„Gehen Sie nie schlafen ohne Gute-Nacht-Kuss“

Ehepaar Ney aus Korbach feiert Gnadenhochzeit

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Dankbar für die gemeinsame Zeit: Hannelore und Heinz Ney aus Korbach feiern heute ihren 70. Hochzeitstag.  

„Wir haben uns kennen gelernt, es hat gefunkt – und dabei ist es auch geblieben“, sagt Hannelore Ney und lächelt ihrem Mann Heinz an: Beide haben am 5. März vor 70 Jahren in Korbach geheiratet und feiern das seltene Fest der Gnadenhochzeit.

Kennengelernt haben sie sich in der Bahnhofsgaststätte Oevel. Dort hatte die gelernte Verkäuferin, die als zweites von fünf Kindern in Witten an der Ruhr aufwuchs, durch ihren Vater eine Anstellung gefunden. Der kam damals einmal im Monat nach Korbach, um bunte Glasscheiben zu verkaufen. Als bei Oevels Arbeitskräfte gesucht wurden, vermittelte er Hannelore Ney, geborene Neuhaus, und ihre Schwester.

Am 5. März 1949 feierten Hannelore und Heinz Ney in der Korbacher Nikolaikirche sogar eine Doppelhochzeit, denn der ältere Bruder von Heinz Ney und die Schwester von Hannelore Ney gaben sich am selben Tag ebenfalls das Ja-Wort. „Das war damals für Korbach schon eine kleine Sensation“, erinnert sich Heinz Ney und lächelt. Mit der Hochzeitskutsche wurden sie von der Kirche abgeholt; gefeiert wurde zu Hause mit der Verwandtschaft.

Reisen, wandern und radeln

1950 wurde Tochter Anita geboren. Inzwischen gehören zur Familie auch drei Enkel und ein Urenkel. Schnell begann das junge Paar damals, in Eigenleistung an das Elternhaus von Heinz Ney ein eigenes Heim zu bauen, in das sie 1957 einzogen. Heinz Ney hatte nach der Volksschule bei den Flugzeugwerken Fieseler in Kassel den Beruf des Technischen Zeichners gelernt und wechselte anschließend zu Continental, wo er 43 Jahre lang angestellt war. Seine Frau Hannelore arbeitete bei Oevels, in einer Hähnchenschlachterei, bei Continental und später bei Firma Heinemann.

Gern gingen sie ihrer gemeinsamen Leidenschaft nach: Radfahren, Wandern und Reisen. Sie bewegten sich gern an der frischen Luft und fuhren zweimal im Jahr in Urlaub: „Im Juni ging es an die Nordsee zum Radfahren, im September in die Berge zum Bergwandern“, sagt Heinz Ney, der immer noch den Rasen mäht und den Wein in seinem Garten pflegt. Seine Frau ergänzt: „Wir haben viel gearbeitet, unser Leben aber auch genossen. Und wir waren immer gern in Gesellschaft“.

Tipps für eine glückliche Ehe

Gern in Gesellschaft sind sie auch mit 90 Jahren noch: Jeden Nachmittag fährt Heinz Ney mit seiner Frau auf ein Tässchen Kaffee mit Bekannten und Freunden in die Stadt. „So lange mein Mann noch so gut Auto fahren kann, werden wir das auch beibehalten. Wir sind sehr dankbar für jeden Tag, den wir gemeinsam erleben dürfen. Dabei schauen wir nur auf diesen und den nächsten Tag – was danach kommt, werden wir sehen“, verrät Hannelore Ney ein wirksames Rezept fürs Wohlergehen.

Und wie steht es mit einem Rezept für eine lange, glückliche Ehe? „Treue ist sehr wichtig – und Zufriedenheit“, betonen beide: „Und wir sind nie schlafen gegangen, ohne uns zuvor zu versöhnen, wenn wir doch mal Differenzen hatten. Gehen Sie nie schlafen ohne einen Gute-Nacht-Kuss!“

Ihren Ehrentag feiern Hannelore und Heinz Ney heute in kleinem Rahmen. Die Heimatzeitung schließt sich den Gratulanten mit herzlichen Wünschen an.  (md)

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