Umfangreiche Sammlung fürs Museum und das Zechenhaus

Ein Goldschatz für Korbach: Familie übergibt Dr. Jens Kulicks Nachlass an Stadt

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Walter Hellwig, Wolfgang Behle, Bürgermeister Klaus Friedrich, Holger Kulick, Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen und Gerald Berberich mit dem Präparat einer Goldstufe.

Er war der Entdecker der Korbacher Spalte und der Burgruine Eisenberg und hat den Goldbergbau erforscht: Stadt Korbach und der Verein "Historischer Goldbergbau Eisenberg" haben den Nachlass von Dr. Jens Kulick erworben.

Korbach – Das wahrscheinlich längste Goldstück Deutschlands ist der Hingucker der umfangreichen Sammlung: Die schwere Goldstufe – ein Stück Erz aus dem Eisenberg bei Goldhausen – hat Dr. Jens Kulick sorgfältig präpariert und hinter Glas gesichert. Stadt Korbach und der Verein „Historischer Goldbergbau Eisenberg“ haben gemeinsam den wissenschaftlichen Nachlass des vor 24 Jahren verstorbenen Landesgeologen und Heimatforschers erworben.

Kulicks Arbeit ist ein wahrer Goldschatz für Korbach: Er legte den Grundstein für die Forschungen in der Korbacher Spalte. Die Fossilienfundstätte ist das bedeutendste paläontologische Bodendenkmal in Hessen und zusammen mit dem Geofoyer Kalkturm einer der touristischen Schwerpunkte in der Stadt. Auch das Besucherbergwerk in Goldhausen wäre ohne Kulicks wissenschaftliche Arbeit nicht denkbar.

Der Landesgeologe und Heimatforscher Dr. Jens Kulick.

Der Geologe erspähte in den 1960er-Jahren die Fossilien in der „Korbacher Spalte“, setzte sich über Jahrzehnte für die Fundstelle ein – und ging in den 70er-Jahren ans Werk, um die Goldhäuser Burgruine freizulegen und den Goldbergbau zu erforschen. Kurz vor seinem Tod 1996 sorgte Kulick dafür, dass die Goldlagerstätte als mittelalterliches und frühneuzeitliches Industriedenkmal unter Schutz gestellt wurde.

Kulicks Erbe besteht aus zahlreichen geologischen Präparaten, Fossilien, archäologischen Funden, einer umfangreichen Bibliothek mit rund 900 Fachbüchern, Dokumentationen, Archivmaterial sowie rund 3000 Fotos und Dias. Auch der aus altem Goldhäuser Grubenholz gefertigte Arbeitstisch Kulicks zählt zu den Exponaten. „Die Sammlung umfasst alle drei Felder, die Kulick in Korbach bearbeitet hat: Der Goldbergbau, die Burgruine auf dem Eisenberg und die Korbacher Spalte“, sagte Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen.

Bislang befand sich der Nachlass im Besitz der Familie. Holger Kulick (Berlin), Sohn des 1996 verstorbenen Geologen, übergab das umfangreiche Konvolut an Stadt und den Verein „Historischer Goldbergbau Eisenberg“. Ein Teil der Sammlung soll im Zechenhaus in Goldhausen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, ein Teil im Korbacher Museum.

Er übergebe die Arbeit seines Vaters in gute Hände, sagte Holger Kulick. „Ab jetzt gibt es wieder einen festen Anlaufpunkt für das Thema Gold und die Goldforschung in Korbach.“

„Der Goldbergbau und die Fossilienfundstätte in der Korbacher Spalte sind bedeutende Alleinstellungsmerkmale unserer Stadt“, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich bei der Übergabe der Sammlung am Dienstag. Finanziert wurde der Kauf des Nachlasses aus dem Haushalt der Stadt, mit Geldern der städtischen Stiftungen und des Bergbau-Vereins.

„Wir sind stolz darauf, dass wir alles in einem Bündel in Korbach haben“, sagte Wolfgang Behle, Vorsitzender des Goldhäuser Vereins. Die Sammlung sei auch für den Tourismus interessant. „Im letzen Jahr hatten wir 2600 Besucher“, unterstrich Behle die Bedeutung des Besucherbergwerks und der Ausstellung im Zechenhaus.

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