Polizei informiert in Korbach über Schutz vor Wohnungseinbrüchen

Einbrechern die Zeit rauben

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Ein Zusatzschloss mit Sperrbügel an der Eingangstür schützt vor ungebetenen Gästen, rät Hauptkommissar Horst Reuter.

Korbach - Für Kriminelle zählt jede Sekunde: Ist das Fenster, die Terrassen- oder Wohnungstür nach drei Minuten nicht aufgebrochen, ergreift der Ganove in aller Regel die Flucht. Einbruchsschutz ist also vor allem eine Frage der Zeit.

Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden bedeutet für viele Menschen einen großen Schock. Dabei machen den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder auch schwerwiegende psychische Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, häufig mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden. „Etwa 20 Prozent der Opfer von Einbrüchen ziehen innerhalb der nächsten Monate aus der Wohnung aus“, erklärt Volker König von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Waldeck-Frankenberg. Gemeinsam mit seinen Kollegen Susanne Gottmann und Horst Reuter vom Polizeipräsidium Nordhessen informierte der Hauptkommissar gestern zahlreiche Passanten am Informationsstand in der Fußgängerzone. Am Berndorfer-Tor-Platz parkte das Präventionsmobil, ein in den Polizeifarben Blau und Silber gehaltener Wohnwagen.

Davor zeigten die Beamten, worauf es bei einbruchssicheren Fensterrahmen, Beschlägen und Verglasungen ankommt. Denn meist werden Fenster vom Einbrecher mit einfachem Werkzeug aufgehebelt. Leicht erreichbare Fenster-, Terrassen- und Balkontüren sind dabei besonders gefährdet. In 80 Prozent der Fälle sind sie das Ziel der ungebetenen Gäste, berichtet König weiter.

Übliche Fensterkonstruktionen bieten keinen Schutz vor Einbrechern. Allerdings kann der Einbruchschutz von Fenstern auch im Nachhinein immer noch deutlich verbessert werden. Wichtig dabei ist eine fachgerechte Montage. In Frage kommen aufschraubbare Nachrüstsicherungen wie etwa Zusatzkasten- oder Fensterstangenschlösser und Bändersicherungen. Abschließbare Fenstergriffe alleine reichen nicht aus, weil sie keinen Schutz gegen das Aufhebeln der Fensterflügel bieten. Schutzwirkung entfalten sie nur in Verbindung mit einem einbruchhemmenden Fensterbeschlag.

„Mechanik geht vor Elektronik“, heißt laut König die Devise. Denn eine Alarmanlage löse naturgemäß erst dann aus, wenn der Täter bereits ins Haus gelangt sei. Deshalb sei der vorbeugende, zeitraubende Effekt von Einbruchsschutztechnik wesentlich wirkungsvoller.

Wer genau wissen will, welche Möglichkeiten es gibt, die eigenen vier Wände vor Einbrechern zu schützen, sollte mit Volker König von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle ein Termin vereinbaren, Tel. 05631/971160. (tk)

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