Tolkien-Thing lockt Fantasyfans aus ganz Europa nach Waldeck-Frankenberg

Elfen und Hobbits auf dem Hessenstein

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In feine Stoffe gewandet: Tolkien-Fans aus ganz Europa gastieren am Wochenende auf Hessenstein. Die Burg verwandelt sich in das Land von Hobbits, Elfen und Waldläufer. Tagesgäste sind willkommen.

Vöhl-Ederbringhausen - Sie reisen mit Gewändern im Koffer an und verwandeln sich auf Burg Hessenstein in Elfen und Hobbits, in Waldläufer und Orks. Die Deutsche Tolkien-Gesellschaft lädt zum Forschen und Feiern ein.

Peregrin Tuk läuft barfuß. Über Burg Hessenstein öffnen sich die Wolken, es regnet und die Temperaturen fallen weiter. Aber der kleine Hobbit läuft barfuß - weil er das immer so macht. Und, das wissen Tolkien-Fans, weil Hobbits eben nicht wärme- und kälteempfindlich sind. Im richtigen Leben trägt dieser Peregrin Tuk auch einen bürgerlichen Namen und geht einem bürgerlichen Beruf nach: Aber für die kommenden Tage spielt der keine Rolle.

Und wie er sind seit gestern auf Burg Hessenstein viele Gestalten unterwegs, die Kennern aus dem „Herrn der Ringe“ bekannt vorkommen. Aber von Verkleidung wollen die Fans des britischen Autors J.R.R. Tolkien (Kasten) nichts wissen. „Wir sind gewandet“, sagt Tobias Eckrich, Vorsitzender der Deutschen Tolkien-Gesellschaft.

Denn bei ihrem Treffen geht es nicht nur um den Spaß und die Geselligkeit. „Wir haben auch einen wissenschaftlichen Anspruch“, sagt Eckrich. Und so hat die Gesellschaft Experten wie Dr. Christian Weichmann und Tolkien-Illustrator Cor Blok eingeladen, um aus ihrer Forschung und Arbeit zu Tolkiens Universen zu erzählen.

Insgesamt 90 Mitglieder der Gesellschaft und Tagesgäste nähern sich noch bis Sonntag den Büchern und den Welten Tolkiens von ganz verschiedenen Seiten. So zeigt etwa Anne Eißmann, wie Drachen, Hobbits oder Gollum künstlerisch auf Papier gebannt werden können. Die Gruppe „Costume Empire“ aus Köln präsentiert im Workshop gleich nebenan, wie aus feinen Stoffen Gewänder entstehen. Viele von ihnen sind den Filmen nachempfunden. Die Gruppe hat auch für die Dekoration der Burg gesorgt.

Im Hof wird Bogenschießen oder Metbrauen angeboten und in den Vortragssälen erkunden die Fans die fantastischen Universen eher wissenschaftlich. „Unsere Gemeinsamkeit ist, dass wir uns für Tolkien begeistern“, sagt Eckrich, „und es ist schön, in diesem Kreis zusammen zu forschen und zu feiern.“ Gekommen sind nicht nur Fans aus ganz Deutschland, sondern auch aus Holland, Belgien, Österreich, der Schweiz und aus Ungarn - ihr Treffen nennen sie „Tolkien-Thing“. „Angelehnt an einen germanischen Begriff heißt das so viel wie Zusammenkunft“, erklärt Eckrich.

Willkommen sind noch bis Sonntag alle Fans von Tolkien oder auch diejenigen, die nur gerne „Der Herr der Ringe“ gesehen haben. Eine Tageskarte kostet 15 Euro und berechtigt zur Teilnahme an allen Vorträgen und Workshops. Das komplette Programm gibt es im Internet unter www.tolkien-thing.de.

Zur Person: J.R.R. Tolkien

Bereits 1954 schrieb der britische Autor John Ronald Reuel Tolkien den Roman „Der Herr der Ringe“. Es begründete die moderne Fantasy-Literatur und gilt als eines der erfolgreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Schon als Jugendlicher hatte Tolkien, der später als Professor für englische Sprache an der Universität Oxford unterrichtete, begonnen, seine Fantasywelt zu erschaffen. Neben seinen berühmten Romanen, zu denen auch "Der kleine Hobbit“ gehört, schrieb er viele weniger bekannte Werke. Tolkien starb 1973 in England. (resa)

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