Schmittlotheim

„Es gab einfach so viel zu entdecken“

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- Vöhl-Schmittlotheim (resa). „Nur wer seine Heimat kennt, kann sie lieben“, ist Walter Zarges aus Schmittlotheim sicher. Und deswegen engagiert er sich seit rund 70 Jahren in Politik, Vereinen und Heimatforschung. Dafür wurde ihm gestern der Hessische Verdienstorden am Bande verliehen.

Ein Spaziergang mit Walter Zarges ist ein Erlebnis, das wissen seine Töchter Waltraud und Heidrun am besten. Denn dann werden Heimatgeschichte und die Welt der Blumen und Bäume lebendig. Hinter jeder Ecke versteckt sich eine Geschichte, an jedem Wegesrand entdeckt er ein Pflänzchen. Das ist seine Welt, das war sie immer. Unzählige Stunden verbrachte er in Archiven und über alten Dokumenten, sammelte, stellte zusammen und schrieb Bücher darüber.

„Für viele Generationen nach uns, hat Walter Zarges damit die Geschichte seiner Heimat festgehalten“, lobte gestern Nachmittag Eva Kühne-Hörmann, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. Sie überreichte dem 82-Jährigen in Schmittlotheim den Hessischen Verdienstorden am Bande. Es sei vor allem die Heimatforschung gewesen, der sich der Landwirt so engagiert gewidmet habe. 1993 gründete er den Geschichtsverein Itter-Hessenstein mit, schrieb mit Hand Schmittlotheimer Familiengeschichten in zwei Bänden und veröffentlichte Bücher zum Lengeltal, dem Hochgewälde am Edersee und dem Leben an Eder und Lorfe.

Unzählige Aufsätze für heimische Publikationen hat er beigesteuert, eine Hymne für den Landkreis geschrieben. „Seine Arbeiten haben immer vor allem dadurch beeindruckt, dass er wissenschaftliche Erkenntnisse und eigene Erfahrungsberichte mit einander verknüpft hat“, lobte Karl-Hermann Völker vom Frankenberger Geschichtsverein. Zur Verleihung des Verdienstordens waren aber nicht nur die Kollegen der Geschichtsvereine gekommen, sondern auch viele Freunde aus anderen Vereinen und politischen Gremien, die Gitarrengruppe Orketal spielte.

Über 29 Jahre lang hatte Walter Zarges im Ort Spuren erste als Gemeindevertreter dann als Ortsvorsteher hinterlassen. Er hatte sich 34 Jahre als Ortsgerichtsvorsteher engagiert, ist seit 70 Jahren Mitglied im Männergesangverein, seit 55 Jahren bei der Feuerwehr, seit 58 Jahren im Schützenverein und seit 64 Jahren im „Imkerverein Herzhausen und Umgebung“. 35 Jahre lang engagierte er sich außerdem ehrenamtlich als Wetterbeobachter für den deutschen Wetterdienst.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Samstag, 8. Januar.

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