Korbach

Erste Bodenproben entnommen

- Korbach (lb). Korbachs Boden steht ab sofort unter Dauerbeobachtung: Ein Ingenieurbüro überprüft das Erdreich in den Wasserschutzgebieten alle drei Jahre auf Schadstoffe. Am Donnerstag wurden erste Proben entnommen.

In erster Linie sollen die von der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) finanzierten Bodenproben dabei helfen, die Trinkwasserqualität zu sichern. Darüber hinaus haben sie den praktischen Nebeneffekt, auch möglichen Schadstoffen aus dem Müllheizkraftwerk auf die Spur zu kommen. „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, und MVV hat viel Vertrauen verspielt“, erklärte Bürgermeister Klaus Friedrich bei der ersten Probenentnahme in der Nähe des „Erdbeerfeldes“ zwischen Korbach und Berndorf. Gleichzeitig erlaubten die Messwerte Rückschlüsse auf eine eventuelle Bodenbelastung durch Gärsubstrat aus der Biogasanlage Rube, so der Bürgermeister. Insgesamt untersucht Dr. Matthias Peter vom Ingenieurbüro für Boden- und Grundwasserschutz „Schnittstelle Boden“ aus Ober-Mörlen das Erdreich auf sechs Flächen rund um die Stadt. Die Proben werden unter anderem auf Chlor- und Fluorverbindungen, Schwermetalle und Benzol analysiert. Auch Quecksilber sei aus aktuellem Anlass mit in die Analyse-Liste aufgenommen worden, verweist Peter auf die jüngste Betriebsstörung im Müllheizkraftwerk. Ergebnisse sollen Anfang des nächsten Jahres vorliegen. Die Kosten der Untersuchung liegen bei 10 000 Euro. Die sogenannte „Bodendauerbeobachtung“ wird alle drei Jahre wiederholt und fällt 2012 mit der nächsten Flechtenuntersuchung im Stadtgebiet zusammen. Beide Untersuchungen stellten ein wichtiges Puzzleteil dar, um Daten über die Luftbelastung in der Kreisstadt zu erhalten, betonte Friedrich. Angeregt hatten die „Bodendauerbeobachtung“ übrigens Landwirte aus dem Arbeitskreis der Wasserschutzgebietskooperation Teichmühle/Pepölterkopf. Kooperationen zwischen insgesamt 400 Landwirten und EWF regeln in den Wasserschutzgebieten Pepölterkopf (seit 1996), Ense-Scholle (seit 1998) und Quelle Meineringhausen (seit 2009) die Bewirtschaftung der Flächen, den Eintrag an Düngemitteln sowie die bestmöglichen Fruchtfolgen. Ständige Bodenproben, Beratungen durch das Ingenieurbüro „Schnittstelle Boden“ sowie ein Austausch unter allen Beteiligten und ein Ausgleichsprogramm sollen dazu beitragen, die Belastung des Trinkwassers durch Nitrate zu begrenzen. Etliche Daten zur Trinkwasserqualität sind schon jetzt zugänglich: Für alle Wassergewinnungsanlagen der EWF liegen aktuelle Analysen der staatlich anerkannten Untersuchungsstelle Umwelthygiene Marburg vor. Die Werte sind unter www.ewf.de veröffentlicht.

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