Alphornmesse und musikalisches Beisammensein auf dem Ettelsberg

Familientreffen: Harter Kern harrt aus

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Alphornbläser aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Belgien waren auf dem Ettelsberg mit von der Partie. Foto: Schiefner

Willingen - Spätsommerlicher Härtetest bei der Willinger Alphornmesse: Bei ungemütlichen Temperaturen, Regen, grauem Himmel und kühlem Wind wurde das Durchhaltevermögen der Mitwirkenden und Besucher am Sonntag auf die Probe gestellt.

Angesichts warmer Tage in der vergangenen Woche hatte Hüttenwirt Siegfried von der Heide - er ist der Motor der Veranstaltung - auf ein ebenso schönes und sonniges Alphorn-Wochenende gehofft. Doch daraus wurde nichts. Umso erfreulicher, dass der „harte Kern“ trotz des schlechten Wetters auf den Ettelsberg kam. „Wir sind ja schließlich nicht aus Zuckerwatte“, scherzte ein Wanderer aus dem Sauerland.

Im Vorfeld der Veranstaltung fanden bereits am Samstag in Willingen und in Düdinghausen Vorabendmessen statt, die von Bläsern und Sängern mitgestaltet wurden. Am Sonntagmorgen erklang zur Freude der Einheimischen und Gäste der musikalische Weckruf von den Uplandbergen.

Warm verpackt, wasserfest eingehüllt und gut beschirmt erlebten zahlreiche Besucher die feierliche Bergandacht, die von den Pfarrern Christian Röhling von der evangelischen und Gisbert Wisse von der katholischen Kirchengemeinde gemeinsam gestaltet wurde. Sie stand unter dem Motto „Familientreffen auf dem Ettelsberg“. Für den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes und des anschließenden musikalischen Beisammenseins sorgten die „Zwölf Räuber“, Alphornbläser aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz, der Usselner Posaunenchor unter Leitung von Helfried Heine, die Bläsergruppe der Waldeckischen Jägerschaft, eine niederländische Dudelsackgruppe und die ebenfalls aus dem Nachbarland stammenden „Einder Muzikanten“, der Musikverein Düdinghausen sowie zahlreiche andere Gruppen.

„Musik bringt Menschen und Völker zusammen“, so Pfarrer Christian Röhling, der darauf hinwies, dass Musiker zu einer großen Familie gehören; sie verstehen sich, auch wenn sie nicht dieselbe Muttersprache haben. Doch die Alphornmesse war nicht nur ein Familientreffen für die Mitwirkenden, sondern ebenfalls für die Besucher, für Jung und Alt, für Menschen, die zur großen christlichen Familie gehören.

„Wir sind Teil der Menschheitsfamilie“, erklärte Pfarrer Gisbert Wisse. „Gott will, dass wir in Frieden, Gerechtigkeit und Fröhlichkeit miteinander leben und unseren Streit fair austragen.“ Er appellierte an die Besucher mitzuhelfen, „dass auch für die Menschen morgen die herrliche Schöpfung Gottes noch lebenswert ist“. - Die Kollekte des Tages ist bestimmt für die Familien- und Kinderarbeit in der evangelischen Kirchengemeinde und für dringend notwendige Reparaturarbeiten an der katholischen St.-Augustinus-Kirche.

Ein Blick nach vorn: 2013 findet die Alphornmesse ebenfalls wieder am letzten Sonntag im August statt. Sie wird voraussichtlich von zwei besonderen Gästen mitgestaltet: Vom katholischen Erzbischof Hans-Josef Becker (Paderborn) und vom Bischof der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen und Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein.

(von Ulrike Schiefner)

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