Drachenbootrennen auf Campingplatz Teichmann · „Wilde Hassianer“ aus Gießen gewinnen beide Rennen

Edersee-Fun-Cup lockt Tausende

Vöhl-Herzhausen - Europas größtes Drachenbootrennen in Zehner-Booten lief Samstag nahe Herzhausen. Auch wenn es kein Team aus der Nähe des Edersees in den letzten Lauf schaffte, zeigten sich die Verantwortlichen zufrieden.

Im vergangenen Jahr fiel das Drachenboot- rennen auf dem Edersee noch aus – immer weiter schwindende Besucher- und Teilnehmerzahlen ließen die Traditionsveranstaltung ins Wasser fallen. Vergangenes Wochenende erfolgte der Neustart als „Edersee-Fun-Cup“. Das neue Konzept – kleinere Boote, mehr lokale Teams, Betonung des Spaßfaktors vor dem sportlichen Wettbewerb – ist ein Erfolg: „Es war ein Kommen und Gehen, aber wir schätzen die Besucherzahl bei den Rennen am Samstag auf knapp 3000“, erklärt Claus Günther, Geschäftsführer der Edersee-Touristic. Und nach zuletzt 14 Booten gingen dieses Mal 49 Teams über die 200 Meter an den Start. Von den 52 ursprünglich gemeldeten Mannschaften stammten 26 aus den Anrainergemeinden des Edersees.

Waldeck-Frankenbergs größtes Gewässer konnte indes nicht als Austragungsort dienen, zu niedrig war der Wasserstand. Die Alternative, der See des Campingplatzes Teichmann, nahmen Gäste, Teilnehmer und Veranstalter gut an, lediglich die Sichtbehinderung durch eine Insel stieß vereinzelt auf Kritik. Infrastruktur und Organisation fanden hingegen auch bei den teilweise semiprofessionellen Gastteams Anerkennung. Diese bestimmten auch den Ausgang des Wettbewerbs: Im letzten Finallauf waren keine heimischen Teams mehr vertreten, die „Wilden Hassianer“ aus Gießen entschieden das große 200-Meter-Rennen wie schon das 1000-Meter-Verfolgungsrennen am Freitag für sich. Die „GKS Klimadrachen“ aus Bremen und „Hellas Drachen“ aus Gießen folgten auf den Plätzen zwei und drei. Auch wenn es für ganz vorn nicht gereicht hat, waren Boote aus Vöhl, Waldeck und Edertal stark vertreten: Das stärkste heimische Team waren die Gastgeber vom „Camping Teichmann Racing Team“ auf Platz sieben. Auch die Dorfgemeinschaft Thalitter schaffte es unter die besten zehn, drittbeste Anrainermannschaft war „Orca Asel 100“ auf Platz zwölf. Unter den Lokalmatadoren fand sich auch ein mit den Bürgermeistern Matthias Stappert, Jörg Feldmann und Klaus Gier samt Mitarbeitern besetztes Boot auf Rang 28. In Voraussicht der sportlichen Dominanz der Gäste hatten die Veranstalter eigens einen Sonderpreis für die besten Mannschaften aus den Ederseegemeinden geschaffen. Die Nase vorn hatten die Lokalmatadore hingegen beim Kostümwettbewerb: Sieger war die „Arche Itter“ von „Wir für Dorfitter“, hinter den „VGF Dragons“ folgten die „Herzhäuser Schrapnellen“. Insgesamt war aber nur eine Minderheit der Teams kostümiert.Der Hessische Rundfunk übertrug den Finallauf live im Fernsehen und lud im Anschluss zur hr4-Party mit Tobias Hagen: Stimmungsmusik lockte knapp 900 Gäste wie Sportler ins Festzelt, ein zehnminütiges Feuerwerk wieder nach draußen. Auch gestern herrschte noch reger Betrieb: Der Musikverein Buchenberg und die Stadtkapelle Frankenberg luden zu „Jubiläumsmelodien“ ein.

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