Gemeindevertreter fassen Beschlüsse zur Sicherung des Brandschutze

Feuerwehren üben Schulterschluss

Diemelsee - Die Aktiven der Sudecker und der Rhenegger Feuerwehr bilden ab dem 1. März eine gemeinsame Einsatzabteilung. Dem stimmte auch das Parlament zu.

Nur noch fünf Aktive hat die Sudecker Feuerwehr, tagsüber könnten berufsbedingt nur drei zu Einsätzen ausrücken – zu wenige, um den Brandschutz im Dorf sicherzustellen. „Sudeck ist nicht stark aufgestellt“, erklärt auch Bürgermeister Volker Becker. Deshalb ist er froh, dass sich die Ehrenamtlichen auf eine Lösung verständigt haben: Die Einsatzabteilungen in Sudeck und Rhenegge schließen sich zusammen. Dem stimmten auch alle Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung am Freitag Abend im Adorfer Feuerwehrhaus zu. Durch diese Fusion steige die Alarmierungssicherheit am Tage, außerdem werde „die Leistungsfähigkeit der neuen Wehr auf dem bisherigen guten Niveau gehalten“, erläuterte Becker. Dies trage auch dem Bevölkerungswandel Rechnung, dass den Wehren gerade in kleinen Ortsteilen immer weniger Personal zur Verfügung stehe. Der Standort Sudeck soll aufgegeben werden, das fast 30 Jahre alte Fahrzeug – ein TSF – und die sechs Jahre ältere Tragkraftspritze werden abgegeben. Das 1977 erbaute Feuerwehrhaus besteht nur aus einer Garage ohne Umkleidemöglichkeiten und ohne Heizung. Der Technische Prüfdienst des Landes hat den Zustand schon bemängelt. Durch die Fusion kann die Gemeinde auf einen etwa 
110 000 Euro teuren Neubau im Dorf verzichten. Im Haus könnte ein anderes Fahrzeug etwa der IUK-Gruppe des Kreises oder ein Mannschaftstransporter untergebracht werden. „Sudeck hat personell Schwierigkeiten gehabt, wir mussten uns Gedanken machen“, sagte der neue Gemeindebrandinspektor Karl-Wilhelm Römer. Rhenegge habe sich bereit erklärt, die Sudecker Kameraden aufzunehmen. Das Land fördert den Zusammenschluss mit bis zu 30 000 Euro. Rund 15 000 Euro seien für den Umbau der Umkleideräume im Rhenegger Feuerwehrhaus vorgesehen, berichtete Becker. So müssen neue Spinde aufgestellt werden. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Beate Schultze begrüßte die Fusion, sie ermögliche „Synergieeffekte“. SPD-Sprecher Martin Tepel fand es „skurril“, dass die Landesregierung Zusammenschlüsse fördere. Er fragte, ob dies eine „indirekte Aufforderung“ an die Aktiven sei: „Wir brauchen euch nicht.“ Tatsächlich bräuchten die Wehren aber alle. Weitere Beschlüsse:
Den neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehren nahmen die Gemeindevertreter einstimmig an. Karl-Wilhelm Römer stellte das 105-seitige Papier vor, das er mit seinen Stellvertretern Torsten Behle und Uwe Becker ausgearbeitet hat. Die Fortschreibung sei durch die Fusion der beiden Einsatzabteilungen, durch den Bau neuer Feuerwehrhäuser oder die Anschaffung neuer Fahrzeuge etwa für Adorf erforderlich geworden. Auch die Gefahreneinstufungen seien „dem Bedarf angepasst“ worden. Mit Blick auf die Personalstruktur gerade bei Einsätzen am Tage betonte Römer: „Wir müssen mehr Menschen gewinnen, die für den Brandschutz ehrenamtlich zur Verfügung stehen.“ Und: „Wir müssen noch enger zusammenrücken und ortsübergreifend arbeiten.“ Zwar sei Diemelsee derzeit „noch sehr gut aufgestellt“, dennoch seien weitere Zusammenlegungen von Wehren nicht auszuschließen. Er verwies auch auf noch bestehende Sicherheitsmängel wie eine nicht ausreichende Löschwasserversorgung. Auch die bis 2018 notwendigen Investitionen listete er auf.Eine neue Gebührensatzung
für die Einsätze der Wehren billigten die Gemeindevertreter ebenso einmütig. Sie folgt dem Muster des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Von Dr. Karl Schilling

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