Kultur- und Heimatverein sorgt mit seiner Komödie „Grand Malheur“ für unterhaltsamen Theaterabend

Feuerwerk der Komik in Herzhausen

Mit heiterem Applaus belohnt: Jenny (Ulrike Raabe) serviert Sekt zur Begrüßung von Birgit Ballon (Ortsvorsteherin Christine Scheffer), Hausmeister Hans (Michael Gressler) hasst nichts mehr als die Unterbrechung seiner Pausenroutine und Martin „Brando“ Brändle (Harald Henkler) trägt den Altkleider-Badeanzug. Fotos: Hennig

Vöhl-Herzhausen. - Herzhaft und viel gelacht haben die Zuschauer bei „Grand Malheur“, der sechsten Theateraufführung des Kultur- und Heimatvereins Herzhausen.

Gründe genug zum Lachen gab es in der bislang gelungensten Produktion von Beginn an, denn unter Petra Depmeiers Regie brachten sämtliche Darsteller optimale Leistungen, sobald der Vorhang aufging.

Seitdem Controllerin Sabine Brändle (Susanne Stracke) das defizitäre Wellness-Hotel „Faltenburg“ auf Gewinnkurs bringen soll, gehen die Uhren anders, auch wenn das längst nicht alle einsehen wollen oder gründlich missverstehen. So nimmt Putzfrau Elli (Christiane Maurer) das Zeitmanagement zu wörtlich und schreibt beim Wischvorgang jeden Schritt einzeln auf.

Leben in „Grufti-Kaserne“

Das Gläschen Sekt, das die zur Teilzeit-Empfangsdame umfunktionierte Fitness-Trainerin Jenny Stark (Ulrike Raabe) den Gästen reicht, um sich selbst immer wieder eines zu genehmigen, gehört ebenso zur Routine wie das Verlangen sämtlicher Gäste und Mitarbeiter nach dem jungen Masseur Georg (Janik Resa). Das zuletzt geradezu groteske Ausmaße annehmende „Grand Malheur“, das Schönheitsexperte Jean-Pierre (Klaus Pohlmann) permanent nach Kurzbehandlungen in dessen kundigen und zärtlichen Händen treibt, entwickelt sich zur titelgebenden Konstante der Komödie.

In Sachen Georg bilden Richard Schneidermann (Michael Huthwelker), dem immer noch die rechten Worte fehlen, wenn er Elli eine Liebeserklärung machen will, und Martin Brändle (Harald Henkler) die Ausnahme. Der stets zu Streichen aufgelegte Vater von Sabine empfindet seinen Aufenthalt im Wellness-Hotel als „14 Tage Haft unter erschwerten Bedingungen“ und will die „Grufti-Kaserne“ aufmischen. Der kriminelle Direktor Kowalski (Michael Gressler) zweigt sämtliche Barzahlungen gleich in den eigenen Geldbeutel ab und will die Controllerin deshalb bei erster Gelegenheit loswerden.

Birgit Ballon und das Buffet

Zum Wirtschaftskrimi gesellen sich zahlreiche Liebeshändel, einige Originale und die glückliche Auflösung von Generationskonflikten, nachdem sich die Kinder wie Sabine Brändle und Thomas Müller (Markus Wilke) zu allzu gestrengen Aufsehern ihrer Eltern entwickelt haben, die den Alten kein eigenes Leben mehr gönnen.

Doch bis aus der Controllerin die neue Hoteldirektorin wird, die im Physiotherapeuten den Mann fürs Leben und den passenden Nachfolger für Georg findet, brennen die Darsteller ein wahres Feuerwerk an Charakterkomik ab: Christine Scheffer in der Rolle der beliebten Birgit Ballon, die kein Buffet ansehen kann, ohne zwei Kilo zuzunehmen. Als lebenskluge Putzfrau zeichnet Christiane Maurer für zahlreiche Momente mit Humor und Herz verantwortlich.

Etliche komische Glanzlichter setzt Christine Hoffmann als kölsche Frohnatur, während Birgit Stracke als zum Wellness-Glück gezwungene geizige Freundin immer wieder für entsetzte Heiterkeitsausbrüche gut ist. In den beiden gegensätzlichen Naturen findet Harald Henkler als Martin Brändle gleich zwei passende Deckel für die Reise nach Malle und den anschließenden Aufenthalt in Asel.

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