Bauarbeiten an der Meineringhäuser Ortsdurchfahrt · Fahrbahnmarkierungen in Tempo-30-Zonen

Auf Entdeckungsreise im eigenen Ort

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Baustelle Ortsdurchfahrt: Auf einer Länge von etwas mehr als einem Kilometer wird die Fahrbahn komplett erneuert. Nach Angaben von Hessen Mobil ist damit zu rechnen, dass die Bauarbeiten eine Woche früher als geplant beendet sind.Foto: Kobbe

Korbach - Meineringhausen - Zehn Wochen Umleitung: Viele Meineringhäuser gehen in diesem Sommer eher unfreiwillig auf Entdeckungsreise, um den schnellsten Weg in oder aus dem Ort zu finden. Immerhin geht es bei den Bauarbeiten schneller als geplant voran.

Seit dem 24. Juni läuft der Vollausbau der Ortsdurchfahrt. Auf einer Strecke von 1,03 Kilometern wird der Fahrbahnbelag abgefräst und altes Material im Unterbau entfernt, um dann die Tragschicht samt neuer Asphaltdecke aufzubringen. Im Untergrund stießen die Bauarbeiter zudem auf Teerpech-haltige Bestandteile, die entsorgt werden mussten. „Die Fahrbahn in diesem Teil der Bundesstraße 251 wies viele Verschleiß- und Frostschäden auf“, erklärte Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil (Bad Arolsen).

Aufgrund des sehr guten Baufortschrittes stünden die Chancen gut, dass die Straßensperrung vor dem geplanten Bauende am 30. August wieder aufgehoben werden könne. „Aller Voraussicht nach eine Woche früher“, prognostizierte Sinemus gestern gegenüber WLZ-FZ. Insgesamt kostet das Bauvorhaben in Korbachs größtem Ortsteil rund 900 000 Euro.

Mindestens sechs Wochen bleibt die Ortsdurchfahrt demnach noch für den Verkehr gesperrt. Die Umleitungen sind ausgeschildert: Autofahrer aus Richtung Sachsenhausen werden über Höringhausen und Waroldern in Richtung Korbach umgeleitet, Fahrer in der Gegenrichtung können über Strothe nach Höringhausen und bei Sachsenhausen wieder die B 251 erreichen. Der Schwerlastverkehr (Lkw über 3,5 Tonnen) muss großräumige Umfahrungen in Kauf nehmen. So weit die Theorie.

Navi gibt Richtung an

In der Praxis sieht es mitunter anders aus. „Da taucht schon mal ein Langholzlaster im Wohngebiet auf“, berichtet Carsten Vahland. Der Leiter des städtischen Ordnungsamtes führt diese Irrläufer auf die Navi-fixierte Fahrweise zurück. Viele Brummifahrer verlassen sich auf den elektronischen Helfer – und deshalb die offizielle Umleitungsstrecke. Wohl auch in der Hoffnung, das satellitengesteuerte Gerät fände eine schnellere, wenngleich nicht immer ordnungsgemäße Alternative.

Anwohner und Ortskundige kennen in der Regel diese Schleichwege. Meist queren findige Fahrer dabei allerdings Tempo-30-Zonen mit höherer Geschwindigkeit. Weil Anwohner dies bereits vor Beginn der Bauarbeiten moniert hatten, wurden die Schilder an den Ein- und Ausfahrten des Wohngebietes durch Fahrbahnmarkierungen ergänzt. Wer jetzt beispielsweise vom Unterborn in das vor Jahren von den Kirmesburschen scherzhaft „Jammertal“ getaufte Gebiet abbiegen will, fährt an der Gabelung „Im Stöcker“/Hopfengarten über eine große „30“. Außerdem sind dort vergangene Woche einige Mittelstreifen aufgemalt worden, um die Vorfahrtsregelung in diesem Areal zu verdeutlichen, erklärte Vahland, „und Autofahrer vom Kurvenschneiden abzuhalten“.

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