeln (wir berichteten).

Die Pflöcke fürs Baurecht hatte das Parlament bereits Ende August eingerammt und den Entwurf abgesegnet. Diese Woche beraten die Ausschüsse der Stadtverordneten über die endgültige Satzung des Bebauungsplans Nr. 38. Die letzten Bauruinen dort sind bereits abgerissen, Flächen eingeebnet. So hofft der planende Architekt Christoph Hesse, in Kürze den ersten Spatenstich setzen zu können. Denn im September 2013 soll das Projekt verwirklicht sein. Seit Jahren steht die Brachfläche vorm Güterbahnhof zur Diskussion in Korbach.

Der Bauantrag beim Landkreis ist inzwischen eingereicht, doch grünes Licht gibt es von dort erst, wenn die Stadt das planerische Baurecht geändert hat, erklärte Hesse im Bauausschuss. Um keine weitere Zeit zu verlieren, präsentierten Bürgermeister Klaus Friedrich und Magistrat mit Tempo eine Vorlage fürs Parlament, um den Bebauungsplan als Satzung zu beschließen. Der Bauausschuss wollte indes noch kein Votum abgeben: Zu wenig Zeit, sich inhaltlich innerhalb eines Tages ausreichend damit zu befassen, erklärten Ausschussvorsitzender Manfred Figge (CDU) und Ralph Backhaus (SPD) unisono.

Kein Shopping-Center

Eine baurechtliche Hürde räumten die Stadtplaner im Rathaus bereits im Sommer aus dem Weg. Der in Spanien lebende Architekt Herbert Kuhaupt und der Korbacher Planer Gunnar Dötter hatten einen Pferdefuß im Entwurf entdeckt: Theoretisch hätten rund 8000 Quadratmeter und mehr an Einzelhandel im neuen Stadtquartier entstehen können – also ein großes Einkaufszentrum. Genau das wollte die Stadt aber vermeiden, um Geschäften in der Fußgängerzone nicht das Wasser abzugraben. So hat die Stadt nunmehr die maximal mögliche Verkaufsfläche begrenzt.

Konflikte wurden in der aktuellen Beratung des Bauausschusses deshalb nicht mehr deutlich. Eine Forderung ist, dass die Investoren auch einen seitlichen Neubau an der Kuhbach für Gastronomie verwirklichen, wie Kai Schumacher (FWG) und Achim van der Horst (SPD) nachbohrten. Das sei vorgesehen, erklärte Hesse.

Entscheidend für viele im Parlament ist vor allem ein gestalterischer Punkt, machte Heike Kramer (Grüne) klar: gute Anbindung der neuen Wohn- und Geschäftsbauten an die Fußgängerzone via City-Passage. Dabei geht es besonders um die Gestaltung des großen städtischen Parkplatzes, der genau zwischen dem Neubau und der Fußgängerzone liegt.

Parkplätze und Kuhbach

Erste Entwürfe dazu präsentierte am Dienstagabend der Landschaftsarchitekt Günter Sandmann (Kassel) im Ausschuss.

Die Ideen: - Verkehr und Parkplätze sauber von Laufwegen trennen. Stellplätze also zur Bahnhofsseite hin, Fußwege für Kunden zur Kuhbachseite. - Überdachte Pergola, etwa mit Solarzellen, für Passanten. - Kuhbach mit neuer Bepflanzung deutlich aufwerten, möglicherweise auch Sitzstufen zum Bachlauf. - Grünflächen und Spielplatz als Anreiz für Passanten.- Brunnen, Fontänen oder Wasserspiel als gestaltendes Element.

Dr. Manfred Dönitz, neu in der Grünen-Fraktion, schlug vor, dringend auch die Brücke über den Kuhbach zum Kampe zu verbreitern. Schumacher (FWG) und Bernd Richter-Schluckebier (FDP) sorgten sich derweil um die Kundenparkplätze: Wie viele bleiben noch übrig, wenn der große Parkplatz mit Brunnen, Pflanzen, Pavillons und Pergola gestaltet wird?

Unterm Strich aber bietet das gesamte Gelände künftig deutlich mehr Stellplätze. Derzeit sind es 60 auf städtischer Fläche, künftig sollen 100 neue vor den privaten Geschäften entstehen plus 40 bis 50 auf dem verbleibenden Areal der Stadt. Wenn das Parlament nächsten Mittwoch zustimmt, dann gilt dies aber nur für die privaten Bauvorhaben. Die Gestaltung der städtischen Fläche mit Stellplätzen, Pergola, Grün und Wasserspiel soll zunächst auch mit Anwohnern und Nutzern abgestimmt werden.

Loslegen will die Stadt dann 2013, um das neue Quartier möglichst aus einem Guss zu verwirklichen. Die Kosten addieren sich auf vermutlich über 600 000 Euro. Hinzu kommt ein neuer Kreisel an der Kreuzung Hauptbahnhof / Flechtdorfer Straße. Dort ist auch eine weitere Zufahrt zu den neuen Geschäften vorgesehen.

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