Heinz-Jürgen Schneider neuer Schützenkönig in Neukirchen · Horst Kuhnhenn Ehrenkönig

Entscheidung nach 256 Schüssen

Lichtenfels-Neukirchen - Die Neukirchener Schützen haben einen neuen Monarchen: Heinz-Jürgen Schneider hat den Vogel von der Stange geholt. Hinter ihm marschiert ein alter Bekannter: Der mehrfache Regent Horst Kuhnhenn ist Ehrenkönig.

Drauf abgezielt hatte Heinz-Jürgen Schneider es nicht – aber am Ende ist er derjenige, der den Vogel abschießt; dem die Neukirchener beim Festzug zujubeln; und der, auf dem beim Königstanz die Blicke ruhen. Heinz-Jürgen Schneider ist der neue Schützenkönig in Neukirchen, zur Seite steht ihm Gattin Ulrike.

Das Wochenende im westlichsten Teil der Stadt Lichtenfels hat ganz im Zeichen der Schützen gestanden. Von Samstagvormittag bis Abend schießen die Vereinsmitglieder. Vogelbauer Martin Schäfer hat im Vorfeld doppelte Arbeit geleistet, nach zehn Jahren suchen die Neukirchener auch einen neuen Ehrenkönig als Nachfolger von Andreas Weishaupt. Regenten aus mehr als 40 Jahren zielen auf den Vogel, Pulvergeruch liegt in der Luft. Die Krone und damit den Titel als Vize-Ehrenkönig sichert sich Wolfgang Norden schon beim 24. Schuss. Es geht schnell weiter, bald ist vom Vogel nichts mehr zu erkennen. Ursula Kuhnhenn erinnern die Reste an den Adler, den ihr Mann Horst 1989 „erlegte“ und damit erstmals Schützenkönig wurde. Mit dem 178. Schuss wiederholt sich die Geschichte, Horst Kuhnhenn wird Ehrenkönig. Der scheidende Vereinsvorsitzende hat bereits zweimal den Vogel abgeschossen, einmal sprang er als Vizekönig ein. „Das hier ist der krönende Abschluss“, freut er sich. Schwieriger gestaltet sich die Suche nach einem Nachfolger für König Maik Weishaupt. Rudi Wirwahn steht schon nach 16 Schuss als Vizekönig fest, doch 240 weitere folgen – nach den 178 Schuss des Ehrenkönigschießens zahlt es sich aus, dass Moritz Bleckmann jedes Jahr 400 bis 500 Schuss Munition kauft. Mehr als die Zähheit des Vogel wirkt sich aus, dass der Schießstand lange leer bleibt. Letztlich macht sich eine Vierergruppe ans Werk: Sascha Wirwahn schießt, ebenso Markus Braun. Auch Schießwart Jannik Isken, der an diesem Tag schon hunderte Patronenhülsen aus rauchenden Läufen gezogen hat, feuert auf den Vogel, bevor Heinz-Jürgen Schneider um 19.07 Uhr den letzten Treffer landet. Um die scheidenden Regentenpaare und ihre Nachfolger abzuholen, dreht der Festzug eine große Runde durch Neukirchen. Der heimische Musikverein marschiert vorneweg, die Schützen aus Rengershausen und Münden beteiligen sich ebenso wie die Kanoniere des Nachbarorts und der Männergesangverein Neukirchen. Vor der Kirche übergeben Maik und Nicole Weishaupt ihre Insignien an Heinz-Jürgen und Ulrike Schneider. „Es hat sich vieles geändert. Aber der Schützenverein ist sich im Grunde immer treu geblieben“, erklärt Mario Friedewald, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, der in den vergangenen Jahren mit der Einführung von Kinderschützenfest und Schützenball Neuland betreten hat. Auch die Rhythmen seiner Feste hat er verschoben, schon in fünf statt zehn Jahren suchen die Schützen einen Nachfolger für Horst Kuhnhenn als Ehrenkönig.Vor Heinz-Jürgen Schneider liegen zwei Jahre als König. Auch wenn er sie nicht geplant hatte, ist er voll bei der Sache: „Ich freue mich drauf“, erklärt er, als in der Schützenhalle die Feier richtig losgeht und die „Music Boys“ zum Tanz bitten.

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