Private Fahrzeughalle steht Ottlarern nicht mehr zur Verfügung

Feuerwehr muss bis Herbst umziehen

+
Zurück zu den Wurzeln: Statt in der bislang genutzten privaten Halle soll die Feuerwehr künftig in ihrem alten Domizil unterkommen.Archivfotos: Volkenrath

Diemelsee - Ottlar - Die Diskussionen um das Feuerwehrgerätehaus Ottlar legten die Diemelseer im Herbst bei. Inzwischen sind sie wieder entflammt: Da die bisherige Fahrzeughalle künftig doch nicht mehr bereit steht, braucht die Wehr bis Oktober eine neue Bleibe.

Das Thema Gerätehaus schwelt in Ottlar seit Jahren. Da die Fördermittel des Landes 2012 verfallen, diskutieren die Gemeindevertreter im Herbst 2011 über verschiedene Varianten. Sie reichen vom Anbau an die Dommelhalle bis zum Neubau an verschiedenen Standorten.

Als Wehrführer Andreas Fieseler zusagt, seine private Halle, in der das TSF-W seit 2001 steht, für weitere fünf Jahre bereitzustellen, ist der Neubau vom Tisch. Die zugesicherte Miete ist zum Zeitpunkt des Parlamentsbeschlusses aber noch nicht vereinbart. Im Zuge der Verhandlungen konnten sich Kommune und Eigentümer laut Bürgermeister Volker Becker nicht auf einen „akzeptablen Mietpreis“ einigen.

In der Folge verlangte Fieseler die Räumung der Halle zum 29. Februar 2012. Nach weiteren Gesprächen einigten sich die Beteiligten auf eine Nutzung bis zum 30. September 2012. Nach Angaben des Bürgermeisters entspricht dies „der regulären Kündigungsfrist“. Das Amt des Wehrführers hat der Ottlarer inzwischen an seinen bisherigen Stellvertreter Martin Preising übergeben. „Seinen Rücktritt hatte Andreas Fieseler allerdings schon im Sommer angekündigt und mit beruflichen Anforderungen begründet“, stellt Preising klar. Die Umstrukturierung im Rahmen der Jahreshauptversammlung, bei der Preising und sein Stellvertreter Bernd Drössler gewählt wurden, habe somit keinen Bezug zu den Verhandlungen. Schandfleck verschwindet Da die Ortsteilwehr nun dringend eine neue Bleibe braucht, diskutieren die Gemeindevertreter bei ihrer nächsten Sitzung am 4. Mai (siehe weiteren Text) erneut über das Feuerwehrgerätehaus Ottlar. Die Mittel für die Unterkunft müssen die Abgeordneten außerplanmäßig bereitstellen. „Die Deckung ist allerdings gewährleistet“, betont Becker mit Blick auf den Haushalt. Nach der Ausschreibung zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses Adorf spare die Gemeinde rund 110?000 Euro ein, die nach Ottlar fließen können. Obwohl der Umbau des alten Gerätehauses in der Ortsmitte 2001 und 2011 verworfen worden war, prüfte Architekt Jürgen Kepplin (Korbach) ihn auf Wunsch der Wehr erneut. Die Wehr nennt folgende Vorteile: l?Eigenleistungen sind bei einem Umbau besser zu erbringen als bei einem Neubau. l?Der Verfall des Gebäudes wird gestoppt, der Schandfleck im Ortszentrum verschwindet. l?Die Sirene, die bei einem späteren Abriss für 15?000 bis 20?000 Euro versetzt werden müsste, kann an Ort und Stelle bleiben. Die ordentliche, kleine Lösung mit Garage, Schulungsraum, Umkleiden und sanitären Anlagen, die sich die Ottlarer seit mehreren Jahren wünschen, erarbeiteten sie gemeinsam mit Kepplin. Als Fahrzeughalle soll die ehemalige Gefrieranlage dienen. Unfallkasse und Technischer Prüfdienst lehnten den einfachen Einbau eines Tores wegen der zu geringen Durchfahrtshöhe aber ab, sodass folgende Umbauvarianten entstanden: l?Variante 1: In die Halle werden Überzüge eingebaut, damit die Durchfahrtshöhe stimmt. Der Schulungsraum findet im Obergeschoss Platz. Kosten: rund 160?000 Euro, davon 30?000 Euro Eigenleistung. l?Variante 2: Die Hallendecke wird entfernt, im Torbereich ein Sturz eingebaut, das Dach gedämmt. Der Schulungsraum entspricht Variante 1. „Diese Variante erfüllt weitgehend die Vorgaben der Unfallkasse und des Technischen Prüfdienstes“, heißt es aus der Gemeindeverwaltung. Kosten: rund 150?000 Euro. Die Eigenleistung liegt mit 40?000 Euro höher. Bei Variante 1?ist sie wegen schwieriger statischer Arbeiten eingeschränkt. Warten auf grünes Licht „Wir stehen alle hinter den Umbauplänen und hoffen, dass sie so durchgehen“, berichtet Wehrführer Preising auf WLZ-Anfrage. Nach dem Parlament müssten Unfallkasse und Prüfdienst grünes Licht geben. Die Fraktionen der Gemeindevertretung haben sich zur Freude des Wehrführers bereits vor Ort informiert und Unterstützung signalisiert. „Wir wollen den Umbau auf jeden Fall, soweit es uns möglich ist, mit Eigenleistung unterstützen“, erklärt der Ottlarer und fügt lächelnd hinzu: „Etwas anderes bleibt uns ja auch nicht übrig.“ „Wenn das Parlament zustimmt, wird der Bauantrag umgehend gestellt“, verspricht der Bürgermeister. Den Diemelseern, die derzeit im alten Gerätehaus wohnen, will er eine Alternative anbieten.

Hintergrund

Um das in die Jahre gekommene Gerätehaus in der Ortsmitte durch einen Neubau zu ersetzen, beantragt die Gemeinde 2000 Landesmittel. Den Bewilligungsbescheid erhält sie 2002. Bereits 2001 muss die Wehr allerdings umziehen: Als sie ihr TSF-W bekommt, reicht die alte Bleibe nicht mehr aus. Ein Umbau gilt als zu teuer. Die Wehr zieht in die Fahrzeughalle des ehemaligen Bauunternehmens Fieseler. Eigentümer und Wehrführer Andreas Fieseler betrachtet dies als eine Zwischenlösung. Mietvertrag und -zahlungen gibt es daher nicht. Da die Ottlarer sich einen eigenen Stützpunkt wünschen und die Fördermittel nach zehn Jahren verfallen, kommt das Projekt im Herbst 2011 auf die Tagesordnung des Parlaments. Die Abgeordneten stellen den Neubau in Zeiten knapper Kassen zurück. Die Wehr bleibt, wo sie ist.(nv)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare