Abschied vom Pfarrerehepaar Barbara und Reinhard Grenz

„Ein großer Verlust für unsere Orte“

Eppe - Rund 350 Gäste und ein mehr als zweistündiges Programm: Die Abschiedsfeier in der Aartalhalle hat noch einmal gezeigt, welchen Stellenwert das Pfarrerehepaar Grenz in der Kirchengemeinde hat.

Die Kinder des Kindergottesdienstes, die Aartalstimmen, der Männergesangverein Concordia Eppe, der Chor „Laudatio“ und die Teilnehmer des Hillershäuser Singspiels in ihren Kostümen: Sie alle wollten am Sonntagnachmittag dem Pfarrerehepaar Barbara und Reinhard Grenz Danke sagen. „Danke für 21 Jahre Arbeit in der Kirche und Danke für eure Freundschaft.“ So drückte es Eppes Ortsvorsteher Jürgen Knierim aus. Weil die halbe Pfarrstelle gestrichen wird, nahmen die beiden Geistlichen am Sonntag Abschied von ihrer Kirchengemeinde. Den Auftakt machten sie selbst mit einer Andacht – und dem Lied, das sie auch vor 21 Jahren in ihrem ersten Gottesdienst spielten: Komm, bau ein Haus. In diesem Lied würde vieles aus den vergangenen Jahren mitklingen, sagte Barbara Grenz. Sie hätten immer ein offenes Pfarrhaus gehabt. Für den Einsatz der zahlreichen Gemeindeglieder um den Erhalt der Pfarrstelle bedankten sich die beiden. Pfarrer Markus Heßler überbrachte die dankenden Worte der Dekanin Eva Brinke-Kriebel. Die Enttäuschung der beiden zeige ihre Liebe für den Dienst in der Gemeinde – und diese könne sie nachvollziehen. Aber vor allem der zweite Teil der Jahreslosung „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“ sei verheißungsvoll. Grußworte kamen auch von Seiten der katholischen Gemeinde, der Grundschule Eppe und des Gesamtverbandes Lichtenfels-Eisenberg. Neben vielen dankenden Worten wurden aber auch kritische Töne angestimmt. Eppes Kirchenältester Helmut Böhmer sieht die Zukunft der Kirchengemeinde nicht unbedingt rosig: „Ich habe den Anschluss an Goddelsheim und an Nieder-Ense erlebt und nie hat es hingehauen.“ Neun Pfarrer habe er in Eppe gehabt, nie sei jemand gezwungen worden zu gehen.Für Unterhaltung sorgten die Kinder des Kindergottesdienstes. Sie führten das Stück „Die vier Lichter des Hirten Simon“ auf und gaben Barbara und Reinhard Grenz sechs Dinge mit auf den Weg: Dankbarkeit, Zuversicht, Mut, Glück, Gesundheit und Zeit. Wie fest verankert die beiden in den Dorfgemeinschaften waren, machten die Gastredner deutlich. Ob Aktivitäten im Frauenchor, bei den Alten Herren im Fußballverein oder der Religionsunterricht an der Grundschule: „Ihr seid ein großer Verlust für unsere Orte“, so Hillershausens Ortsvorsteher Andreas Schulte. Von Tobias Treude

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