„Young Voices“ begeistern mit Schulmusical „Coco Superstar“

Eindrucksvolle Stimmen, versöhnliche Botschaft

Naturwissenschaftler-Rap: Die „Young Voices“ Sophie Kappel, Louisa Panatzis, Susan Schelte und Elin Scriba setzten bei der schulinternen Casting-Show um die Backstage-Karten für „Coco Superstar“ auf supercoolen Sprechgesang.

Lichtenfels - Goddelsheim - Mit dem Musical „Coco Superstar“ boten die „Young Voices“ aus Goddelsheim in der Festhalle eine eindrucksvolle Show zum Thema Wettbewerb und Gemeinschaftssinn.

Dirigentin Claudia Vach hatte ihre jungen Stimmen gut eingestellt und auch bei den Darstellern durchweg glaubwürdige Charaktere im Ensemble. Dabei reichte die Bandbreite vom protzigen Macho-Rapper, der sich als kleiner Bruder von Einstein, Nobel, Becquerel und Curie fühlt, bis zu eher stillen Naturen, die beim Malen eines Bildes ihre Erfüllung finden. Entsprechend vielseitig gerieten auch die musikalischen Charakterstücke beim Wettbewerb um die begehrten Backstagekarten für Coco Superstar.

Popstar Coco kommt in die Stadt, das Konzert ist längst ausverkauft, doch ein Schüler soll den Star Backstage treffen und die Mittelpunktschule repräsentierten. Und natürlich gibt es niemanden, der diese Ehre nicht in Anspruch nehmen würde - angefangen bei den echten Fans.

Casting statt Notenschnitt

Für die Schuldirektorin (Jana Pfefferling) ist die Auswahl eine klare Sache: Der Notenschnitt soll entscheiden. Die Lehrerin (Lea Vach) ist sich da nicht ganz so sicher und als die Schüler entschieden widersprechen, einigen sich alle Beteiligten auf eine interne Casting-Show. Alle können sich entsprechend ihrer Fähigkeiten in verschiedenen Kategorien präsentieren.

Rapper gegen Sprachgenies

Ein willkommener Anlass die eigenen Qualitäten herauszustellen und die anderen ein wenig schlecht zu machen. Das ist die Methode der Naturwissenschaftler (Sophie Kappel, Louisa Panatzis, Susan Schelte, Elin Scriba), die sich mit ihrem Rap als die Oberchecker darstellen. Der angemaßte Allein-Durchblick sorgt für eine unmissverständliche Gegenreaktion der Sprachgenies (Madleen Wenzel, Elena Nobiling, Milena Pollmer, Maya Wilke, Merle Knipp, Laura Kupjetz), die als einzige in der Lage sind, überhaupt mit dem internationalen Star in seiner Muttersprache zu kommunizieren.

Zurück zum Anfang

Nur Künstler können Künstler verstehen, argumentieren die musisch Begabten (Laura Bangert, Celine Grosche, Naomi Hartmann und Johanna Bangert) und treten mit einer Ballade über die Freuden des kreativen Moments an. Die Sportler (Celine Schröder, Anne-Sophie Hegel, Laura Grosche, Alina Pfeifferling) lassen dagegen ihre Muskeln spielen und stellen mit ihrer Pyramide alles in den Schatten.

Die ganz im Schatten der schulischen Leistungsparameter stehenden Außenseiter haben dafür schnell erkannt, dass der Wettbewerb ins Leere läuft, denn jede Gruppe folgt nur ihrem eigenen Interesse: Die Sportler wollen ihre Fitness demonstrieren und vom Star ein paar Tipps, wie ein Tour-Marathon zu überstehen ist. Die Naturwissenschaftler wollen in erster Linie die Technik hinter der Bühne in Funktion sehen. Jemanden, der die ganze Schule würdig repräsentiert, finden Schüler und Lehrer auf diese Weise also nicht. Am Ende des Wettbewerbsmarathons sind alle so weit wie am Anfang.

Hausmeister wendet Blatt

Wer weiß, zu welcher verzweifelten Lösung die Schulleiterin noch gegriffen hätte, wenn nicht Hausmeister Müller ins Spiel gekommen wäre. Dieser hat vom Casting nichts mitbekommen und glaubt, dass die Schüler eine Überraschung zu seinem Geburtstag vorbereiten.

Die Szene, in der dem Hausmeister dämmert, dass er sich ganz umsonst gefreut und seinerseits ein Geschenk für die Schüler vorbereitet hat, gerät zum rührenden Wendepunkt. Der erwartete Beifall zum Geburtstag bleibt zwar aus, am Ende gibt es aber großen Jubel für die ermöglichte Übertragung des Coco-Konzerts in die Aula, wo alle nun gemeinsam feiern.

Lachen und Nachdenken

Den ganz großen Beifall liefern anschließend die Zuschauer in der Goddelsheimer Festhalle, die sich nicht nur über witzige Gruppensongs in den unterschiedlichen Stilrichtungen freuen konnten, sondern auch über nachdenkliche Balladen. Besonders die nachdenkliche Zwischenbilanz der Schulleiterin - „Was wird aus meinen Träumen?“ - geht ganz schön ans Gemüt.

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