Cameron Carpenter: Orgel-Superstar gastiert 2015 in Korbach

Ekstatische Attacke

Korbach - Wer mit einem Weihnachtspräsent Vorfreude aufs neue Jahr wecken möchte, der ist hier an der richtigen Adresse: Cameron Carpenter, revolutionärer Orgel-Virtuose, gibt am 30. April ein Konzert in der Korbacher Kilianskirche. Tickets sind ab sofort zu haben.

„Wir sind selbst erstaunt, dass dies geklappt hat“, sagt der Korbacher Stadtkantor Eberhard Jung strahlend. Denn einen Cameron Carpenter (33) aus den Konzertsälen von Japan, New York bis Berlin auch ins Waldecker Land zu locken, das scheint annähernd so genial wie der weltweit gefeierte Musiker selbst.

„Man muss den Begriff ,Orgelkonzert‘ ganz neu definieren“, schwärmt Dr. Hartmut Wecker. Gemeinsam mit Thomas Schwill, Karl Oppermann und Dekanin Eva Brinke-Kriebel ließen Jung und Wecker gestern die Katze aus dem Sack: Cameron Carpenter wird am 30. April 2015 ein Konzert in der Korbacher Kilianskirche geben. Damit hat der 2012 gegründete Förderverein für die Korbacher Kirchenmusik einen wahren Coup gelandet.

Für Max Moor, Moderator der ARD-Kultursendung „Titel, Thesen, Temperamente“, ist Carpenter schlicht „der Mann, der die verstaubten Kirchenorgeln wachküsst“. Denn der Revolutionär an der Orgel sprengt alles, was Konzertbesucher sich bislang vorstellen konnten.

Rockiger Tanz auf der Kirchenorgel

Ob mit Army-Jacket und Irokesen-Haarschnitt oder im hautengen Glitzerkostüm entfacht Cameron Carpenter ein Klangfeuerwerk, das er selbst als „ekstatische Attacke“ beschreibt. Mozarts „Rondo alla Turca“ wird zur musikalischen Zirkusartistik; Partituren von Bach bis Chopin spielt er so exzentrisch wie sein Outfit. Dabei fliegen seine Füße wie beim Steptanz übers Pedalwerk.

Carpenter wurde 1981 im US-Staat Pennsylvania geboren. Er studierte später in New York, aber schon mit 13 debütierte er in Europa. Seit 2010 lebt Carpenter in Berlin, wo er auch für die Philharmoniker regelmäßig in die Tasten greift.

Carpenters wahre Leidenschaft liegt inzwischen auf elektronischen, digitalen Orgeln. Seine spezielle „International Touring Organ“ ist eher ein Computer mit futuristischer Klaviatur. Nach Korbach zieht den schrillen Künstler derweil auch ein klassisches Klangwerk - die neue Kuhn-Orgel. Doch erwartet Besucher am 30. April 2015 in der Kilianskirche eher kein besinnliches Notenspiel, sondern mehr ein abenteuerlicher Tanz auf der Orgel in den Mai.

Eintrittskarten zum Konzert kosten 23 Euro im Vorverkauf und sind ab sofort über das Bürgerbüro im Korbacher Rathaus oder online auf www.korbach.de (Veranstaltungen) zu haben.

Von Jörg Kleine

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