Ehemaliger Korbacher Hans Dölzer hat neuen Roman geschrieben

Hessentag liefert Stoff für einen Krimi: Fünf Lehrer müssen dran glauben

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Sein Buch „Hessentag“ sei so etwas wie eine „späte Rache“: Gerne schreibt Hans Dölzer über Dinge, die er selbst erlebt hat. Im aktuellen Krimi verarbeitet er seine Zeit an der Alten Landesschule in Korbach.

Korbach. Ein pensionierter Lehrer wird kurz nach dem „Hessentag“ 2018 in Korbach tot aufgefunden. Ermordet, wie sich unschwer erkennen lässt. Vier weitere ehemalige Pädagogen folgen ihm auf blutige Weise ins Jenseits, ein fünftes Opfer scheint wahrscheinlich. Alle verbindet eine frühere Tätigkeit an einer Schule. Will sich jemand rächen? Die alten Lehrer büßen lassen für weit zurückliegende Ereignisse?

Der Motorradjournalist Jonas Jordan von der Badischen Bergstraße macht sich auf den Weg, um gemeinsam mit der Vulkanologin Claudia Dunkmann zu ermitteln, welches Rätsel sich hinter den schieren Hinrichtungen verbirgt und wer der Mörder ist. Oder sind es gar mehrere?

Mit dem „Hessentag“ legt Autor Hans Dölzer nach „Kurbelwellen weinen nicht“ einen weiteren Krimi um sein Alter Ego „Jojo“ vor. Die Landschaft rund um seinen Wohnsitz hoch oben auf dem Kelterberg in Großsachsen an der Bergstraße (Baden-Württemberg) scheint fraglos inspirierend, wirkt allerdings ungleich friedlicher als die Hatz nach Verbrechern in seinen Werken.

Dölzer stammt selbst aus Korbach, in der hessischen Hansestadt lebte er acht Jahre lang und machte dort an der Alten Landesschule sein Abitur. „Unsere Schule war damals eigentlich eher ein Straflager“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung offen. Die Mehrzahl der Lehrer sei dorthin strafversetzt worden, seien methodisch, fachlich und pädagogisch „untauglich“ gewesen, Kinder zu unterrichten. „Schlimmer noch: Sie waren desillusionierte Zyniker“, sagt Dölzer.

Semibiografische Züge

Für sein Buch, diesmal im Rhino-Verlag erscheinend, hat er selbstverständlich fiktive Personen ersonnen. Sein Protagonist Jonas Jordan trägt semibiografische Züge, äußerlich und vom Charakter her gesehen. Genau wie sein Alter Ego fährt Technik-Journalist Dölzer begeistert Motorrad. Und genauso wie seine Schöpfung hat er beruflich Vieles ausprobiert, war unter anderem Fahrlehrer, blieb aber beim Schreiben hängen, nachdem er beim Heidelberger City-Magazin „Ketchup“ Blut geleckt hatte. Heute ist Dölzer tätig als Autor, Herausgeber und Übersetzer. Schon beim Erstling hatte er eine Reihe von Krimis im Sinn und auch für einen weiteren Band seien Ideen vorhanden, wie er meint.

Am liebsten schreibe er über Dinge, die er selbst erlebt hat. „Das glauben mir die Zuhörer aber manchmal gar nicht“, schmunzelt er. Der „Hessentag“ sei so etwas wie eine „späte Rache“ und natürlich auch ein bisschen Eigentherapie. Wie schrecklich die damalige Schule gewesen sein muss, hätten ihm Mitschüler beim letzten Nachtreffen bestätigt, meint er.

Kulinarischer Krimi

Auf dem Roadtrip quer durch Deutschland, mit einem Finale hoch im Norden, muss Motorradjournalist Jonas Jordan natürlich auch essen – eine Leidenschaft, die er ausgiebig feiert. Und Hans Dölzer, der selbst gerne kocht, stellt alle Rezepte der Gerichte, die im Buch auftauchen, als Anhang zum Nachkochen zur Verfügung. Ein kulinarischer Motorrad-Krimi also. 

(Von Nicoline Pilz)

Buchtipp: Hans Dölzer: Hessentag. Jojos dritter Fall. Ein Motorrad-Krimi. Rhino-Verlag, Ilmenau 2018. ISBN 978-3-95560-504-9. Preis: 10 Euro.

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