Tag der offenen Tür an den Beruflichen Schulen · Schulleiter: „Gebäudesanierung endlich in Gang bringen"

Einblicke in breites Bildungsangebot

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Datenverarbeitungstechnik ist ein Schwerpunkt im Beruflichen Gymnasium. Am Robotics-Stand ließen sich Schulamtsdirektorin Doris Braun-Grimmelbein, Schulleiter Werner Schmal und Landrat Dr. Reinhard Kubat von Lehrer Arno Leithäuser (r.) und Schüler Dominik Bachmann das Steuerungsprinzip der kleinen Mobile erklären.

Korbach - 2628 Schüler, 140 Lehrer, drei Standorte: Die Beruflichen Schulen Korbach-Bad Arolsen gehören zu den größten Bildungsstätten ihrer Art in Hessen. Beim Tag der offenen Tür präsentierten am Freitag Kurse und Klassen aller Schulformen ein abwechslungsreiches Programm.

Über insgesamt 50 Berufsbilder erstreckt sich das Bildungsangebot der Beruflichen Schulen. In allen Teilen des weitläufigen Gebäudes an der Kasseler Straße gab es gestern Aktions- und Informationsstände, Experimente oder Vorführungen. In den Metall-, Elektro- und Holzwerkstätten gewährten Anlagenmechaniker, Elektroniker und Tischler Einblicke in den praktischen Unterricht. Im Friseursalon herrschte Hochbetrieb. Auch der Andrang im Airbrush-Tattoo-Studio war groß. Viele Besucher wollten ein dekoratives, aber abwaschbares Souvenir auf dem Unterarm mitnehmen.

Sanierung überfällig

Alle Hände voll zu tun hatten auch die Schüler an den Ständen mit Back- oder Wurstwaren. In der Lehrküche wurden Kartoffelspezialitäten kredenzt. Tipps zur nachhaltigen Textilpflege erhielten Interessierte im Nähraum. Außerdem präsentierten Berufsfachschüler der Zweige Medizin und Sozialwesen sowie kaufmännische Auszubildende ihre Projekte.

„Schülerrückgang Fehlanzeige“, vermeldete Schulleiter Werner Schmal zur offiziellen Eröffnung der Veranstaltung im Lehrerzimmer. Mit 2628 Schülern sei die Zahl der in Voll- oder Teilzeit unterrichteten Jugendlichen auf dem gleichen Stand wie vor einem Jahr. Eine umfangreiche Gebäudesanierung an allen drei Standorten (Kasseler und Klosterstraße in Korbach, Große Allee in Bad Arolsen) sei überfällig, betonte Schmal mit Blick auf das kommende Jahr. Die anwesenden Abgeordneten und Verwaltungsmitarbeiter des Landkreises bat er darum, die Umbauarbeiten endlich in Gang zu bringen, „damit die Beruflichen Schulen weiter zu den Top-Schulen in Hessen“ gezählt werden könnten.

Vorbehaltlich der Ergebnisse der Etatberatungen werde die Planung für die Generalsanierung 2014 beginnen, sagte Kreistagsvorsitzende Iris Ruhwedel in ihrem Grußwort. „Die Beruflichen Schulen sind jetzt mal dran“, unterstrich Armin Schwarz, wie notwendig eine Sanierung an allen drei Standorten sei. Der CDU-Landtags- und Kreistagsabgeordnete unterrichtete bis 2011 an den Beruflichen Schulen.

Schmals Blick zurück richtete sich insbesondere auf die Entwicklung des Beruflichen Gymnasiums, das vor zehn Jahren eingerichtet wurde. Dieses Bildungsprojekt habe sich als „großer Erfolg für uns, die Region und vor allem die Schüler erwiesen, die hier ihr Abitur erreicht haben“, sagte der Schulleiter.

Anfang mit 46 Schülern

Leitende Schulamtsdirektorin Doris Braun-Grimmelbein erinnerte in ihrem Grußwort an die „nicht ganz einfachen“ Anfangsjahre dieser Schulform. Der erste Jahrgang umfasste 46 Abiturienten. Mittlerweile streben 330 Schüler ihre Hochschulreife mit den Schwerpunkten Wirtschaft, Technik und Gesundheit an.

Kilian Stremme, ein Berufsgymnasiast der ersten Stunde, schilderte seinen Werdegang. Nach dem Realschulabschluss und einem Praktikum bei der Sparkasse habe er den neueingerichteten Weg zum Abitur genutzt. Inzwischen arbeite er als Firmenkundenberater und studiere nebenberuflich.

Weitere Grußworte sprachen Korbachs Erste Stadträtin Gudrun Limperg und der Vorsitzende der Schülervertretung, Cornelius Decker. Musikalische Beiträge kamen von Stefanie Lorenz, Clara-Marie Liedtke und Arline Träbing mit Unterstützung der Lehrer Falk Mitscher und Pietro Messana.

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