Rhena

Eltern als Schülerlotsen im Einsatz

- Korbach-Rhena (lb). Eltern zeigen als Schülerlotsen Initiative: An der Astrid-Lindgren-Schule in Rhena bringen morgens Mütter die Kinder sicher über den Zebrastreifen.

"Was da morgens am Zebrastreifen abgeht, das verschlägt einem die Sprache“ , ärgert sich die Rhenaerin Katja Becker. Für viele der 33 Grundschüler in Rhena wird der Weg in die Schule zur großen Gefahr – weil sie die Ortsdurchfahrt überqueren müssen. Autos und schwere Lastwagen fahren weiter, obwohl Kinder mit der Hand signalisieren, dass sie auf die andere Straßenseite wollen. Viele Fahrer sind zu schnell unterwegs. „Das ist ein altbekanntes Problem. Wir haben auch schon Kennzeichen notiert und Autofahrer angezeigt“, sagt Schulleiterin Mareike Bangert. Der Wunsch nach einer Ampel sei vor Jahren schon abgelehnt worden, so die Pädagogin: Das Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße 251 sei einfach zu gering. Jetzt haben die Eltern der Astrid-Lindgren-Schule selbst die Initiative ergriffen und einen ehrenamtlichen Schülerlotsendienst organisiert. Seit Anfang September stehen die Frauen wochentags jeden Morgen von 7 Uhr bis 7.30 Uhr am Zebrastreifen und sorgen dafür, dass die Kinder sicher die Ortsdurchfahrt überqueren können. Offenbar mit Erfolg: „Wenn Erwachsene dabei sind, treten die Autofahrer eher auf die Bremse“, berichtet Katja Becker von ihren Erfahrungen als Schülerlotsin. „Wir stellen jede Woche einen Plan auf und die Mütter tragen sich ein. Das klappt ganz gut“, erklärt Silke Büddecker-Pflaum. Vier bis fünf Frauen seien in der Regel dabei. „Das ist eine sehr gute Sache. Es finden sich auch immer Freiwillige“, freut sich Schulleiterin Bangert. Für die besorgten Eltern bleibt der Schülerlotsendienst allerdings nicht mehr als eine Notlösung: „Es wird höchste Eisenbahn, dass eine Ampel gebaut wird. Denn die Kinder sind das schwächste Glied in der Kette“, appelliert Katja Becker.

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