Großeinsatz in der Altstadt

Feuerwehren üben Menschenrettung am Korbacher Rathaus

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Großer Aufmarsch vor dem Rathaus: 18 Fahrzeuge und rund 80 Einsatzkräfte rückten in die Korbacher Altstadt an, um bei einer Alarmübung Menschen aus dem brennenden Verwaltungsgebäude zu retten.

Korbach. Kurz vor Beginn der Abbrucharbeiten am Rathaus in der Stechbahn führten die Feuerwehren noch rasch eine Großübung durch.

 Viel Rauch um Nichts? – Der ein oder andere wird es vielleicht so sehen, jedoch sind Alarmübungen mit Blaulicht und Martinshorn äußerst wichtig für die Ausbildung von Feuerwehren. Sehr oft mangelt es aber an geeigneten Objekten und Gelegenheiten.

Deshalb packten die Korbacher Wehren eine günstige Gelegenheit am Samstagnachmittag beim Schopf: Kurz vor Beginn der Abbrucharbeiten am Rathaus in der Stechbahn, führten sie noch rasch eine Großübung durch.

Arbeiteten Hand in Hand: Kameraden aus Meineringhausen und Korbach beim Aufbau eines Löschangriffs und der Menschenrettung über eine vierteilige Steckleiter.

Angenommene Lage war eine Verpuffung mit anschließendem Feuer im Heizungskeller. Durch die starke Rauchentwicklung und schnelle Ausbreitung der Flammen innerhalb des zentralen Treppenhauses waren mehreren Personen die Fluchtwege versperrt. Teileweise retteten sie sich auf Balkone und das Flachdach oder waren in Büros im historischen Altbau eingeschlossen.

Alarmiert durch die Brandmeldeanlage und Anrufe von eingeschlossenen Personen bei der Rettungsleitstelle löste diese einen Großalarm für die Feuerwehren Korbach, Goldhausen, Meineringhausen, Lengefeld, Lelbach, Meineringhausen und Rhena aus. Diese rückten daraufhin mit 18 Fahrzeugen und rund 80 Einsatzkräften an.

Unter den Blicken von Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt und seinen beiden Stellvertretern Carsten Vahland und Arno Zenke sowie zahlreichen Passanten rüsteten sich mehrere Trupps mit Atemschutzgeräten aus und durchsuchten den großen, verrauchten Gebäudekomplex des Rathauses nach vermissten Personen. Andere Gruppen machten sich an die Brandbekämpfung im Heizungsraum begannen.

Schwerpunkt der Großübung war laut Einsatzleitung die Menschenrettung über Leitern. Im Bereich des Rathausvorplatzes und der Prof.-Kümmel-Straße wurden Personen über Steck- und Schiebleitern gerettet. Mit dem großen Korb der neuen Drehleiter brachten die Helfer von der Stechbahn ausgleichzeitig vier Personen vom Dach in Sicherheit.

Zuschauer in der Stechbahn werden sich allerdings die Frage gestellt haben, wie eine Rollstuhlfahrerin sich ohne geeigneten Zugang auf das Flachdach retten konnte? Wie alles, war auch dies natürlich für die Übung gestellt. Da man mit dem Korb der ein Jahr alten Drehleiter auch Rollstuhlfahrer retten kann, sollte auch dies für den Ernstfall geprobt werden. – Als Statisten hatten sich übrigens Kameraden der städtischen Wehren zur Verfügung gestellt, die nicht aktiv an der Übung beteiligt waren.

Nach rund einer Stunde rückten die Einsatzkräfte wieder ab und trafen sich zur gemeinsamen Manöverkritik am Stützpunkt am Südring. Friedhelm Schmidt zeigte sich mit der letzte Alarmübung in seiner 30-jährigen Tätigkeit als Stadtbrandinspektor sehr zufrieden und lobte den guten Zusammenhalt der Wehren. (cas)

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