Korbach

Erneuerbare Energien: Wolfhager stellen Modell zur Selbstversorgung vor

- Korbach (nv). Steigende Energiepreise, Klimawandel, Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke: Der Umstieg auf erneuerbare Energien wird für die Grünen in Waldeck-Frankenberg immer wichtiger. Sie möchten ein entsprechendes Bündnis forcieren. Um diesen Gedanken voran zu bringen, lud der Stadtverband Korbach am Mittwochabend zu einer Diskussionsrunde unter dem Titel „Energieeffiziente Stadt“ ins Bürgerhaus ein.

Dass die Selbstversorgung einer Kommune mit Energie aus regenerativen Quellen keine Utopie ist, vermittelten Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake und Stadtwerkechef Martin Rühl den rund 50 Gästen. Sie sind Wegbereiter des Projekts „Wolfhagen – 100 Prozent erneuerbare Energien“ und wollen die Stadt bis 2015 komplett mit Strom aus eigenen Windkraft-, Solar- und Bioenergieanlagen versorgen.

„Die Stadt hat sich auf den Weg gemacht, um zu zeigen, wie in Zukunft Energie gewonnen werden soll“, betont Landtagsabgeordneter Daniel May (Korbach). Fossile Brennstoffe wie Öl oder Kohle seien endliche Energieträger und mit Folgen für die Umwelt verbunden, verweist er auf die hohe Bedeutung erneuerbarer Energien.

„Wasser- und Energieversorgung sind wichtige Teile der Daseinsvorsorge. Daher sollte die Kommune sie selbst gestalten“, erklärt Rühl seine Motivation. Anliegen sei, die Bürger „sauber, sicher und möglichst günstig“ mit Strom zu versorgen und einen möglichst großen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

„Energie ist ohne Nebenwirkungen nicht zu haben,“ resümiert Rühl nach reger Diskussion um die Details des Projekts. Interessen müssten daher stets abgewogen werden. „Das Wichtigste ist, dass kontroverse Projekte nicht spalten, sondern Befürworter und Gegner mitnehmen“, hebt Dr. Peter Koswig hervor. „Wenn wir global denken und lokal handeln, haben wir eine Menge Potential“, ist May überzeugt und hofft, dass der Wind des Wandels bald auch in Waldeck-Frankenberg weht. „Strukturell hat die Energie Waldeck-Frankenberg die Möglichkeit dazu“, wünscht sich Rühl Wegbegleiter in der Region, die das Ziel „Energieeffiziente Stadt“ ebenfalls ansteuern.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 24. September 2010.

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