Im Netz lokal einkaufen

Einzelhandel in Korbach: Mit Online-Marktplatz gegen Amazon und Co.

Die Korbacher Fußgängerzone: Die Hanse denkt bereits seit längerem über ein Shopping-Portal im Internet nach. Die Stadtverordneten haben jetzt entschieden, das Projekt voranzutreiben.

Korbach. Mit eigenen lokalen Online-Marktplätzen haben sich bundesweit schon etliche Einzelhändler zusammengeschlossen, um den großen Internetkaufhäusern etwas entgegenzusetzen. Die Grünen im Stadtparlament wollen das Modell auch für Korbach.

Der Magistrat möge prüfen, inwieweit er zusammen mit der Korbacher Hanse eine Webplattform zur Förderung des lokalen Einzelhandels etablieren könne, möglicherweise mit einem integrierten lokalen Lieferdienst, heißt es im Antrag der Grünen. „Neben der Verödung von Innenstädten birgt der zunehmende Lieferverkehr Probleme. Aus diesen Gründen setzen wir uns für die Förderung einer Initiative ein, die Vorzüge des Onlinehandels mit regionalen Strukturen verbindet und diese langfristig erhält“, erläutert Daniel May den Antrag seiner Fraktion.

Im Sauerland sind die Ladenbesitzer schon vor drei Jahren diesen Schritt gegangen: Unter dem Motto „Einfach schnell shoppen in der Hansestadt“ haben sich 2015 in Attendorn (Kreis Olpe) zunächst 32 Händler zusammengeschlossen und ihren eigenen Webshop gegründet. Mit Erfolg: Das „Klein-Amazon“ hat mittlerweile rund 700 000 Produkte im Angebot.

Das Patent für die Idee haben die Grünen in Korbach indes nicht: Auch die Händlergilde denkt schon länger über ein ähnliches Angebot nach. „Wir diskutieren derzeit in der Hanse über eine solche Plattform. Es müssen aber noch einige offene Fragen geklärt werden“, hatte Hansevorsitzender Jürgen Tent bereits im Februar gegenüber unserer Zeitung gesagt. Laut Bürgermeister Klaus Friedrich beschäftigt sich die Wirtschaftsförderung Korbach Goldrichtig bereits seit zwei Jahren mit dem Thema: „Der Gedanke ist seit einigen Jahren da, wir müssen es jetzt greifbar machen.“

Eine solche Plattform sei eine sinnvolle Ergänzung für die Einzelhändler in Korbach, stimmte auch Jochen Rube (FDP) zu: „Im Prinzip erweitern wir die Öffnungszeiten für die Kunden virtuell auf 24 Stunden an sieben Tagen.“

„Lokale Einzelhandelsstrukturen zu stärken, ist eine wichtige Aufgabe“, sagte Axel Krüer (Aktive Bürger). Er frage sich lediglich, was die Wirtschaftsförderung in den vergangenen zwei Jahren gemacht habe: „Wie ist da der aktuelle Stand?“

Auch die Sozialdemokraten unterstützen die Initiative der Grünen. Helmut Schmidt (SPD) erklärte: „Die Stadt kann aber nur Hilfestellung geben, gefragt sind die Hanse und die Einzelhändler.“ Über die Präsentation von Waren hinaus müsse ein Bestell- und Liefersystem implementiert werden. Bereits im Haupt- und Finanzausschuss hatte Thomas Kuhnhenn (FWG) erklärt: „Wir müssen jetzt alle Beteiligten an einen Tisch bringen, damit alle in eine Richtung arbeiten.“

Bei zwei Gegenstimmen aus den Reihen der CDU wurde der Antrag im Stadtparlament angenommen.

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