Konzert der Maxim Kowalew Don Kosaken in der Nikolaikirche begeistert

Eindrucksvolle Gesänge

Von geistlichen Liedern bis zu russischer Volksmusik reichte das große Repertoire der Maxim Kowalew Don Kosaken bei ihrem Konzert in der Korbacher Nikolaikirche. Foto: Hennig

Korbach - Mächtige Stimmen von makelloser Reinheit: Die vokale Qualität zeichnet die Maxim Kowalew Don Kosaken vor ähnlichen Ensembles aus. Mit sakralen Gesängen sowie schwer- und übermütigen Volksliedern bezauberte das Septett die Zuhörer in der Nikolaikirche.

Mit ihren dunklen Uniformen und den Lederriemen boten die Sänger zunächst ein ungewohnt kriegerisches Bild, doch mit den ersten Tönen mittelalterlichen russisch-orthodoxen Kirchengesangs „Skinie“ strömten die Sänger gleich himmlische Ruhe aus.

„Wie ist unser Gott?“, fragte Nikolai Bykow als einsamer Vorsänger und bekam die vollstimmigen Antworten von seinen sechs Kollegen, die mit jeder Frage länger und vielschichtiger ausfielen. Mit den lang gehaltenen Schlusstönen des Vaterunsers klang der erste geistliche Block aus.

Beim georgischen Volkslied „Suliko“ mit seiner weit ausschwingenden Melodie zogen die Kosaken sämtliche Register ihrer phänomenalen stimmlichen Qualitäten. Über einem eindrucksvollen Ostinato intonierte der Basso-profondo Juri Yakushev das Klosterlied, dessen pastoral-festliches Finale auf dem tiefsten Ton ausklang. In herrlichstem lyrischen Tenor besang Aleksandr Shuarev anschließend die Abendglocken. Dabei hob sich sein sanfter Diskant herrlich gegen die Glockenausschläge des Ensembles ab, das mit dem abschließenden langen Bumm den letzten Glockenschlag nachbildete.

Ohne die Begleitung mit den quirligen Läufen von Johann Sebastian Bach auf dem Klavier erscheint das „Ave Maria“ kaum vorstellbar, doch im Verlauf ihrer A-cappella-Version übertrugen die Maxim Kowalew Don Kosaken das ständige Steigerungsmoment in ihren Vokalpart und bewältigten auch mit Bravour die dynamischen Anforderungen bis zum Spannungsgipfel.

Instrumentale Aufgaben übernahmen sechs Kosaken beim ausführlichen Nachspiel zu „Ich bete an die Macht der Liebe“ mit Aleksandr Shuarev als Solist. Mehr Versenkung war erst einmal nicht möglich, deshalb setzte das feucht-fröhlich vorwärts stürmende Kosakenlied „Ihal Kosak Dunajem“ einen Ausschlag ins andere Extrem, der die Zuhörer zu begeistertem Beifall motivierte.

Die erste Hälfte klang mit „Auf viele Jahre“ aus, allerdings verabschiedeten sich die Maxim Kowalew Don Kosaken nur für eine Viertelstunde, bevor es mit weiteren Favoriten aus der Volksmusik wie „Stenka Rasin“ und dem ganz großen Favoriten „Kalinka“ weiterging. Großer Beifall war am Ende der Lohn für ein sehr beeindruckendes Konzert.Von Armin Hennig

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