„Diemelspatzen“ begeistern beim Jahreskonzert ihr Publikum

Finger fliegen nur so über die Tasten

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Korbach - Wie sich zehn Länder in sensationellen zweieinhalb Stunden bereisen lassen, das haben die „Diemelspatzen“ in der Korbacher Stadthalle vorgeführt.

Das große Jahreskonzert des Akkordeonorchesters war nicht nur sehr gut besucht, es zeigte auch, dass das Probenwochenende im Februar in Frankenau in Verbindung mit der kontinuierlichen Vereinsarbeit Früchte getragen hat. So gesellte sich die gezeigte Spielfreude zu einer Professionalität, die sich vom ersten bis zum letzten Programmpunkt des Ausnahmekonzerts zog.

Formvollendet auf den Punkt

Mal hochkonzentriert oder mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht, ließen die Musiker ihre Finger nur so über die Tasten fliegen. Verstärkt wurden sie von Pauken, Becken und weiteren Percussion-Instrumenten, um alle Songs formvollendet auf den Punkt zu bringen.

Musikalische Eigenheiten europäischer Länder hatten die „Diemelspatzen“ dabei aufgegriffen, oft auf höchst überraschende Weise. Los ging es - natürlich - mit dem Eurovisionsthema, weniger bekannt als „Te Deum“ von Marc Antoine Charpentier. Nachdem das Jugendorchester mit „Fresh Air“, einer modernen Suite für Akkordeon von Hans-Günther Kölz, sein Potential bewiesen hatte, war sogleich die erste „belgische“ Zugabe fällig. Weiter ging´s durch Spanien, die Schweiz und Russland bis nach England, wo das bestens aufgelegte Dirigentenquartett Hans Petersen, Cordula Fohl, Christopher Peel und Sebastian Schmidt die irische Volksweise „Wild Rover“ erklingen ließ - eine Melodie, die „Klaus & Klaus“ in Deutschland unter dem Titel „An der Nordseeküste“ bekannt machten.

Zuschauer singen mit

In den imaginären Niederlanden stand dann erstmals Solistin Caro Best mit auf der Bühne, um mit ausdrucksstarker Stimme „A Night like this“ der niederländischen Pop- und Jazzsängerin Caro Emerald zu interpretieren. Zum einstigen Grand-Prix-Erfolg „Volare“, dem Abschluss der „Italo-Pop-Hits“, durften auch die Zuhörer mitsingen, was sie dann auch kräftig taten.

Lupenreine Techno-Klänge

Als ein Höhepunkt des durchweg atemberaubenden Konzerts dürften sicherlich die Stücke aus Claude-Michel Schönbergs Musical „Les Misérables“ durchgegangen sein, dicht gefolgt vom energiegeladenen „U Dance“ des polnischen Motion-Trios. Dazu stießen die fünf Solisten nicht nur mit Schnapsgläschen an, sondern zauberten auch noch lupenreine Techno-Klänge und Beats aus ihren Instrumenten. Melodien aus der Ukraine, Schweden und, schon auf der Rückreise, natürlich die obligatorische Polka für Deutschland waren im Weiteren zu hören und wurden mit stehendem Applaus belohnt.

Zugabe mit Caro Best

Als Dankeschön lüfteten die „Diemelspatzen“ mit zwei Zugaben aus Afrika und den USA schon das Geheimnis um ihr nächstes Jahreskonzert: dann ist eine musikalische Weltreise angedacht, wie Dirigent Hans Petersen verriet. Ihre Akkordeons durften die Spieler aber erst aus der Hand legen, als mit dem einfühlsam von Caro Best vorgetragenen „Gabriella´s Song“ noch eine weitere Zugabe zu hören war. (sim)

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