Neues Buch von Marion Lilienthal legt erstmals Fokus auf damaligen Alltag

Einblick in mittelalterliches Korbach

Stellen gemeinsam das neue Buch vor: (vorne von links) Karl-Heinz Keudel, Katrin Lange, Dr. Marion Lilienthal, Sabine Syllwasschy und Klaus Friedrich sowie (hinten von links) Jakob Chrobachinsky, Kimberley Simon, Diana Demchenko, Laura Kluß und Cheyenne Jahndel.
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Stellen gemeinsam das neue Buch vor: (vorne von links) Karl-Heinz Keudel, Katrin Lange, Dr. Marion Lilienthal, Sabine Syllwasschy und Klaus Friedrich sowie (hinten von links) Jakob Chrobachinsky, Kimberley Simon, Diana Demchenko, Laura Kluß und Cheyenne Jahndel.

Wie war der Alltag im mittelalterlichen Korbach? Bisher ist darüber wenig bekannt gewesen. Jetzt hat die Historikerin Dr. Marion Lilienthal das Buch „Korbach entdecken – Eine lebendige Stadt in Mittelalter und Neuzeit“ veröffentlicht, das Einblick gibt in das Leben der Korbacher vor Hunderten von Jahren.

Korbach – Dabei hat das Buch mehrere Besonderheiten: Lilienthal hat sich ganz bewusst für kurze Kapitel und eine Sprache entschieden, die jeder versteht, zudem haben mehrere ihrer Schüler Zeichnungen zum Werk beigesteuert. Denn jüngere und ältere Leser sollen sich gleichermaßen für das Buch begeistern können.

Und das ist gelungen, findet Bürgermeister Klaus Friedrich. „Hoch spannend“ sei der Einblick in den Lebensalltag. Es geht um Bildung, Arbeit und das Bettelwesen ebenso wie um Kleidung und das Leben der Kinder sowie Bestattungsrituale. Herausgekommen sei ein Geschichtsbuch, ein Bildungswerk, das viele neue Erkenntnisse biete und in dem man Dinge nachschlagen und Kapitel unabhängig voneinander lesen könne. Und auch als Stadt- und Museumsführerin könne man daraus viele neue Erkenntnisse gewinnen, betont Sabine Syllwasschy von der Bezirksgruppe Korbach des Waldeckischen Geschichtsvereins. Dieser hatte zusammen mit dem Förderverein der Alten Landesschule die Finanzierung des Buchs überhaupt erst ermöglicht.

Zahlreiche Illustrationen der ALS-Zwölftklässler runden die Texte ab – und das auch historisch korrekt, darauf hatte Lehrerin Lilienthal geachtet. Die Schüler hätten viel Freizeit investiert, lobt sie. Und Klaus Friedrich freut sich, dass junge Menschen bei einem solchen Projekt eingebunden wurden.

Die fanden die Arbeit spannend, zum Beispiel die Entwicklung des Rathauses und der Arkaden, sagt Kimberley Simon. Cheyenne Jahndel interessierte sich besonders für das Thema Krankheiten. Dass es im Mittelalter zum Beispiel die Pest gab, habe sie gewusst, sich aber so schwer vorstellen können, dass sie tatsächlich auch in Korbach wütete. Und das ist ein Ziel des Buchs: Es will Geschichte greifbar machen, gerade auch durch den beschriebenen Alltag.

Weil Marion Lilienthal selbst recherchiert und geschrieben, den Satz und das Layout übernommen hat, konnte der Druck der ersten Auflage finanziell gestemmt werden. 300 Bücher sind vergangene Woche erschienen – und schon fast wieder vergriffen, sagt die Autorin. Eine zweite Auflage ist sehr wahrscheinlich.

Dabei verdiene daran niemand Geld, sagt Lilienthal. Sollte am Ende etwas übrig bleiben, wird das sogleich in neue Buchprojekte investiert. Schon jetzt ist klar: „Korbach entdecken“ soll eine neue Buchreihe werden, zwei Folgebände sind schon in Planung. Eines wird sich mit der Geschichte Korbachs nach 1945 beschäftigen, ein weiteres mit Korbach in der Kaiserzeit. Auch dafür werden die Schüler wieder Zeichnungen beisteuern.

Das Buch „Korbach entdecken – Eine lebendige Stadt in Mittelalter und Neuzeit“ ist für 19,80 Euro erhältlich in der Korbacher Tourist-Info, im Museum, dem Stadtarchiv, an der Alten Landesschule und im Buchhandel.

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