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40 Jahre Suchtberatung: Evelyn Koch geht in den Ruhestand

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30 000 Kundenkontakte in knapp 40 Jahren hatte Evelyn Koch – und half mit ihrer Arbeit beim Diakonischen Werk vielen Suchtkranken, neue Chancen zu nutzen.

Korbach. Knapp 40 Jahre lang hat Evelyn Koch ihren Klienten bei der Suchtberatung geholfen, Probleme zu überwinden und neue Chancen zu nutzen. Nun hatte sie ihren letzten Arbeitstag.

Mehr als 100 Klienten im Jahr hat Evelyn Koch bei Suchtproblemen beraten – und das knapp 40 Jahre lang: Dienstag hatte sie ihren letzten Arbeitstag in der Suchtberatung des Diakonischen Werks. „Es war immer wieder faszinierend zu sehen, wie die Hilfesuchenden ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand nahmen und viele durch die Abhängigkeit verschüttete Fähigkeiten zu Tage kamen“, sagt sie.

Am 15. Mai 1979 begann sie in einem kleinen Büro in der Bahnhofstraße, dabei zu helfen: Der Kirchenkreis hatte dort eine Suchtberatungsstelle eingerichtet. Schnell wurde deutlich, dass die halbe Stelle für die Beratung im Landkreis nicht ausreichte – bereits sechs Wochen später wurde auf eine Ganztagsstelle aufgestockt. Unterstützt wurde Evelyn Koch von Beginn an durch eine halbe Stelle im Sekretariat und die Arbeit der Selbsthilfegruppen.

Sie war mit der Leitung der Suchtberatung und der Jugend- und Drogenberatung unter einem Dach ihrer Zeit voraus: In anderen Landkreisen Hessens waren diese organisatorisch getrennt und wurden erst in den 1990er-Jahren zusammengefügt.

Seit 1998 fest im Programm ist die ambulante Rehabilitation für Suchtkranke. Dabei zeigte sich Evelyn Koch experimentierfreudig: Als einzige hessische Beratungsstelle hält die im Kreis eine Kombination aus zwei Therapieansätzen vor, dem verhaltenstherapeutischen und dem tiefenpsychologischen.

2007 gab Evelyn Koch die Leitung der Beratungsstelle an ihre Nachfolgerin ab und widmete sich ausschließlich der Beratung und Behandlung. In den vergangenen 40 Jahren kamen so insgesamt knapp 30 000 Beratungskontakte mit rund 100 bis 130 Klienten pro Jahr zustande. Zudem leitete sie rund 900 Gruppensitzungen in der ambulanten Therapie.

Bei allen Veränderungen in der Arbeit zieht sich eine wichtige Erfahrung beständig durch ihr Berufsleben: „Zwar stoßen Hilfsangebote und Unterstützung gerade im Suchtbereich immer wieder an ihre Grenzen, aber in jeder Krise steckt auch die Chance zur Umkehr und zum Neubeginn. Ich habe immer wieder miterleben dürfen, wie bei den Menschen die zu uns kommen, neuer Lebensmut und neue Lebensfreude wachsen.“

Evelyn Koch wurde an ihrem letzten Arbeitstag in einer Feierstunde verabschiedet. Für ihre Tätigkeit erhielt sie das Goldene Kronenkreuz der Diakonie „Frau Koch war in ihrer gelassenen und fachlich fundierten Arbeit mit den Hilfesuchenden immer ein Vorbild für die Kolleginnen und Kollegen“, bedankte sich Klaus Fieseler, Leiter der Beratungsstelle, im Namen der Mitarbeiter: „Sie nimmt viel Wissen mit in den Ruhestand, aber sie hat ihr Wissen immer gern mitgeteilt und weitergegeben.“ Davon profitiert die Beratungsstelle auch in Zukunft.  (red)

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