Volker Ashauer übernimmt Leitung der beiden Bauämter in Vöhl und Lichtenfels

Einer mit Erfahrung und Gespür

Vöhl/Lichtenfels. - Fast gleichzeitig nahmen die Bauamtsleiter in Vöhl und Lichtenfels ihren Hut. Die Kommunen nutzten die Gunst der Stunde und beschlossen, enger zusammenzuarbeiten. Seit 1. Januar teilen sie sich einen Bauamtsleiter: Volker Ashauer aus Schwalefeld.

Viele Baustellen hat er in seiner Laufbahn schon gesehen, viele Pläne geschmiedet und viele Konzepte umgesetzt: Seit Januar hat Volker Ashauer (47) eine neue Aufgabe. Angestellt ist er bei der Gemeinde Vöhl als Bauamtsleiter. Ralf Langendorf nahm im vergangenen Jahr seinen Hut. Weil aber auch Adolf Scheuermann in Lichtenfels die Segel strich, kamen die Bürgermeister Matthias Stappert und Uwe Steuber ins Gespräch. Das Ergebnis: Die Lichtenfelser stellten keinen eigenen Bauamtsleiter ein, sondern nutzen die Kompetenz des Vöhler Mitarbeiters und zahlen dafür an die Nachbargemeinde.

Obwohl Volker Ashauer die Herausforderungen dieses Konzepts bereits kennengelernt hat, unterstützt er es: „Es entspricht auch meiner Philosophie, so effektiv wie möglich zu arbeiten“, erklärt der 47-Jährige, „und deswegen halte ich die interkommunale Zusammenarbeit in Zeiten leerer Kassen für ein gutes Konzept.“ Die Privatisierung der hoheitlichen Aufgaben sei für die Kommunen keine Alternative, ist er sich sicher. Stattdessen müssten sie selbst wirtschaftlicher denken. Und so will er auch in den beiden Gemeinden Abläufe anpassen, wo es möglich ist, dabei allerdings äußerst behutsam vorgehen. Es ist ein Pilotprojekt der beiden Kommunen und es soll nach einer Anlaufzeit überprüft und wenn nötig nachgebessert werden. Volker Ashauer ist optimistisch - nicht zuletzt dank eines starken Teams.

Mit ihm will er das Leben in Vöhl und Lichtenfels mitgestalten (siehe Kasten). Erfahrung hat er reichlich. Als er allerdings nach der neunten Klasse die Hauptschule abschloss, ahnte er von seiner beruflichen Karriere in Ingenieurbüros und Bauämtern noch nichts. „Ich kam aus einer Handwerkerfamilie und machte eine Ausbildung beim Schreiner“, erzählt er. Dann packte ihn die Lust am Lernen: Volker Ashauer erarbeitete sich die mittlere Reife an der Abendschule, besuchte die Fachoberschule, setzte sich auf den Hosenboden und schloss sein Studium im Bauingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Wasserwirtschaft erfolgreich ab.

1994 begann er im Ingenieurbüro Gröticke in Berndorf, wechselte dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Uni Kassel, bevor er im Staatsbauamt in Bad Arolsen anfing. Vor fünf Jahren wechselte er zur Energiegesellschaft Frankenberg (EGF). Als Volker Ashauer im vergangenen Jahr die Stellenanzeige aus Vöhl entdeckte, bewarb er sich.

„Ein roter Faden in meiner Ausbildung war der Umweltschutz“, erzählt Volker Ashauer. Die Arbeit im Bauamt und die Mitgliedschaft im Naturschutzbund seien keine Widersprüche, die Lehre habe sich der Notwendigkeit des Naturschutzes längst angepasst. Mit Augenmaß wolle er diese Themen angehen und mit einem Blick für die Bedürfnisse von Mensch und Natur. „Wenn es Konflikte gibt, möchte ich sie sehen, angehen und gemeinsam mit den Menschen lösen“, sagt er. Zuhören wolle er, bevor er sich schnell eine falsche Meinung bilde. Kooperativ und geradlinig will er sein.

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