Keine verdächtigen Gegenstände gefunden

Erneute Bombendrohung an Alter Landesschule in Korbach: Schüler zurück in Klassen

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Korbach. An der Alten Landesschule in Korbach ist am Montag erneut eine Bombendrohung eingegangen: Wieder wurde kein Sprengstoff gefunden, die Evakuierung lief reibungslos.

Aktualisiert um 17 Uhr. Die Bombendrohung ging früh ein, dass Gebäude wurde noch vor Schulbeginn evakuiert. Um 7.49 Uhr war die Schule geräumt. 950 Schüler hätten an diesem Tag zur ALS kommen sollen: wenige waren schon im Gebäude, andere wurden an den Bussen abgefangen, erklärt Pressesprecher Volker König.

Alle Schüler, Lehrer und Mitarbeiter wurden in Sicherheit gebracht, auf dem Paul-Zimmermann-Sportplatz betreuten Schulsozialarbeiter und -psychologen die Schüler. Das Gelände des ALS wurde weiträumig abgesperrt.  

Bei der Durchsuchung hatte die Polizei Unterstützung von benachbarten Dienststellen und einer Sprengstoffspürhundes. Sie fanden keine verdächtigen Gegenstände gefunden. Gegen 9.30 Uhr wurde das Gebäude seitens der Beamten wieder freigegeben. 

Die Schüler konnten zurückkehren, ein sehr großer Teil von ihnen sei derweil abgeholt worden, erklärt Schulleiter Robert Gassner. Dabei habe die Polizei angekündigt, dass der Unterricht im Laufe des Schultags wieder aufgenommen werden könnte – was zur ersten großen Pause auch möglich gewesen wäre. 

Schulleitung: Besser für Schüler, sie nicht abzuholen

Er verstehe die Besorgnis der Eltern, bedauere aber dennoch, dass so viele ihre Kinder abholten: Normaler Unterricht sei angesichts der verbliebenen Schülerzahlen nicht möglich gewesen. „Sicherheit geht vor, wir werden das Gebäude im Bedrohungsfall ganz schnell räumen“, erklärt Gassner. 

Doch wenn die Polizei erkläre, dass keine Gefahr bestehe, sollte der Schulalltag weiter gehen. Das sei auch der dringende Rat der Schulpsychologen: So ließen sich die Vorfälle am einfachsten aufarbeiten. Und wenn die Schüler mit ihren Lehrern zusammenbleiben, helfe dass der Schule, ihre Aufsichtspflicht zu erfüllen: Dass alle Schüler in Sicherheit sind, lasse sich am besten feststellen, wenn die Lehrer nicht rätseln müssen, wo sie sich aufhalten.

Den benachbarten Schulen war freigestellt, ob sie evakuieren wollten. Die beruflichen Schulen folgten der Empfehlung der Polizei, den Unterricht stattfinden zu lassen, lediglich 80 Schüler, die Räume an der ALS nutzen, wurden mit evakuiert. An der benachbarten Humboldt-Schule rief die Schulleitung einen Wandertag aus.

Dazu, wie die Drohung einging und was genau sie besagte, macht die Polizei aus ermittlungstechnischen Gründen keine Angabe, so König. Es werde geprüft, ob es Parallelen zur Bombendrohung vom 22. August gebe, aber auch dazu ließe sich noch nichts sagen. 

Erst vor wenigen Wochen hatte es an der Korbacher Schule eine Bombendrohung gegeben. Die Polizei hatte damals nichts Verdächtiges im Gebäude gefunden. Einen Tag nach der Drohung wurden die Taschen der Schüler vor Schulbeginn kontrolliert

Androhung eines Bombenanschlages ist kein Kavaliersdelikt

"Die Androhung eines Bombenanschlags auf eine Schule ist kein Kavaliersdelikt. Sie sorgt für eine große Verunsicherung der Schüler sowie deren Eltern und der Lehrerschaft", sagt Polizeisprecher Volker König. Sollte herauskommen, dass es sich um einen schlechten Scherz handelt, kann das für die betreffende Person sehr unangenehm werden. Kommt es in diesen Fällen zur Ermittlung des Täters, so werden diesem auch sämtliche Einsatzkosten in Rechnung gestellt. Bis zu drei Jahre Gefängnis oder eine hohe Geldstrafe könnten dem Verursacher drohen.

Eine Studentin die aus Liebeskummer mit einer Bombendrohung den Düsseldorfer Flughafen lahmlegte, erhielt vom Düsseldorfer Landgericht eine Geldstrafe von 207.000 Euro und bekam vorab noch eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Die Polizei ist auf der Suche nach Zeugen: Hinweise bitte an die Kriminalpolizei in Korbach unter Tel. 05631/9710 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle.

Die Alte Landesschule 

Die Alte Landesschule Korbach wird mit ALS abgekürzt. Es handelt sich um ein Gymnasium in der Kreisstadt Korbach. Gegründet wurde die Schule im Jahr 1579 unter den Waldecker Grafen. Zwischen der Universität in Marburg und dem Gymnasium in Korbach bestand eine sehr enger Austausch.

Heute befindet sich die ALS in der Solinger Straße. Schulleiter ist Robert Gassner, seine Stellvertreterin heißt Katrin Lange. Nach eigenen Angaben besuchen aktuell 1040 Schüler die ALS. Sie sind in insgesamt 45 Klassen aufgeteilt.

(mit HessennewsTV)

Dort befindet sich die Alte Landesschule

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