Kreisstraße zwischen Lengefeld und Lelbach: „Historischer Moment“

Endlich Bewegung an Schlagloch 58

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Mehr als sieben Jahre lang war die Kreisstraße 58 zwischen Lengefeld und Lelbach gesperrt.

Korbach - Die scheinbar unendliche Geschichte steht nun doch kurz vor ihrem glücklichen Ende: Wenn das Wetter passt, rollt vor Weihnachten wieder der Verkehr auf der Kreisstraße 58.

Von einem „historischen Moment“ sprach Landrat Dr. Reinhard Kubat gestern beim ersten Spatenstich am Ortsausgang Lengefeld. Er erinnerte an das „erbitterte Ringen um den richtigen Weg“, das mit einvernehmlichen Beschlüssen im Kreistag ein Ende gefunden habe.

„Die beiden Orte sollen sich jetzt wieder ganz, ganz nah kommen“, so der Landrat. Jetzt habe man die Chance, ein Stück Infrastruktur instand zu setzen, sagte Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf.

Mit dem parallel zur Kreisstraße verlaufenden Rad- und Gehweg sei ein guter Kompromiss gefunden worden. Auf eine Leitplanke, die die Anwohner als für Radfahrer gefährlich ablehnten, konnte so verzichtet werden.

„Vernunft hat gesiegt“ „Was lange währt, wird endlich gut“, bilanzierte Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich. Viele Bürger hätten kein Verständnis für die lange Sperrung gehabt und an einen Schildbürgerstreich gedacht.

„Wir haben lange geplant, lange geredet, lange Kompromisse gemacht. Die Vernunft hat gesiegt, wir haben zu einer guten Lösung gefunden“, sagte Ferdinand Weber, Regionalbeauftragter der Straßenbaubehörde Hessen Mobil.

„Jetzt kommen beide Dörfer sich endlich wieder näher“, sagte Lengefelds Ortsvorsteher Axel Bitter-Schwalenstöcker und auch sein Lelbacher Kollege Manfred Schatz freute sich, dass die „Posse“ nun beendet werde.

Die Bewohner der benachbarten Dörfer mussten sich quasi mit Feldstechern zuwinken – oder einen Umweg über Korbach fahren. Die K 58 wird nun auf einer Länge von etwa 1,7 Kilometern von vier auf 5,5 Meter Breite ausgebaut. Parallel dazu entsteht ein kombinierter Rad- und Gehweg. Die komplette­ Baumaßnahme schlägt mit 1,23 Millionen Euro zu Buche – 937?000 Euro kostet die Straße und 287?000 Euro der Radweg. Das Land fördert 65 Prozent der Straßenbaukosten. Stadt und Kreis teilen Kosten Die Kosten für den Radweg zahlt der Kreis zu zwei Dritteln, die Stadt zu einem Drittel. In den kommenden Tagen wird in einem ersten Schritt das teer- und pechhaltige Material von der alten Fahrbahn abgetragen und entsorgt. Sollte das Wetter mitspielen, kann möglicherweise schon vor Weihnachten das Band für die Wiedereröffnung der Kreisstraße durchschnitten werden.

Hintergrund

1991 hatten die ersten Planungen für den Ausbau der K­58 begonnen. „Seitdem ist viel Wasser die Kuhbach hinuntergeflossen“, stellte Landrat Dr. Reinhard Kubat fest. In der Tat: Bis zum ersten Spatenstich sollten noch zwei Jahrzehnte vergehen.

Gut sieben Jahre lang – seit Frühjahr 2005 – war die Straße für den normalen Verkehr gesperrt. Aus Sicherheitsgründen, denn auf der Schlaglochpiste war schon bei Tempo 30 ein kontrolliertes Fahren kaum mehr möglich.

Jahrelang tobte ein Streit um Straßenbreite, Leitplanke oder Radweg. Ein Enteignungsverfahren gegen private Grundbesitzer war eingeleitet worden. Zuletzt drohte der endlich gefundene Kompromiss für einen Radweg statt Leitplanke wegen weggefallener Fördermittel zu platzen. Erst eine Neuberechnung des Projekts durch das Land machte Mittel frei für den Radweg.(lb)

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