Agentur für Arbeit bereitet Frauen auf Bewerbung vor

Der erste Eindruck ist entscheidend

Korbach - Das große Ziel ist die Rückkehr in den Beruf. Doch welcher Weg führt zum Erfolg? – Darüber informierten sich Frauen bei einem Vortrag, zu dem die Agentur für Arbeit eingeladen hatte.

„Was sind Ihre drei größten Stärken?“ Unternehmensberaterin Anne Alsfasser blickt in nachdenkliche Gesichter. Gar nicht so einfach, sich selbst zu reflektieren und gleichermaßen in die Haut des Chefs einzufühlen. Doch genau deshalb sind die Frauen an diesem Tag in der Agentur für Arbeit Korbach. Um für Bewerbung und Vorstellungsgespräch zu trainieren. Um zu erfahren, was Arbeitgeber erwarten und wie sie genau diesen Erwartungen am besten entsprechen. Die rund 15 Frauen haben ein gemeinsames Ziel: zurück in den Beruf, nach der Familienphase. Deshalb sind sie hier, deshalb sind sie der Einladung der Beauftragten für Chancengleichheit gefolgt. Zum Auftakt stellt die Trainerin drei grundsätzliche Fragen: „Was wollen Sie? Was können Sie? Was können oder wollen Sie nicht?“ Noch bevor die Suche nach einem Stellenangebot startet, die Bewerbung formuliert wird und das Vorstellungsgespräch ansteht, müssen sich die Wiedereinsteigerinnen sicher sein, welche Kompetenzen sie zu bieten haben und welche beruflichen Rahmenbedingungen ihren Vorstellungen entsprechen. Kommt nur Teilzeit oder auch Vollzeit in Betracht? Reichen die beruflichen Kenntnisse von anno dazumal oder sollte eine Nachqualifizierung in Erwägung gezogen werden? Können die Fähigkeiten, die als „Familienmanagerin“ erworben wurden, auch als Pluspunkte für die neue Stelle gelten? Das richtige Maß an Selbsteinschätzung und Selbstbewusstsein sollte der Grundstein für eine Bewerbung sein. Die Bewerbung, das Ticket für das Vorstellungsgespräch, muss perfekt sein, stellt Anne Alsfasser gleich klar. Ganz abgesehen davon, dass formal alles stimmen müsse, also beispielsweise keine Rechtschreibfehler oder Ähnliches vorkommen dürften, komme es natürlich in erster Linie auf den Inhalt an. Ganz wichtig sei, die Bewerbung individuell auf die ausgeschriebene Stelle zu verfassen. „Warum bewerbe ich mich konkret auf diese Stelle?“ laute die Frage, zu der jeder Arbeitgeber bereits im Anschreiben eine Antwort erhalten wolle. Komplettiert würde die Bewerbungsmappe durch alle relevanten Unterlagen und ein aussagekräftiges Foto. Dann der große Auftritt, das Vorstellungsgespräch steht an. Kein Grund zu übermäßigem Lampenfieber, beruhigt Anne Alsfasser. Zum einen lasse sich diese wichtige Unterhaltung durchaus im Vorfeld mit Freunden bezüglich Mimik und Gestik üben. Zum anderen sorge ein gepflegtes und angemessenes Outfit schon zu Beginn für einen guten ersten Eindruck. Während in der schriftlichen Bewerbung ja bereits die individuelle fachliche Eignung übermittelt worden sei, wolle der künftige Chef jetzt testen, ob die persönliche Arbeitseinstellung zu seinem Unternehmen passt.Und was erwarten Arbeitgeber? Die Frauenrunde gibt die Antworten selbst: Flexibilität, Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Kompetenz, Kreativität, selbstständiges Arbeiten, schnelle Auffassungsgabe und, und, und. Ja, die Liste sei lang, aber durchaus variabel. Denn die Anforderungen im Handel sind nicht absolut identisch mit denen in der Gastronomie, in der Pflege oder im produzierenden Gewerbe. Wichtig für den erfolgreichen Wiedereinstieg sei, auch Empathie für die berechtigten Interessen des künftigen Arbeitgebers zu entwickeln und deutlich zu machen.(r)

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