72 Dosen im Korbacher Impfzentrum und 120 Dosen im Arolser Bürgerhaus gespritzt

Impfstart für über 80-Jährige in Waldeck-Frankenberg „ohne Probleme“

Geimpft: Helga und Heinrich Dörfler aus Bad Wildungen bekamen in Korbach das Vakzin verabreicht. Zur zweiten Impfung kommen sie am 2. März erneut ins Impfzentrum des Landkreises.
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Geimpft: Helga und Heinrich Dörfler aus Bad Wildungen bekamen in Korbach das Vakzin verabreicht. Zur zweiten Impfung kommen sie am 2. März erneut ins Impfzentrum des Landkreises.

Die ersten 192 Personen im Alter von über 80 Jahren sind am Dienstag im Impfzentrum des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Korbach sowie in Bad Arolsen gegen das Coronavirus geimpft worden.

Korbach - In der Kreisstadt wurde den Impflingen in der Großsporthalle auf der Hauer das Vakzin verabreicht. Parallel dazu startete auch das aufsuchende Impfen im Bürgerhaus in Bad Arolsen – dort wurden am Dienstag über 80-Jährige geimpft, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Die ersten Personen, die sich im Korbacher Impfzentrum das Vakzin in den Oberarm spritzen ließen, waren Elke und Ralf Scharkowski aus Bad Wildungen. „Wir haben die Spritze gut vertragen und sind zuversichtlich, dass es auch bei der zweiten so sein wird“, sagte das Ehepaar.

Ein Piks gegen das Coronavirus: Elke Scharkowski aus Bad Wildungen war die erste, die ihre Impfung im Impfzentrum in Korbach erhielt.

Wie Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese bei einem Pressetermin im Impfzentrum in Korbach am Vormittag berichtete, verliefen die Starts in der Kreisstadt und Bad Arolsen problemlos. Gemeinsam mit Landrat Dr. Reinhard Kubat wies er später darauf hin, dass der Tag insgesamt gut verlaufen sei – sowohl im Impfzentrum, als auch in Arolsen. „Wir sind erleichtert, dass es auch in der Fläche losgeht – und dass wir mit der Impfung eine effektive Maßnahme haben, um die Pandemie gezielt einzudämmen“, so Kubat und Frese.

Im hauseigenen Apothekenbereich des Korbacher Impfzentrums wird der Impfstoff von Apotheker Christoph Vogel vorbereitet. Elli Trapp (84) aus Korbach wurde als eine der ersten geimpft. Begleitet wurde sie von Enkelin Mona Henze (31).

Im Einsatz waren im Impfzentrum über den Tag verteilt in zwei Schichten 40 Mitarbeiter aus dem medizinischen Sektor und dem Verwaltungsbereich. Darunter waren Soldaten des Bataillons Elektronische Kampfführung 932 aus der Frankenberger Burgwaldkaserne. Im Impfzentrum wird derzeit das Vakzin aus dem Hause „Biontech/Pfizer“ verabreicht. Beim aufsuchenden Impfen, das in den kommenden Tagen noch in Frankenberg, Bad Wildungen und der Gemeinde Edertal stattfindet, kommt das Serum des Pharmaherstellers „Moderna“ zum Einsatz.

„Aufgrund der bislang noch überschaubaren Menge an Impfstoff werden wir im Impfzentrum in Korbach in den kommenden drei Wochen täglich 72 Impfungen durchführen“, so Frese. Auch die Zahl der Mitarbeiter werde sich bis Ende Februar nicht erhöhen. Wie viele Impftermine danach im Korbacher Impfzentrum täglich angeboten werden können, hänge von der Lieferung des Impfstoffs ab. Ausgelegt ist das Impfzentrum für eine Kapazität von 1000 Impfungen pro Tag.

Wurde im Impfzentrum verabreicht: Der Impfstoff aus dem Hause „Biontech/Pfizer“.

„Es war alles sehr gut durchorganisiert“

Helga (81) und Heinrich Dörfler (82) aus Bad Wildungen gehörten am Dienstag zu den ersten von 72 Personen, die gestern im Zuge der Öffnung des Impfzentrums des Landkreises Waldeck-Frankenberg geimpft wurden. Als sie die Großsporthalle auf der Hauer wieder verließen, waren sie voll des Lobes mit Blick auf ihre erste von zwei Impfungen gegen das Coronavirus.

„Es war alles sehr gut durchorganisiert“, sagte das Ehepaar. „Eigentlich sollten wir zeitversetzt dran kommen, ich um 11 und mein Mann um 15 Uhr. Als wir dann schon um 10 Uhr da waren, kamen wir aber direkt dran und wurden auch gemeinsam geimpft“, berichtete Helga Dörfler.

Wie unsere Zeitung auf Nachfrage bei Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese erfuhr, sei es aufgrund der aktuell eher geringen Zahl von täglichen Impfungen durchaus möglich, bei Paaren zeitliche Anpassungen vorzunehmen. Auch Personen, die wegen der aktuellen Wetterlage ihren Impftermin verpassen, würden am gleichen Tag auch ohne größere Wartezeit ihre Impfung erhalten. Allerdings stellte Frese auch klar, dass dies kein Aufruf dazu sei, zu kommen, wann es einem gerade passe. „Die Termine müssen auf jeden Fall eingehalten werden. Die Zahl der täglichen Impfungen im Zentrum wird sich im Laufe der Zeit erhöhen, so dass eine zeitliche Planung unabdingbar ist, um alle Impfungen auch weiterhin so problemlos durchführen zu können.“

Für Helga und Heinrich Dörfler war die eigentliche Impfung recht unspektakulär – beide fühlten sich danach gut, wie sie berichteten. Es sei ihnen auch unwichtig gewesen, welcher Impfstoff verabreicht wurde. „Ob Biontech oder Moderna ist uns egal. Wir haben ja ohnehin keinen Einfluss darauf, sondern erhalten den Impfstoff, der geliefert wird“, sagte Heinrich Dörfler, der noch darauf hinwies, dass er erst bei der zweiten Anmeldungsrunde ab dem 3. Februar die Termine im Impfzentrum in Korbach erhalten habe. „Als wir es beim ersten Mal Mitte Januar über die Kontaktmöglichkeiten des Landes Hessen versucht hatten, waren wir nicht durchgekommen.“

Auch Elli Trapp fühlte sich nach ihrer ersten von zwei Corona-Impfungen gut. Gespürt vom Piks habe sie auch kaum etwas. Die 84-jährige Korbacherin wurde am Dienstag von ihrer Enkelin Mona Henze ins nahe gelegene Impfzentrum begleitet. Die 31-Jährige hatte für ihre Großmutter sowie für ihre anderen Großeltern auch die Termine organisiert. „Ich habe das online gemacht, es lief alles super“, berichtete sie.

Elli Trapp (84) aus Korbach wurde als eine der ersten im Impfzentrum geimpft. Begleitet wurde sie von Enkelin Mona Henze (31).

Elke Scharkowski aus Bad Wildungen hatte den allerersten Termin im Korbacher Impfzentrum bekommen. Gemeinsam mit ihrem Mann Ralf gehört sie der ersten Priorisierungsgruppe an. „Das ist alles schon ein wenig aufregend. Der Piks an sich ging aber ganz schnell. Und wir freuen uns, dass wir die Impfung heute hier bekommen konnten“, sagten beide.

Die Ärztin Dr. Andrea Grebe klärte das Ehepaar Scharkowski über die Impfung auf. 

Im Impfzentrum trafen die älteren Menschen auch auf Dirk Wilke vom Kreisverbindungskommando Waldeck-Frankenberg. Gemeinsam mit Soldaten aus der Frankenberger Burgwaldkaserne unterstützte er die Mitarbeiter vor Ort. „Wir helfen dabei, die Impflinge zu erfassen. Im weiteren Verlauf leiten wir die Personen dann durch die Impfstraße und stehen für Fragen jederzeit zur Verfügung“, sagte Wilke.

Dirk Wilke vom Kreisverbindungskommando bei seinem Einsatz im Impfzentrum.

Landrat Dr. Reinhard Kubat und Karl-Friedrich Frese bezeichneten am Dienstag den Impfstart „als einen wichtigen Schritt bei der Bekämpfung der Pandemie“. Zwar seien die für Waldeck-Frankenberg vorerst verfügbaren Dosen noch nicht ausreichend für den Beginn der Massenimmunisierung. „Wir gehen aber davon aus, dass wir damit eine Vielzahl der Angehörigen der priorisierten Gruppen impfen lassen können“, sagten die beiden. Man hoffe, dass bald mehr des Serums zur Verfügung stehe, sodass die Immunisierung der Menschen in Waldeck-Frankenberg schnell deutliche Fortschritte mache.

Die ersten 120 Impfungen im Bad Arolser Bürgerhaus

Die ersten 120 von bisher 400 gemeldeten Personen über 80 Jahren haben im Bürgerhaus Bad Arolsen ihre erste Dosis gegen Covid-19 injiziert bekommen. Das Gebäude, in dem normalerweise gefeiert wird, Konzerte gegeben werden oder die Stadtverordneten tagen, wurde flugs zum Impfzentrum umgewandelt.

„Wir haben noch nie so viele positive Rückmeldungen wie heute“, staunte Dominik Wohl, stellvertretender Fachbereichsleiter Zentrale Dienste. Er hatte die organisatorischen Fäden gezogen und Einladungen an insgesamt rund 1300 über 80-Jährige aus der Großgemeinde verschickt, denen die Stadt – wie viele weitere Kommunen im Landkreis – mit diesem Angebot näher kommen will.

Impfung: Valentina Feller, Nichtärztliche Praxisassistentin, verabreicht dem früheren Landrat und Arolser Bürgermeister Dr. Günter Welteke eine Dosis. Im Hintergrund Arzt Dr. Johannes Nolte und links der stellvertretende städtische Fachbereichsleiter Zentrale Dienste, Dominik Wohl.

Es sind Senioren, die nicht in einer Einrichtung leben, und für die die Fahrt nach Kassel zum regionalen Impfzentrum oder zum Impfzentrum des Landkreises in Korbach zu umständlich ist. „Wir sind dankbar für diese Initiative aus Bad Arolsen“, lobte der frühere Landrat und Arolser Bürgermeister Dr. Günter Welteke den amtierenden Rathauschef Jürgen van der Horst, der während der gesamten Impfaktion zwischen 8 und 17 Uhr die Senioren im Foyer empfing.

Alles lief reibungslos, nach 25 Minuten, inklusive 15 Minuten Wartezeit nach der Impfung, konnten die Geimpften mit Begleitung das Bürgerhaus verlassen.

Und die vom Reporter Befragten waren zufrieden und bester Laune: „Erst dachte ich, gleich geht’s los, doch dann wurde die Injektionsnadel schon rausgezogen“, lacht Luise Güntner aus Mengeringhausen, die sich von Schwiegertochter Karin begleiten ließ. Die Senioren hat nach den ersten Berichten über Probleme bei den Anmeldungen in Kassel aufs Warten gesetzt. So handelte auch der Bad Arolser Heinrich Isenberg, der jedem empfiehlt, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, damit „die Pandemie endlich vorbeigeht.“

Dr. Welteke, der von sich sagt, er sei kein Impffreund, empfindet es als wichtig, sich und andere in dieser außergewöhnlichen Pandemie durch einen Piks schützen zu lassen. Die zweite Dosis gibt es in Kürze. Und Dominik Wohl schätzt, dass sich wohl noch weitere Senioren anmelden werden.

„Ein schwerer Krankheitsverlauf wird verhindert“

Wie wichtig Impfungen gegen das Coronavirus sind, dazu gab Thomas Hetche, Leiter des Fachdienstes Gesundheit beim Landkreis Waldeck-Frankenberg, im Gespräch mit unserer Zeitung Auskunft. „Sie verhindern schwere Krankheitsverläufe und tragen so mit dazu bei, dass weniger Menschen an einer Coronavirus-Infektion sterben“, sagt der Amtsarzt.

Thomas Hetche, Leiter des Fachdienstes Gesundheit

Zwar sei bislang noch nicht geklärt, ob ein Geimpfter infizierbar bleibe und ob er gegebenenfalls auch Virusüberträger sein könne. Hilfreich für die Eindämmung des Coronavirus seien Impfungen aber trotzdem. „Anzunehmen ist nämlich, dass Infektionen bei Geimpften nicht nur schwächer verlaufen, sondern auch kürzer sind. Dies senkt das Risiko einer Übertragung auf andere“, so Hetche. Generell gehe der Fachdienst Gesundheit mit der gebotenen Vorsicht vor. Sollte der Verdacht auftreten, dass sich eine geimpfte Person mit dem Coronavirus infiziert habe, werde für diese vom Landkreis auch weiterhin eine Quarantäne angeordnet. Tests in Altenheimen fänden ebenfalls weiter statt – auch bei bereits geimpften Personen.

Anmeldung für Impftermine

Seit einer Woche können sich Menschen der ersten Priorisierungsgruppe (ab 80 Jahre) über das Land Hessen online (impfterminservice.hessen.de oder impfterminservice.de) sowie telefonisch unter 0611/50592-888 oder 116-117 für eine Impfung gegen das Coronavirus im Impfzentrum in Korbach anmelden. Über das Prozedere zum „Aufsuchenden Impfen“ für mobilitätseingeschränkte Personen informiert die jeweilige Kommune ihrer Bürgerinnen und Bürger in einem Brief. 

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