Korbacher Bauausschuss: Beschleunigte Bauleitplanung für Conti-Logistikhalle

Im Eiltempo zum Gewerbegebiet

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Das Gewerbegebiet Raiffeisenstraße im Nordwesten der Stadt soll hier, an der Einmündung der Straße Am Ziegelgrund, über einen Kreisverkehr an die Bundesstraße angebunden werden.

Korbach - Bei der Erschließung des Gewerbegebiets Raiffeisenstraße drückt die Stadt aufs Tempo. Bis zum Jahresende will Continental dort eine neue, rund 40.000 Quadratmeter große Halle fertiggestellt haben.

Entsprechend zügig soll die notwendige Bauleitplanung abgeschlossen werden. Zu diesem Prozedere, das bereits als vereinfachtes Verfahren durchgeführt wird, gehört es, die Pläne öffentlich auszulegen. Die vierwöchige Auslegungsfrist begann am 19. April und endet am heutigen Donnerstag.

Ringstraße fällt weg

Üblicherweise befassen sich die Stadtverordneten dann erst nach Fristablauf in den Ausschüssen und in der folgenden Parlamentssitzung mit den Stellungnahmen der von der Planung berührten Behörden und öffentlichen Einrichtungen. An dieser Praxis festzuhalten würde in diesem Fall dazu führen, dass die Pläne erst in der Stadtverordnetensitzung am 10. Juli endgültig beschlossen werden könnten. Für das Vorhaben des größten Korbacher Arbeitgebers, die Zweiradlogistikhalle in das Gewerbegebiet Raiffeisenstraße zu verlegen und die dadurch im Elfringhäuser Weg freiwerdenden Gebäude für Anlagen des neuen Technologie-Zentrums zu nutzen, hätte dies jedoch eine kostspielige Verzögerung bedeutet. Denn ein gültiger Bauleitplan ist die Voraussetzung für eine Baugenehmigung. Zwar gebe es dafür eine Befreiungsklausel. Doch ein solches Verfahren koste ebenfalls Zeit und „horrende Summen“, erklärte Bauamtsleiter Stefan Bublak im Ausschuss für Bauen und Umwelt, der am Dienstag, zwei Tage vor Ende der Auslegungsfrist, tagte.

„Es geht lediglich um den Wegfall der Ringstraße“, wies Bürgermeister Klaus Friedrich auf die aus seiner Sicht nur geringfügigen Änderungen im ausgelegten Bebauungsplan hin. Davon betroffen ist allerdings Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Denn unter den Fahrbahnen werden in der Regel die EWF-Leitungstrassen eingebaut. Folglich bittet das Unternehmen nun darum, ein zusätzliches Leitungsrecht einzutragen. Sollten bis zum Fristablauf am 22. Mai noch weitere Einwände folgen, würden diese bis zur Stadtverordnetensitzung nachgereicht, versicherte Friedrich. „Es geht schneller als geplant bei der Conti“, berichtete er. Werksleiter Lothar Salokat habe deshalb um einen schnellstmöglichen Verfahrensablauf gebeten. Die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Umwelt hatten nichts dagegen und folgten dem Vorschlag einstimmig.

Ampel oder Kreisel

Angeregter erörterten sie hingegen die Frage, ob ein Kreisverkehr die beste Möglichkeit darstelle, das Gewerbegebiet an die Umgehungsstraße anzubinden. Zuletzt hatten die Grünen sich gegen einen Kreisel ausgesprochen und angeregt, an der Kreuzung in Höhe des Gartencenters Meckelburg (Am Ziegelgrund) stattdessen kostengünstige Abbiegespuren zu bauen. Auf einer Bundesstraße eine Kreuzung einzurichten, bei der vier Straßen ohne weitere Verkehrsregelung auf einer Ebene aufeinandertreffen, sei jedoch nicht zulässig, betonte Bauamtsleiter Bublak. Hinzu komme, dass der Kreisel und der damit verbundene Eingriff in die Bundesstraße bereits genehmigt seien. Das Verfahren nun nochmals aufzurollen würde eine lange Verzögerung mit sich bringen. Und ein Kostenvergleich zwischen Ampelanlage (800.000 Euro) und Kreisverkehr (610.000 Euro) fiele überdies eindeutig aus.

Anders als erhofft, werde es für den Kreisel aber keine Fördermittel vom Land geben. Die Stadt hatte ursprünglich mit einer Förderung von 50 Prozent gerechnet – allerdings nicht für das komplette Bauvorhaben, sondern nur für die „Radverkehrsinfrastruktur“, die unter anderem einen gepflasterten Radweg ins Gewerbegebiet vorsah. Ohne diesen, nur mit einer nötigen Überquerung des Kreisels für Radler, und einem abgespeckten Kanal- und Entwässerungsbau würden Einsparungen erreicht, die den Zuschussverlust wettmachten, erläuterte Bublak. Das Ergebnis der Methode: „Wir haben einfach das noch mal durchgerechnet“, verblüffte er den ein oder anderen Parlamentarier: Statt 3,45 Millionen Euro werde nun mit 2,7 Millionen Euro Gesamtkosten kalkuliert. (tk)

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