Der Nordenbecker Patrick Feijoo findet beim Spaziergang im Wald eine Büchse aus dem Zweiten Weltkrieg

Eine geheimnisvolle Entdeckung

Korbach-Nordenbeck - Fremde Symbole und Gravuren sind auf einem versteinerten Wehrmachtsgeschirr zu erkennen, das Patrick Feijoo im Wald gefunden hat. Dem Rätsel ging der 26-Jährige auf den Grund.

Einen spannenden Fund machte Patrick Feijoo aus Nordenbeck Anfang Februar im Wald zwischen Nordenbeck und Lengefeld: Am Wegesrand entdeckte er eine versteinerte Büchse mit eingeritzten Symbolen und Inschriften, deren Buchstaben dem jungen Mann sehr sonderbar vorkamen. Der geschichtlich Interessierte identifizierte das historische Stück mithilfe des Internets als ein Wehrmachts-geschirr aus dem Zweiten Weltkrieg, das 1941 hergestellt worden war.

Warum die versteinerte Büchse ausgegraben am Wegesrand lag, ist bis heute unklar. „Möglicherweise wurde sie bereits von einem Tier ausgegraben und liegen gelassen oder fiel von einem landwirtschaftlichen Fahrzeug“, rätselt er. Nach tagelangen Internetrecherchen über die fremden Buchstaben, die zu keinen erfolgreichen Erkenntnissen führten, übergab Patrick Feijoo seinen Fund an den Korbacher Prof. Dr. Arno Schmidt, Philosophie-Professor der Philipps-Universität Marburg. Dieser übersetzte die Inschriften mit einigen Kollegen.

Sie entdeckten, dass es sich um Zeilen in serbokroatischer Sprache handelte. Neben dem Namen des Mannes, der etwa Michael Teutulowitch gelautet haben könnte, war auch das Datum 14.07.45 und „in Gedenken aus Triest“ eingraviert. Triest ist eine norditalienische Hafenstadt an der Grenze zu Slowenien. Die Herkunft des Mannes bleibt durch den Widerspruch zwischen Land und Sprache allerdings weiterhin unklar.

„Das Wehrmachtsgeschirr könnte einem Zwangsarbeiter gehört haben“, vermutete Patrick Feijoo. Viele Kriegsgefangene seien in der ländlichen Region zum Arbeiten gezwungen worden. Am 14. Juli 1945, dem eingeritzten Datum auf der Büchse, war der Krieg gerade seit zwei Monaten beendet.

Neben den Wörtern und Daten war außerdem ein großer Stern eingeritzt worden. „Ich könnte mir denken, dass der Stern die Verbundenheit zu der Sowjetunion ausdrücken sollte“, erklärt der 26-Jährige. Doch es gibt noch mehr zu sehen: „Auf der Rückseite kann man ein Herz erkennen, in dessen Mitte er den Namen ‚Fr. Zenke‘ eingeritzt hat“, erzählt der Nordenbecker, „auf der Vorderseite sieht man eine ungewöhnliche Blume, die laut Prof. Dr. Arno Schmidt als ein Symbol der aufsprießenden Liebe gedeutet werden könnte.“

Daraus schlussfolgert Patrick Feijoo, dass der Mann möglicherweise in eine Frau aus der Umgebung verliebt gewesen sein könnte. „Zenke ist ein weit verbreiteter Nachname hier in der Umgebung und Fr. könnte die Abkürzung für Frieda oder Friederike sein.“ Die Familie Feijoo ist von dieser geheimnisvollen Geschichte fasziniert und befragte bereits einige Familien mit dem Namen Zenke nach weiblichen Vorfahren mit den Anfangsbuchstaben Fr. - bislang blieben sie allerdings erfolglos. Die Herkunft der Dose bleibt vorerst ein Rätsel, Patrick Feijoo aber lässt die Geschichte um das alte Stück noch nicht los.

(von Mareike Zech)

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