Willinger Uplandschule entlässt zwölf Abiturientinnen und Abiturienten mit vielen guten Wünschen

Einen wichtigen Meilenstein erreicht

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Die Abiturientinnen und Abiturienten der Willinger Uplandschule, die gestern verabschiedet wurden.

Willingen - Unterricht in fast familiärer Atmosphäre: Zwölf Abiturienten legten in diesem Jahr an der Uplandschule die Reifeprüfung ab. Viele gute Wünsche begleiten sie auf ihrem weiteren Weg.

Die Zahl hat sicher Ausnahmecharakter, daraus machte Schulleiter Norbert Volkwein gestern bei der Entlassungsfeier kein Hehl. Die geringe Jahrgangsbreite bedingte natürlich auch nur ein geringes Kursangebot. „Doch dieses Manko scheint ihr irgendwie kompensiert zu haben“, so der Direktor.

Ein Mikrokosmos

Volkwein hat beobachtet, dass der Abi-Jahrgang 2012 einen Mikrokosmos gebildet hat - einen abgeschirmten Ort, „der euch zwar nicht immer vor der bösen Alltagswelt, sprich Lehrkörper, beschützte“. Der Oberstufenraum erweckte in Volkwein dennoch den Eindruck eines glücklichen Refugiums.

Der Schulleiter ging auf den generellen Rückgang der Schülerzahlen ein, der aus seiner Sicht nicht nur in Waldeck-Frankenberg zu kleineren Oberstufensystemen führen wird, die weniger Wahlmöglichkeiten bieten. Er sieht darin auch die Chance, dass die Schulen neue Gestaltungsräume entdecken und den Oberstufenschülern die notwendigen Handlungskompetenzen vermitteln, um in der Gesellschaft von heute und morgen erfolgreich zu agieren. „Um Initiative und Verantwortungsbewusstsein zu fördern und auf den Prozess des lebenslangen Lernens vorzubereiten, benötigt man keine unendliche Anzahl wählbarer Fächer.“

Impulse geben

Notwendig sind seiner Meinung nach vielmehr ideenreiche, fachlich gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, die Impulse geben, die Bedürfnisse der Jugendlichen kennen und ihnen helfen, ihre Identität nicht nur über das weltweite Internet zu definieren.

Norbert Volkwein wünschte den Abiturienten gesunden Menschenverstand, Fingerspitzengefühl, die nötige Empathie im Umgang mit anderen, das Wissen um eigene Fähigkeiten und intellektuelle Kräfte, aber auch ständige Bereitschaft zur Weiterbildung und Mut, Herausforderungen als Möglichkeit der Selbstverwirklichung zu nutzen.

Kreisbeigeordneter TobiasScherf zog einen Vergleich mit der Fußball-Europameisterschaft. Er betonte, dass die Schüler durch Fleiß und Ausdauer miteinander das Finale geschafft haben. Scherf ermutigte sie, den errungenen Pokal, also das Reifezeugnis, als Ansporn bei der Verfolgung neuer Ziele zu verstehen.

Lebenslanges Lernen

„Jetzt geht es erst richtig los“, meinte Bürgermeister Thomas Trachte, der auf die Bedeutung lebenslangen Lernens verwies. Er riet den jungen Leuten, die Herausforderungen, die auf sie zukommen, freudig anzunehmen und ihre Ziele zu realisieren. Der Verwaltungschef hofft, dass der eine oder andere dem ländlichen Raum erhalten bleibt beziehungsweise nach dem Studium in die Region zurückkommt.

Der Vorsitzende des Schulelternbeirats, Dr. Dirk Bender, wies darauf hin, dass die Abiturienten einen wichtigen Meilenstein auf ihrem Lebensweg erreicht haben. Er riet ihnen, neugierig zu sein auf die Dinge rechts und links ihres zukünftigen Weges, die Freiheit zu nutzen und sich die Welt anzuschauen. „Und dann kommt wieder zurück und bringt Informationen und Bildung mit, um uns zu inspirieren.“

Niemals aufgeben

Schulsprecherin Maike Hafels hofft, dass die Abiturienten an ihre Ideen und an sich selbst glauben, dass sie Schwierigkeiten als Herausforderung betrachten, sich nicht unterkriegen lassen und niemals aufgeben.

Studienrat Gerald Friedrich und Pfarrer Christian Röhling griffen in der humorvollen Festrede und im passenden Outfit das Motto der Abi-Zeitung auf: „13 Jahre Siesta - Jetzt gibt’s Fiesta!“ Es zeigt ihrer Ansicht nach „sowohl Selbstironie als auch ein gewisses Maß an Selbsterkenntnis“. Sie erinnerten an die Konfirmandenzeit, an die Fahrt nach Buchenwald, den Schulausflug nach Rom, das Lagerfeuer im Garten des Pfarrhauses, an schwere Kost im Unterricht, die die Abiturienten tapfer verkraftet haben.

„Eine nette Truppe“

Es wird ihnen in Erinnerung bleiben, dass diese Schüler durchaus begeisterungsfähig waren für die im Unterricht behandelten Themen, aufgeschlossen für andere Kulturen und nicht mit Vorurteilen behaftet; dass sie insgesamt eine nette Truppe waren, mit der die Lehrer viel erlebt haben. Ihr Wunsch: „Macht was aus eurem Leben und geht immer unter Gottes Segen.“

Katharina Kesper und Christine Ladda, die namens der Abiturienten sprachen, verglichen die Schulzeit mit einer Zugfahrt. Sie dankten Zugbegleitern und Sitznachbarn, die dazu beigetragen haben, alle Schwankungen der Reise zu überstehen und das gemeinsame Ziel zu erreichen. „Das Gepäck hat sich vermehrt und es ist wertvoller geworden.“

Die Feier wurde von Gerald Friedrich (Klavier und Gesang), Christian Röhling (Geige), Franziska Müller (Klavier) und Anika Trachte (Gesang) musikalisch ausgestaltet.

Die Abiturienten der Uplandschule

Folgende Abiturienten haben ihre Reifeprüfung an der Uplandschule bestanden: Julia Emde, Schwalefeld; Julian Feldmann, Willingen; Franziska Grebe, Rattlar; Katharina Kesper, Willingen; Christine Ladda, Usseln; Steffi Meier, Usseln; Jil Nackas, Willingen; Julian Potthoff, Usseln; Marie Schäfer, Rattlar; John Tenbusch, Willingen; Laura Wilke, Willingen; Timo Wilke, Eimelrod. Herzlichen Glückwunsch! (bk)

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