MVV legt Umweltdaten für 2012 vor

Einzelne Werte kurzfristig überschritten

Korbach - Bis auf wenige Ausnahmen hat das Müllheizkraftwerk in Korbach laut Betreiber im vergangenen Jahr konstant alle wichtigen Schadstoff-Grenzwerte eingehalten.

Geschäftsführer Martin Teckentrup stellte am Dienstag die Umweltdaten für 2012 vor. Insgesamt lieferte das Kraftwerk nach Angaben des Betreibers MVV Enamic 172,7 Millionen Kilowattstunden Wärme in Form von Dampf und gut 5,7 Millionen Kilowattstunden Strom an das benachbarte Continental-Werk. Zu 95 Prozent wurde die Energie aus aufbereiteten Gewerbeabfall und Hausmüll – so genanntem Ersatzbrennstoff – erzeugt, die übrige Zeit aus Erdgas. Für Revisionsarbeiten sei der Kessel im vergangenen Jahr zweimal für insgesamt gut zwei Wochen heruntergefahren worden, sagte Teckentrup. „Die Anlage funktioniert sehr gut“, erklärte der Geschäftsführer. Das gelte auch für die Messwerte der im Rauchgas enthaltenen Emissionen. Bis auf wenige Ausnahmen seien alle relevanten Grenzwerte zu jeder Zeit eingehalten worden. „Bei den meisten Parametern liegen die Jahresmittelwerte lediglich bei einem Bruchteil der zulässigen Werte“, so Teckentrup. Durch technische Störungen sei es allerdings zu kurzfristigen Grenzwertüberschreitungen bei Kohlenmonoxid und Chlorwasserstoff gekommen. Auch bei Quecksilber hat das Kraftwerk Grenzwerte zeitweise überschritten, wie sich aus der Dokumentation des Betreibers ergibt. Zwar seien verschiedenen Maßnahmen ergriffen worden, um das Schwermetall im Brennstoff zu vermeiden, trotzdem habe es 2012 noch „Spuren von Quecksilber“ gegeben, sagte Teckentrup. Der Jahresmittelwert liege aber bei nur einem Prozent des Grenzwertes von 0,03 Milligramm pro Kubikmeter. Ein Ingenieurbüro kontrolliere regelmäßig die Lieferanten Tönsmeier (Porta Westfalica) und Veolia (Koblenz), der Ersatzbrennstoff selbst werde mit Gasspürgeräten bei der Anlieferung überprüft. Sollte es bei der Verbrennung zu Grenzwertüberschreitungen kommen, werde Aktivkohle hinzugeführt und gegebenenfalls die Zufuhr von Brennstoff gestoppt, erläuterte der Kraftwerkschef. Rund die Hälfte des Ersatzbrennstoffes bestehe aus Stoffen organischen Ursprungs wie Holz, Papier oder Textilien. Verglichen mit Brennstoffen wie Erdgas oder Heizöl spare das Kraftwerk so rund 19 000 Tonnen CO2 pro Jahr ein. „Wir leisten damit einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz“, sagte Tecken­trup.Das Korbacher Müllheizkraftwerk ist seit 2008 in Betrieb. Derzeit sind dort 15 Mitarbeiter beschäftigt, davon zehn im Schichtbetrieb. Von Lutz Benseler

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