150 Liter Öl drangen an die Oberfläche und gelangten zum Teil in den Boden

Ermittlungen nach Öl-Austritt auf dem Korbacher Raiffeisen-Gelände

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Im Einsatz: Die Korbacher Feuerwehr fing am Montag auf der Flechtdorfer Straße nahe des Geländes der Firma Raiffeisen das dort ausgetretene Öl-Wasser-Gemisch auf. Das Öl wurde anschließend mit einem so genannten Ölsanimat wieder vom Wasser getrennt.

Korbach. Austretendes Öl, das in ein Regenrückhaltebecken und von dort aus zum Teil in den Boden gelangte, hatte am Montagmorgen für einen mehrstündigen Feuerwehreinsatz auf der Flechtdorfer Straße in Korbach gesorgt.

Verantwortlich für die Verunreinigungen war ein aus einem Ölabscheider austretendes Öl-Wasser-Gemisch auf dem Gelände der Firma Raiffeisen. Das Unternehmen hatte den Vorfall selbst gemeldet.

Wie jetzt bekannt wurde, hat die Kriminalpolizei Korbach Ermittlungen aufgenommen. „Bei Gewässer- und Bodenverunreinigungen – auch bei Verdacht – handelt es sich um Straftatbestände, die die Staatsanwaltschaft von Amts wegen verfolgen muss. Letztlich entscheidet die Staatsanwaltschaft anhand der Ermittlungsergebnisse darüber, ob ein Verfahren gegen die Firma als mögliche Verursacherin eingeleitet wird“, sagte Kriminalhauptkommissar Dirk Richter gegenüber unserer Zeitung.

Vor Ort waren am Montag neben der Korbacher Feuerwehr und einem von der Firma Raiffeisen beauftragten Spezialunternehmen zur Absaugung des Öls auch Mitarbeiter der beim Landkreis angesiedelten unteren Wasser- und Bodenschutzbehörde. Auch diese hatten festgestellt, dass Öl in die Kanalisation, das Regenrückhaltebecken und in den Boden gelangt war.

„Die Unfallursache wird derzeit ermittelt. Hierzu waren eine Gutachterin und Sachverständige der Versicherung vor Ort, bei der die Firma Raiffeisen versichert ist“, hieß es seitens Behörde. Die Gutachterin habe am Montag auch die weiteren Folgemaßnahmen mit dem Fachdienst Wasser- und Bodenschutz abgestimmt – wie beispielsweise die Spülung der Kanalisation, das Absaugen des mit Mineralöl beaufschlagten Wassers im Regenrückhaltebecken sowie den Abtrag und die Entsorgung von zehn bis 15 Kubikmeter mit Öl belasteten Bodens im Regenrückhaltebecken.

Firma Raiffeisen will Konsequenzen tragen

Bei der Firma Raiffeisen werde man die Konsequenzen aus dem Vorfall tragen, wie Unternehmenssprecher Benedikt Ehrhardt auf Anfrage unserer Zeitung sagte. „Natürlich werden wir für alle Kosten aufkommen, die im Zuge des Feuerwehreinsatzes und der Reinigungsarbeiten entstanden sind oder noch entstehen. Wir betonen aber auch, dass aus unserer Sicht kein Straftatbestand vorliegt, da das Öl nicht absichtlich in das Regenrückhaltebecken und von dort aus in den Boden geleitet wurde.“

Verschmutzungen waren deutlich zu sehen: Das Öl-Wasser-Gemisch gelangte auch in den Boden. Fotos: Feuerwehr Korbach

Wie es zu dem „Öl-Unfall“ kam, erklärte der Raiffeisen-Sprecher wie folgt: „Auf dem Gelände in Korbach werden wie an vielen anderen Raiffeisen-Standorten mehrmals in der Woche Tankfahrzeuge mit Heizöl und Diesel betankt. Dabei kann es passieren, dass kleinere Mengen von Öl auf den Boden gelangen. Gemeinsam mit dem Regenwasser laufen diese dann in einen Ölabscheider, der das Öl wieder vom Wasser trennt.“

Rohr war erheblich verstopft

Das saubere Wasser werde über ein Rohr in die öffentliche Wasserversorgung geleitet. „Genau dieses Rohr war zum Teil erheblich verstopft – auch wegen Staub- und Dreckpartikeln, die sich zuletzt werden der Trockenheit angesammelt hatten. Das Wasser konnte also nicht mehr abfließen. Durch den immer stärker werdenden Druck wurden die rund 150 Liter Öl, die sich zu diesem Zeitpunkt in dem Ölabscheider befanden, zusammen mit dem Wasser wieder direkt an die Oberfläche gedrückt“, sagte Ehrhardt. Es seien im Vorfeld alle Prüfungen und Wartungsarbeiten ordnungsgemäß ausgeführt worden. „Auch nach dem Öl-Unfall haben wir alles getan, um Schlimmeres zu verhindern“, sagte der Raiffeisen-Sprecher. Das Rohr sei zudem sofort frei gespült worden. 

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