Schützengesellschaft Adorf veranstaltet am Samstag, 5. April, besonderes Ereignis · Vorfreude groß

Fahrdienste bei der Schnade

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Freuen sich auf die Jahrhundertschnade: Frank Linnekugel, Wilhelm Pohlmann (Pöhlsche) und Christian Pohlmann (v. l), die die Schnade bereits einmal komplett zum Test abgelaufen sind.

Diemelsee-Adorf. - Die Schützengesellschaft 1514 Adorf feiert in diesem Jahr einen außergewöhnlichen Geburtstag: Sie besteht seit 500 Jahren. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten laden die Schützen am kommenden Samstag, 5. April, zur Jahrhundertschnade ein

Erster Vorsitzender Robert Erlemann freut sich, dass den Schützenbrüdern bei der über zweijährigen Vorbereitung viele Ideen gekommen sind, wie das besondere Jubiläum würdig gefeiert werden kann: „Wir feiern dieses einmalige Ereignis über das ganze Jahr verteilt in fünf Veranstaltungen. Nachdem mit der Ausrichtung eines Benefizkonzertes am 6. März in Zusammenarbeit mit der ‚Aktion für behinderte Menschen in Waldeck-Frankenberg‘ sowie der Gemeinde Diemelsee ein würdiger Auftakt gelungen ist, steht das nächste Highlight bereits bevor“, betont er.

Ganze Grenze abschreiten

Die Jahrhundertschnade am Samstag, 5. April, ist in der Tat ein außergewöhnliches Ereignis. Die gesamten Grenzen der Adorfer Gemarkung werden abgeschritten. „Bis zum Jahr 1837 wurden regelmäßig Schnadegänge, damals immer an einem Tag, um die komplette Gemarkungsgrenze durchgeführt. Nachdem Heimatforscher Alfred Emde im Jahr 1969 angeregt hatte, diese Tradition wieder aufleben zu lassen, werden seitdem wieder Schnadegänge durchgeführt. Zum 500-jährigen Bestehen werden wir am Samstag, 5. April, unter fachkundiger Führung unseres Obersts und Schnadekundigen Wilhelm Pohlmann (Pöhlsche) somit erstmals seit langer Zeit wieder eine Schnade entlang der gesamten Adorfer Gemarkungsgrenzen durchführen“, freut sich zweiter Vorsitzender Frank Linnekugel bei der Vorstellung des Zeitplans für die Schnade.

Bevor sich der Schnadezug in Bewegung setzt, treffen sich alle Teilnehmer um sechs Uhr zu einer kurzen Andacht in der St.-Johannis-Kirche in Adorf. Um 6.30 Uhr ist dann Abmarsch von der St.-Johannis-Kirche in die Heimbicke, wo die Jahrhundertschnade dann pünktlich um sieben Uhr startet.

Der erste Abschnitt geht von der „Heimbicke“ über die „Wirmighäuser Mühle“, weiter über den „Rottenberg“ zum Abzweig Benkhausen bis schließlich zur „Glockenbicke“. „In der ‚Glockenbicke‘ wird ein erster Verpflegungspunkt organisiert. Hier können sich diejenigen der Jahrhundertschnade anschließen, denen ein früherer Einstieg nicht möglich ist. Es besteht die Gelegenheit, sich von der Adorfer Ortsmitte zur ‚Glockenbicke‘ bringen zu lassen. Ebenfalls kann von der ‚Glockenbicke‘ im Anschluss wieder zurück zur Ortsmitte gefahren werden“, stellt Christian Pohlmann, selbst aktives Vorstandsmitglied und gemeinsam mit anderen Festausschussmitgliedern für die Durchführung der Jahrhundertschnade verantwortlich, heraus. Niemand erwarte, dass alle Teilnehmer die gesamte Strecke mitlaufen. Die Schützengesellschaft freut sich über jeden, der sich auch lediglich an Teilabschnitten beteiligt.

Teilabschnitte mitgehen

Abschnitt zwei startet dann um neun Uhr in der „Glockenbicke“ und führt über den „Lingelscheid“, „Auf dem Rhenegger Feld“, „Auf der Halle“, „An der Schieferkuhle“, „An der Trift“ bis schließlich zur „Detmeke“. Dort wird ein weiterer Verpflegungspunkt eingerichtet. Hier können sich ebenfalls diejenigen der Jahrhundertschnade anschließen, denen ein früherer Einstieg nicht möglich ist. Es besteht dazu die Möglichkeit, sich von der Adorfer Ortsmitte zur „Detmeke“ bringen zu lassen. Ebenfalls kann von der „Detmeke“ im Anschluss wieder zurück zur Ortsmitte gefahren werden.

Um 11.45 Uhr begibt sich der Schnadezug in der „Detmeke“ auf den dritten Abschnitt über die Flurbezeichnungen „Mühlenberg“, „Schweinejohann“, „In der Werbel“, „Bachübergang über die Rhene“, „Watersberg“ (der von einer mehrere hundert Jahre alten „dicken Buche“ gekrönt wird), „Vor der Landwehr“ bis schließlich zum „Maibusch“. In der Werbel wird zudem ein weiterer Verpflegungspunkt organisiert.

Um 14.15 Uhr erreicht der Schnadezug den Fuß des Watersberges. Hier können sich ebenfalls diejenigen der Jahrhundertschnade anschließen, denen ein früherer Einstieg nicht möglich ist. Es besteht dazu wiederum die Möglichkeit, sich von der Adorfer Ortsmitte zum Fuß des „Watersberges“ bringen zu lassen. Ebenfalls kann von dort wieder zurück zur Ortsmitte gefahren werden.

In Erinnerung an den Schnadegang von 1971 hatte der Waldbesitzer (Baron von Elverfeldt) damals dem ersten Vorsitzenden der Schützengesellschaft (Georg Schluckebier) einen gravierten Zinnbecher überreicht, der auch diesmal für den Begrüßungstrunk an diesem schönen Fleckchen Erde zum Einsatz kommt.

„Auf dem Maibusch“ wird ein weiterer Verpflegungspunkt organisiert. Hier können sich ebenfalls diejenigen der Jahrhundertschnade anschließen, denen ein früherer Einstieg nicht möglich ist. Es besteht dazu die Möglichkeit, sich von der Adorfer Ortsmitte zum „Maibusch“ bringen zu lassen. Ebenfalls kann vom „Maibusch“ im Anschluss wieder zurück zur Ortsmitte gefahren werden.

Der vierte Abschnitt

Der finale Abschnitt beginnt schließlich um 15.30 Uhr „Auf dem Maibusch“. Über den „Webbel“, die „Kirche Esbeck“, das „Lupen- und Fresental“ geht’s zum „Forst“, ehe die Stationen „Alte Heerstraße“/ „Hermannshof“, „Auf dem alten Felde“, „Auf der Kalten Buche“ die Schnadegänger wieder die Heimbicke erreichen lassen.Mit einer Rückkehr in die Heimbicke wird gegen 18.30 Uhr gerechnet.

Abschluss in der „Linde“

Anschließend wollen die Schnadeteilnehmer ab etwa 19 Uhr gemeinsam im Gasthof „Zur Linde“ dieses einmalige Ereignis ausklingen lassen. Die „Linde“ hat dazu bereits ab 17 Uhr für jedermann geöffnet. Besonders sind Gäste willkommen, die die Jahrhundertschnade nicht oder teilweise mitgegangen sind. Hier soll gemeinsam dieser historische Tag ausklingen.

Schnadekundiger Oberst Wilhelm Pohlmann, der die gesamte Strecke bereits mehrmals am Stück abgelaufen ist, fasst abschließend zusammen: „Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme unserer Mitglieder und der Adorfer Bevölkerung sowie hoffentlich auch durch unsere befreundeten waldeckischen und westfälischen Nachbarn und viele weitere Gäste. Wir freuen uns auf dieses unvergessliche Ereignis. Für alle Teilnehmer, die die gesamte Strecke laufen, wird es zu einem späteren Zeitpunkt eine besondere Auszeichnung geben.“

Weitere Infos im Internet unter www.schuetzen-adorf.de

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