Leitstelle im Kreishaus entlasten

Auf Großlagen vorbereitet: Feuerwehren in Waldeck-Frankenberg richten dezentrale Einsatzleitungen ein

Üben den Ernstfall: (von links) Harald Casper und Corinna Jahndel am Funktisch der Örtlichen Technischen Einsatzleitung im Feuerwehr-Stützpunkt Korbach.
+
Üben den Ernstfall: (von links) Harald Casper und Corinna Jahndel am Funktisch der Örtlichen Technischen Einsatzleitung im Feuerwehr-Stützpunkt Korbach.

Immer häufiger müssen die Feuerwehren im Landkreis bei Unwettern oder Hochwassern ausrücken. Das bedeutet in der Regel viele Einsätze zur gleichen Zeit, die koordiniert und gesteuert werden müssen. Um die zentrale Leitstelle im Korbacher Kreishaus in solchen Fällen zu entlasten, richten immer mehr Feuerwehren sogenannte Örtliche Technische Einsatzleitungen (ÖTEL) ein.

Waldeck-Frankenberg – „Beispielsweise bei Unwetterlagen kann nicht jeder Einsatz in der zentralen Leitstelle disponiert werden“, erläutert Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick, Fachdienstleiter für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz im Kreishaus. Von insgesamt 22 Kommunen in Waldeck-Frankenberg hätten bislang 17 eine ÖTEL beim Landkreis angemeldet, sagt Biederbick.

Bei Großschadenslagen und komplexen Einsätzen bauen die Feuerwehren in den Großgemeinden in wenigen Minuten eine kleine Leitstelle auf, von der aus sie die Einsätze koordinieren, sich mit Lagekarten einen Überblick über die eingesetzten Kräfte verschaffen und die Einsätze dokumentieren. Notrufe, die weiterhin in der zentralen Leitstelle im Kreishaus einlaufen, werden direkt an die ÖTEL weitergeleitet.

Korbach wird als nächstes hinzustoßen: 28 Einsatzkräfte haben in dieser Woche ihre Ausbildung abgeschlossen. „Wir werden uns nächste Woche beim Landkreis einsatzbereit melden“, sagte Stadtbrandinspektor Carsten Vahland. 2019 hatten die Feuerwehrleute die ersten Softwareschulungen im Stabsraum des Landkreises absolviert. Parallel sei die notwendige Technik für den Stützpunkt beschafft worden, erläutert Vahland.

Die 28 Einsatzkräfte, die für die Örtliche Technische Einsatzleitung aus mehreren Korbacher Ortsteilwehren rekrutiert worden seien, teilten sich auf zwei Gruppen auf, erläutert der Stadtbrandinspektor: „Damit können auch lang andauernde Einsatzlagen abgearbeitet werden, da ein Schichtdienst eingerichtet werden kann“, so Vahland. „Auch die Führungsaufgaben in der ÖTEL werden ausschließlich von ehrenamtlichen Kräften übernommen“, betont der Korbacher Stadtbrandinspektor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare