Berufsinformationstag im Korbacher Continental-Werk

Einstieg zwischen Tradition und Fortschritt

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Ob Bohren oder Walzen, die Zusammensetzung von Reifen oder die Elektronik der Produktion: Auszubildende der Conti stellen Besuchern die verschiedenen Arbeiten der Fabrik vor.Fotos: Wilhelm Figge

Korbach - Schüler und künftige Auszubildende haben erkundet, was sie bei der Conti erwartet. Sie entdeckten unterschiedliche Gewerke zwischen Handwerk und moderner Technik.

Die Gruppe, die Samstagmorgen vor der Conti steht, kommt noch nicht so einfach auf das Werksgelände: Nicht die nächste Schicht wartet an Tor eins, sondern es warten junge Menschen, die ihre Zukunft planen. Continental hat zum Berufsinformationstag geladen, bei dem Auszubildende die Lehre beim größten Arbeitgeber der Region vorstellen.

Einige der Besucher werden schon bald täglich die Tore der Conti passieren, sie haben bereits Ausbildungsverträge sicher. „Hier können sie ihre Berufswahl untermauern“, erklärt Dr. Thomas Fölsch, Leiter der Aus- und Weiterbildung. Der Tag biete ihnen auch Gelegenheit, in die anderen Sparten der Conti zu blicken. Andere wägen noch ab, welchen Beruf sie erlernen wollen; manch jüngerer Besucher holt sich schon Anregungen für das Schulpraktikum.

Azubis im ersten Lehrjahr zeigen, was zu erwarten ist: Sie stehen in ihren Blaumännern an Schraubzwingen und üben sich in Handwerksgriffen, im Hintergrund ist das neue Technologiezentrum auf die Wand gemalt, ein großer Monitor zeigt Pläne für pneumatische Anlagen. „Hier sind sowohl Tradiertes als auch moderne Technik zu sehen“, kommentiert Fölsch. Die technischen Anforderungen ihrer Sparte demonstrieren die Elektrotechniker mit ihren Abschlussarbeiten: Anlagen zum Sortieren und Prüfen von Produkten. Davon, dass die Geräte funktionieren, überzeugen sich die Besucher selbst. Auch im Löten versuchen sie sich.

Das traditionelle Bild der Conti zeigt sich in der Werkstatt der Kautschuktechniker. Diese sei ein „Betrieb im Betrieb“, erklärt Fölsch: Sie produziert Manschetten und Dichtungen für die Fabrik sowie kleine Reifen für Modelle. Kautschuk und einzelne Komponenten des fertigen Reifens liegen zum Anfassen aus, an einem Labor-Walzwerk mischen Azubis Rohstoffe zusammen.

Ein Nebeneinander von Alt und Neu gibt es bei den Metalltechnikern. Die Azubis stellen die Maschinen ein, um Werkstücke zu sägen und zu fräsen, die Gäste schauen ihnen interessiert über die Schulter. Nebenher erklären die Azubis, wie die gleiche Arbeit an alten Anlagen funktioniert. Richtiger Werkzeuggeruch von Metall, Öl und Verbrennung hängt bei den Schweißern in der Luft.

Neben den drei technischen Bereichen stehen auch kaufmännische Ausbildung und duale Studiengänge zur Verfügung. Deren Azubis und Studenten stellen den Ablauf vor und laden ein, Eignungstests zu versuchen. Auch die Agentur für Arbeit ist präsent und hilft mit, dass jeder junge Besucher einen passenden Job findet - auch die, welche im Angebot der Conti nicht fündig werden: „Es ist vor allem wichtig, dass man sich nicht auf einen Betrieb versteift“, erklärt Tatjana Filipp-Schultze.

Von Wilhelm Figge

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