Bälle im „Golfpark“ rollen · Gemeinde spielerisch erkunden

Einlochen am Diemelsee

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Liebt Holzarbeiten: Manfred Welskop baute die Modelle der Flechtdorfer Klosterkirche und des Adorfer Wasserrads.

Diemelsee - Heringhausen - Schläger, Ball und Block in der Hand, den Bleistift hinters Ohr geklemmt und los geht es für Bürgermeister Volker Becker in den „Golfpark Diemelsee“. Er gehört gestern zu den zahlreichen Gästen, die auf dem Abenteuergolfplatz in Heringhausen die ersten Bälle einlochen.

„Mit so vielen Leuten hätte ich nicht gerechnet“, freut sich Becker über den großen Andrang am Eröffnungstag und betont zufrieden: „Da haben wir wohl den Geschmack getroffen.“

Wie Recht er hat, zeigt nicht nur die lange Schlange an der Kasse, sondern vor allem die fröhliche Atmosphäre, die sich umgehend unter den Spielern breit macht. Interessiert nehmen sie jede der 13 Kunstrasenbahnen in Augenschein, die allesamt Attraktionen entlang des „Diemelsteigs“ abbilden. „Wir hoffen, dass der ein oder andere animiert wird, diese auch entlang des zertifizierten Weges zu entdecken“, wirbt Becker für den Wandertourismus.

Ob Dommelturm, Staumauer, St. Muffert oder die Felder und Wiesen des Naturparks Diemelsee – sie alle fordern die Golfer von Beginn an, denn allein das am Hang, hoch über dem Diemelsee gelegene Gelände hält durch abfallende und ansteigende Bahnen manche Schwierigkeit bereit. Unterschiedlich langes Kunstgras sowie aus allerlei Naturmaterialien hergestellte Hindernisse machen es den Spielern noch ein wenig schwerer.

„Diemelsteighütte“ lädt ein Fachfirmen, Gemeindearbeiter und Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins Heringhausen haben den Golfpark mit Seeblick in den vergangenen Monaten mit viel Liebe zum Detail und zur heimischen Natur angelegt. „Wir waren 17 positiv Verrückte, die Unglaubliches geleistet haben, um 13 Bahnen mit 14 Löchern und einem tollen Verandahaus für Diemelseer und Gäste zu schaffen“, erläutert Vereinsvorsitzender Norbert Lange und lässt die zweijährige Planungs- und Bauphase des Golfparks kurz Revue passieren.

„Was Eigenleistung und Finanzen betrifft, sind wir an unsere Grenzen gegangen, aber der Golfpark ist uns ans Herz gewachsen“, schweift Langes Blick von der „Diemelsteighütte“ über die hübsche Anlage oberhalb der Seestraße. Sein Dank gilt allen Helfern und Unterstützern.

76 400 Euro Leader-Mittel Ortsvorsteher Stefan Pohlmann („Wir sind alle stolz auf den Golfpark“) und die neue Leiterin der Diemelseer Tourist-Information Meike Breuker („Dieser Abenteuergolfplatz ist einzigartig, weil er den Diemelsteig darstellt“) schließen sich den Dankesworten an. „Ihre Leistung ist unbezahlbar. Allein könnte die Gemeinde den Golfpark nicht finanzieren und unterhalten“, lobt auch Becker den Einsatz der Heringhäuser, dankt allen weiteren Beteiligten und wünscht viel Spaß beim Spiel.

Insgesamt investierten die Diemelseer rund 130 000 Euro, um aus dem maroden Minigolfplatz eine neue Attraktion zu machen, und mit dem Blockhaus einen „Platz zum Verweilen“ und für kleine Feiern zu schaffen. 76 400 Euro flossen als Fördermittel aus dem Leader-Programm. In dieser Saison betreibt der Verein den Platz. Lange: „Ab 2013 wollen wir verpachten.“ Bis Mitte Oktober ist der Golfpark donnerstags und freitags ab 14 Uhr sowie samstags und sonntags ab 11 Uhr bis jeweils 19 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 4,50 Euro, Kinder bis zwölf Jahre 3,50 Euro.

13 Bahnen, 14 Löcher

Die Bahnen im „Golfpark Diemelsee“ bilden 13 „Highlights am Diemelsteig“ ab:

Bahn 1, Dommelturm: Das Modell des Holzturms baute das Team des Korbacher Berufsbildungszentrums.

Bahn 2, Diemelsee: Die Bahn hat die Form des Sees. Vom Diemelarm aus muss der Ball im Itterarm eingelocht werden.

Bahn 3, St. Muffert: Die ansteigende, kurvige Bahn symbolisiert den Aufstieg auf den Heringhäuser Hausberg.

Bahn 4, Adorfer Wasserrad: Holzmodell von Manfred Welskop (Heringhausen).

Bahn 5, Adorfer Martenbergklippe: Adorfer Steine sind zu umspielen.

Bahn 6, Staumauer: Die Bälle müssen über die von Philipp Hiller (Korbach) bemalte Mauer fliegen.

Bahn 7, Felder und Wiesen im Naturpark Diemelsee: großes Grün ohne künstliche Hindernisse, aber mit Hügeln und Tälern.

Bahn 8, Wasserscheide Widdehagen: ansteigende Bahn ohne künstliche Hindernisse.

Bahn 9, Waldlandschaften im Naturpark: großes Grün mit kurvigem Anstieg.

Bahn 10, Kloster Flechtdorf: Das Kirchenmodell von Manfred Welskop – am Kirchenschiff arbeitet er noch – flankiert eine Bahn mit drei Steintunneln.

Bahn 11, Grube Christiane: Lore und Erzgestein stammen aus der Adorfer Grube. Der Ball muss unter der Lore hindurch – ein Symbol für die Welt unter Tage.

Bahn 12, Natur pur an der Diemel: Über Brücke und Bachlauf geht es zur abfallenden Bahn mit Sandbunker.

Bahn 13, Diemelsteig trifft Uplandsteig: Die Spieler können zwischen zwei Wegen / Löchern wählen.(nv)

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