„Weg zur Normalität“

Einkaufen mit Attest und Impfpass: Korbacher Einzelhändler ziehen positive Bilanz

Einkaufen ist für Getestete, Geimpfte und Genesene möglich: Ingrid Kleine vom Schuhhaus Kleine in der Korbacher Fußgängerzone kontrolliert die Bescheinigung der Kunden.
+
Einkaufen ist für Getestete, Geimpfte und Genesene möglich: Ingrid Kleine vom Schuhhaus Kleine in der Korbacher Fußgängerzone kontrolliert die Bescheinigung der Kunden.

Händler müssen derzeit an der Ladentür viele Papiere kontrollieren: Einkaufen ist für Getestete, Geimpfte und Genesene möglich, wenn sie einen Nachweis mitbringen. Trotz hohem Aufwand ziehen die Korbacher Kaufleute eine positive Bilanz: Die Fußgängerzone ist wieder voller, die Umsätze ziehen langsam an.

Korbach – Die Bundesnotbremse erlaubt es dem Einzelhandel, Kunden in ihre Läden zu lassen – wenn sie ein negatives Testergebnis, eine Impfbescheinigung oder eine Bestätigung über eine überwundene Covid-Infektion mitbringen. Die Zahl der Kunden, die das in Anspruch nehmen, steigt.

„Anfangs war es sehr ruhig, mittlerweile werden die Möglichkeiten von den Kunden angenommen“, sagt Harald Henkel vom „Ideenfachgeschäft Henkel“ in der Professor-Bier-Straße. Tests überwiegen, doch viele würden auch einen Impfausweis mitbringen. „Es haben schon mehr Menschen die zweite Impfung als man denkt“, sagt Henkel. Einige Kunden hätten auch ein Attest des Hausarztes vorgelegt, das bescheinigt, dass sie mindestens seit 28 Tagen von Covid-19 genesen sind. Henkel geht außerdem davon aus, dass angesichts sinkender Inzidenzwerte spätestens in einem Monat weitere Lockerungen möglich sind: „Ich bin recht optimistisch.“

„Es funktioniert gut, die Leute haben Verständnis“, sagt Goldschmied Martin Ochs, der in der Stechbahn seinen Laden hat. Vom qualifizierten Test über dem Impfausweis bis hin zum Attest – die Kunden wüssten, dass sie einen Nachweis vorlegen müssten.

Ochs bietet zudem an, unter seiner Aufsicht einen sogenannten „anlassbezogenen Schnelltest“ durchzuführen: Kunden können bei ihm einen Schnelltest erwerben und sich vor Ort selbst testen. Das Ergebnis ist nur für diesen einen einmaligen Einkauf im Laden gültig, wie der Hessische Handelsverband informiert. In jedem weiteren Geschäft oder beim nächsten Termineinkauf muss ein neuer Test durchgeführt werden. Auch wenn die Kundenfrequenz nicht so hoch ist wie vor dem Lockdown, zeigt sich der Goldschmied zufrieden: „Es ist alles auf einem normaler werdenden Weg.“

Anfangs seien die fehlenden Testkapazitäten ein Problem gewesen, sagt Silke Kleine vom Schuhhaus Kleine in der Bahnhofstraße. Das habe sich mittlerweile geändert. „Jetzt sind auch Tests hier in der Fußgängerzone im Reisebüro am Hanseplatz möglich. Das Testzentrum wird gut angenommen“, sagt Kleine. Trotzdem hätten noch einige Kunden Vorbehalte, sich für einen Einkauf testen zu lassen und würden derzeit grundsätzlich den Einzelhandel meiden. Sie hoffe, dass die Akzeptanz steige und „dass die Inzidenzzahlen weiter nach unten gehen. Denn wir brauchen alle dringend weitere Lockerungen.“

Die Korbacher Fußgängerzone, die sich noch im April fast menschenleer zeigte, belebt sich derweil zusehends. Vor den Ladentüren bilden sich zeitweise Schlangen mit Kunden, die auf den Einlass warten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare