Korbach

Erster Schritt Belastungsmonitoring

- Korbach (lb). Den Schadstoffen in der Korbacher Luft auf der Spur: Kieler Toxikologen sollen zunächst bereits vorliegende Umwelt- und Gesundheits-Daten auswerten und danach entscheiden, ob eine Luftmessung Sinn macht.

Einstimmig haben sich die Stadtverordneten am Donnerstag dafür entschieden, das Institut für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein mit dem Gutachten zu beauftragen. Dafür will die Stadt zunächst 18 000 Euro ausgeben. Folgen könnte eine Luftmessung – wenn es die Wissenschaftler für sinnvoll erachten.

Institutsleiter Professor Dr. Edmund Maser und der Toxikologe Dr. Hermann Kruse erläuterten in der Stadtverordnetenversammlung die Vorgehensweise. Vor einer Luftmessung muss klar sein, nach welchen Schadstoffen die Wissenschaftler überhaupt suchen müssen. „Wir dürfen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Wir müssen erst etwas über die Stoffe wissen“, sagte Kruse. Deshalb sollen zunächst die von der Industrie abgegebenen Emissionen festgestellt werden. „Es sind schon viele Daten da, wir können damit eine fundierte Aussage machen“, sagte Maser.

Rund 20 Studien und Gutachten, die im Zusammenhang mit der Luftqualität und möglichen Atemwegserkrankungen in Korbach stehen, sind zwischen 2005 und 2010 erstellt worden. Emissionsdaten des Continental-Werks, das Humantoxikologische Gutachten von Professor Dr. Erich Wichmann aus dem Jahr 2006 des Regierungspräsidiums, Immissionsanalysen, meteorologische Studien, Geruchsgutachten, Erhebnungen der Bürgerinitiative. „Es gibt eine große Bereitschaft von allen Seiten, die Daten weiterzugeben. Es wird nicht gemauert“, sagte Kruse.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 26. Februar.

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