Unterkunft für 100 000 Euro modernisiert

Echtes Feuerwehrhaus statt „Geräteschuppen“

Lengefeld - Künftig haben die Lengefelder Brandschützer genug Raum, um zu lernen, ihre Ausrüstung zu lagern und sich auf Einsätze vorzubereiten: Samstag wurde das erneuerte Feuerwehrhaus feierlich eröffnet.

Von den Bambini bis zur Einsatzabteilung hat die Lengefelder Feuerwehr 50 Mitglieder. Doch schon für die Einsatzabteilung alleine war es vor dem Umbau des Feuerwehrhauses darin zu eng: Es bestand lediglich aus einem kleinen Schulungsraum und einer Garage für das Tragkraftspritzenfahrzeug. „Das Mannschaftstransportfahrzeug stand fünf Jahre lang immer in verschiedenen Scheunen – je nachdem, wo grade Platz war“, schilderte Wehrführer Sascha Franken die Raumnot der Brandschützer. Weiteres Manko des Anfang der siebziger Jahre errichteten Gebäudes: Die Umkleidespinde befanden sich hinter dem Fahrzeug – unpraktisch und strenggenommen nicht zulässig, erklärte Sascha Franken. „Eine Modernisierung des Feuerwehrhauses war also kein Wunsch, sondern ein Muss“, stellte Bürgermeister Klaus Friedrich klar. Der Weg bis zur Fertigstellung war dennoch ein weiter: Vor sieben Jahren begann die Diskussion über die Ausgestaltung des Projekts, die ersten Anträge wurden gestellt. 2008 fertigte Architekt Heiner Fobbe die ersten Zeichnungen an – noch auf ungewisser Grundlage, aber mit dem richtigen Riecher: Die Entwürfe sind größtenteils Realität geworden. Das ehedem kleine Gebäude ist nach der Erweiterung dreimal so groß. Das Mannschaftstransportfahrzeug hat nun seinen eigenen Platz und der separate Umkleideraum ermöglicht es den Brandschützern, sich unbeengt für den Einsatz einzukleiden. Auch Sanitäranlagen sind nun vorhanden – besonders bei Schulungen war ihr Fehlen ein Manko, bestätigt Sascha Franken. Ein Lagerraum bietet, anders als der angebaute Holzschuppen, auch kälteempfindlicher Ausrüstung Schutz. Der Feuerwehrverein hat dafür gesorgt, dass das Haus nicht nur diese Notwendigkeiten, sondern auch Annehmlichkeiten bietet. Der Schulungsraum beinhaltet eine Küche und eine Pokalwand, ein Freisitz bietet Ruhe und Frischluft. In der Fahrzeughalle kann eine Leinwand hinabgelassen werden, etwa um Fußballspiele öffentlich zu zeigen. Begonnen hat der Bau im Frühjahr – die Genehmigung lag zwar schon 2013 vor, jedoch sei vor dem Winter keine Zeit mehr gewesen, erklärte Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt, Leiter des für den Bau verantwortlichen Eigenbetriebs Technische Dienste und Feuerwehr. Baukosten von 143 000 Euro erklärte das Land für förderungswürdig und stellte knapp 50 000 Euro zur Verfügung. Gekostet hat der Bau indes weniger als in Wiesbaden veranschlagt: „Wir haben die Modernisierung mit knapp 100 000 Euro geschafft – wir bauen hier günstiger als in Frankfurt“, verriet Schmidt.  Für finanzielle Entlastung sorgten auch die Lengefelder Brandschützer selbst: Aus- und Einräumen, Pflastern, Dämmen, Verkleiden und Putzen übernahmen die Einsatzabteilung und die Feuerwehrfrauen. Gut war das Verhältnis zu den Handwerkern, die mauerten, sägten, Fliesen legten und Wände verputzten: „Dass Vertreter aller Baufirmen erschienen sind, zeigt, dass sie mit Herz bei der Sache waren“, so begrüßte Sascha Franken sie zur Eröffnungsfeier, an der auch Vertreter der anderen Feuerwehren der Großgemeinde und norddeutsche Gäste teilnahmen: Die 40-jährige Freundschaft zur Feuerwehr Tetenbühl wurde gefeiert. Die Förderung des Baus begrüßte der Wehrführer: „Das ist ein deutliches Signal der Politik für den Erhalt der Ortsteilwehren.“ Auch das verbesserte Gebäude selbst machte ihn zufrieden – und ein wenig stolz: „Wer noch einmal ‚Wir treffen uns am Geräteschuppen‘ sagt, kriegt Ärger: Das ist ein Feuerwehrhaus.“ Von Wilhelm Figge

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