Zweiter Anlauf: Stadt Korbach unterstützt Projekt auf Ackerfläche

Eppe soll Solaranlage bekommen

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In Eppe soll eine Photovoltaikanlage entstehen: Dafür muss allerdings das Regierungspräsidium zustimmen, weil eine Abweichungszulassung von den Zielen des Regionalplans Nordhessen erteilt werden muss. Foto: Archiv

Korbach-Eppe - Das Konzept steht, die Nachbarn haben ihre Zustimmung gegeben und auch die Stadt scheint das Projekt zu unterstützen: In Eppe soll eine Solaranlage entstehen. Die nächste Hürde ist das Regierungspräsidium.

Es ist der zweite Anlauf: Bereits vor sechs Jahren wollte ein Landwirt aus Eppe eine Photovoltaikanlage auf seinen Flächen bauen. Damals stimmte die Stadtverordnetenversammlung diesen Plänen zu. Dann kam dem Landwirt aber eine Gesetzesänderung dazwischen. Die Anlage durfte nun doch nicht auf Ackerland errichtet werden. Im Februar änderte sich die Gesetzeslage dann erneut: Der Bau von Photovoltaikanlagen auf Ackerland wurde wieder ermöglicht.

Im Mai nahm der Landwirt aus Eppe das Verfahren und den Kontakt zur Stadt wieder auf. Die Mitglieder des Bauausschusses berieten in der vergangenen Woche über die Pläne.

Photovoltaik auf rund 13 Hektar

Zuvor aber waren die Menschen in Eppe nach ihrer Meinung gefragt worden: Anfang August hatte es eine Bürgerversammlung gegeben, eine Woche später eine Ortsbeiratssitzung. Grundsätzlich gebe es keine Bedenken, erklärte der Ortsbeirat anschließend. Allerdings regte er gleichzeitig an, eine von vier Flächen zu streichen. Die „Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“ werde befürchtet.

Auf insgesamt 12,6 Hektar will der Landwirt eine Freiflächen-Photovoltaikanlage bauen. Vorgesehen sind dafür Flächen, die sich an den Hof „Auf dem Diemel“ anschließen - nördlich von Eppe, rund einen Kilometer von der Ortsmitte entfernt.

Langfristig soll die Anlage zu „keinem Verlust an landwirtschaftlicher Fläche führen“, heißt es im Projektpapier. Nach rund 20 Jahren könne die alte Nutzung wieder aufgenommen werden. Bis dahin werde der Boden mit einer „ökologisch wertvollen Blumen- und Kräutermischung“ bedeckt. So soll eine artenreiche Sand-Magerrasen-Zone entstehen. „Die ökologische Wertigkeit wird deutlich ansteigen“, erklärt der Landwirt in dem Papier.

Die nächste Hürde allerdings muss nun beim Regierungspräsidium genommen werden: Aus „wirtschaftlichen Gründen“ nämlich soll die Anlage deutlich größer werden als noch vor sechs Jahren geplant. Weil sie damit von den Zielen des Regionalplans Nordhessen von 2009 abweicht, bedarf es einer Abweichungszulassung.

Entscheidung fällt am Donnerstag

Ob die Stadt Korbach dieses Verfahren unterstützt und einleitet, entscheiden die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstag. Im Bauausschuss immerhin fiel die Abstimmung einstimmig aus. Man wolle das Projekt unterstützen, den Bereich südlich des Hofes wegen des Bürgervotums aber ausnehmen.

Von Theresa Demski

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