„geWollte aRt“ · Ausstellung mit Arbeiten von Jana und Tina Wohlfart

Filzobjekte - von filigran bis großflächig

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Jana (l.) und Tina Wohlfart mit dem Filzobjekt „Baum der Träume“ und den an dünnen Federstangen befestigten Filzblüten.

Korbach - Kleider, Körbe,Taschen, Stulpen oder kleine Wollmäuse - alles aus Filz und alles von Tina und Jana Wohlfart. Ihre Ausstellung im Kümmell-Kunstladen wird morgen eröffnet.

„Filzen ist für uns das Eintauchen in eine unerschöpfliche Welt der Farben und Formen, in der die Hände umsetzen können, was den Kopf bewegt“, beschreiben die beiden verschwägerten Lehrerinnen, was sie am kreativen Umgang mit Merinowolle und ihrem bevorzugten Trägerstoff Seide so fasziniert. Nach zwei Ausstellungen mit der Gruppe „Kunst im Upland“ präsentieren sie ihre Filzobjekte bis zum 29. Juni im Kunstladen der Korbacher Gruppe „artur“ in der Professor-Kümmell-Straße 9.

Vor mehr als zehn Jahren stieß Tina Wohlfart, Lehrerin an der Heinrich-Lüttecke-Schule für Lernhilfe in Bad Arolsen, bei der Suche nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten für den Unterricht auf das Filzen. Auch Jana Wohlfart, die an der Paul-Zimmermann-Schule für Kinder mit geistiger und körperlicher Behinderung tätig ist, war vom ersten Moment von der traditionellen Handwerkskunst begeistert. Gemeinsam firmieren sie unter dem Künstlernamen „geWollte aRt“. Im „Lebendigen Museum“ in Odershausen oder auch in Volkshochschulkursen, die Tina Wohlfart gemeinsam mit „artur“-Mitglied Carola Petersen gibt, vermitteln sie Interessierten ihre Fertigkeiten.

Beim Nass- oder Walkfilzen wird die gefärbte Schafswolle mit warmem Wasser und Olivenseife behandelt, damit sich die Schuppen in der obersten Schicht der Haare aufstellen. Gleichzeitiges Walken bewirkt, dass die einzelnen Fasern verfilzen, die aufgestellten Schuppen sich also unlösbar ineinander verkeilen.

Was sich relativ einfach anhört, gerät in der Praxis zu einer schweißtreibenden und aufwendigen Angelegenheit. So schrumpft das Material während der Behandlung teilweise um 50 Prozent. Entsprechend schwer wiegt der nasse Ausgangsstoff, der mit viel Kraft gedrückt, gerollt und ausgeformt werden muss.

Von sehr filigranen Filzereien bis hin zu großflächigen, auch dreidimensionalen Filzobjekten reicht die Bandbreite der ausgestellten Arbeiten, die allesamt auch zum Verkauf angeboten werden. Bei der Vernissage am morgigen Samstag, die Kai Schotter mit Liedern zur Gitarre begleitet, geben Tina und Jana Wohlfart ab 11 Uhr interessierten Gästen weitere Einblicke in die Welt der Filzkunst. (tk)

Die Ausstellung ist für Besucher vom 25. Mai bis 29. Juni, immer samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

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