Hilfeleistungen auch während Corona sichergestellt

Feuerwehr Korbach: "Einsätze uneingeschränkt fahren"

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Auch bei der Feuerwehr wird auf Abstand geachtet – soweit möglich: Stadtbrandinspektor Carsten Vahland lobt das Engagement der Aktiven in der Krise. 

Ausbildung und Übungsabende gibt es derzeit bei keiner Feuerwehr in Hessen, doch trotz Einschränkungen „gibt es bei Brandschutz und technischer Hilfeleistung keinen Unterschied zur Zeit vor der Corona-Krise“, sagt Korbachs Stadtbrandinspektor Carsten Vahland. „Einsätze werden uneingeschränkt gefahren.“

Die Feuerwehrhäuser im gesamten Korbacher Stadtgebiete dürfen derzeit nicht genutzt werden, weder für Übungsabende noch für Lehrgänge wie in Erster Hilfe. Auch, um im Krisenfall eventuell sofort darauf zurückgreifen zu können, sagt Korbachs oberster Feuerwehrmann. Die Gerätehäuser werden nur genutzt, wenn Einsätze anstehen und die Aktiven sich umziehen und ausrücken.

Und da nie alle gleichzeitig im Einsatz seien, könne man in den Umkleiden ausreichend Abstand zueinander halten, sagt Vahland. Auch im Einsatz „versuchen wir – im Rahmen des Machbaren – Abstand zu halten. Im wahrsten Sinne müssen wir aber auch mal Hand in Hand arbeiten.“ Dabei helfe es dann auch, dass eine Ausrüstung getragen werde.

"Alarmieren nicht weniger, sondern setzen zielgerichteter ein"

Eine Besonderheit gibt es derzeit bei Kleinsteinsätzen wie brennenden Mülltonnen beispielsweise. „Wir fahren aktuell nicht mit mehreren Fahrzeugen zu solchen Einsätzen, sondern mit einem.“ Im Stützpunkt würden aber stets weitere Kameraden bereit stehen. Durch die Reduzierung der Einsatzkräfte soll verhindert werden, dass zu viele Einsatzkräfte vor Ort sind, der Kontakt wird so minimiert. „Wir alarmieren generell nicht weniger Leute, sondern setzen sie nur zielgerichteter ein.“

Eine Einteilung, die es schon vor Corona bei der Korbacher Kernstadt-Feuerwehr gab, ist jetzt von Vorteil: Es gibt eine Aufteilung in zwei Züge. Im Einsatz sei grundsätzlich nur ein Zug, sagt Carsten Vahland. Sollten im Fall der Fälle alle Einsatzkräfte aus einem Zug ausfallen, würde der zweite Zug übernehmen. Zudem gibt es eine Unterteilung in Tages- und Nachtbereitschaft.

In den Ortsteilen wird ebenfalls füreinander eingesprungen. Sollten die Mitglieder einer Wehr beispielsweise unter Quarantäne stehen, springt die Einsatzabteilung aus dem Nachbarort ein. Zudem rückt die Wehr aus der Kernstadt immer zu Einsätzen in den Orten mit aus. Einzige Ausnahme: Kleinsteinsätze.

"Alle sind top ausgebildet"

Egal bei welchem Einsatz: Die Feuerwehrleute wissen nie, ob sie es dabei auch mit Menschen zu tun haben, die mit Corona infiziert sind. Wenn es beispielsweise darum geht, Verletzte nach einem Unfall aus ihren Fahrzeugen zu befreien, werden seit jeher Einmal-Handschuhe getragen. „Wir gehen nicht davon aus, dass jeder infiziert ist.“ Ein Mundschutz wird deshalb nur im konkreten Verdachtsfall getragen, zum Beispiel bei Hilfseinsätzen für Rettungsdienste, wenn es um Corona-Patienten geht.

Dass derzeit nicht geübt und Wissen aufgefrischt werden kann, bedeute keinen Qualitätsverlust. „Es geht auch mit einer gewissen Übungsabstinenz, weil alle top ausgebildet sind.“ Vor allem die Stamm-Mannschaft habe ein hohes Ausbildungsniveau. Vahland lobt die rund 400 Feuerwehrleute im Stadtgebiet. Selbst in schwierigsten Zeiten seien alle zu 100 Prozent da, „da kann man nur Respekt vor haben“.

Von Julia Renner

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